Archiv der Kategorie: Frage

10 Punkte, die Sie bei der Durchführung von Kindergeburtstagen beachten sollten


Es war grad erst Mai. Der Monat, in dem all meine Kinder geboren wurden, der Monat in dem ich mir über Geschenke Gedanken muss, die einerseits meinem pädagogischen Anspruch genügen und anderseits dem Kind auch entfernt attraktiv erscheinen, und der Monat, in dem ich mich damit auseinandersetzen musste, dass das grosse Kind sich einen Kindergeburtstag mit KollegInnen aus Kindergarten und Quartier wünscht. Meine inneren Sinne fantasierte panisch von kreischenden Kinderhaufen, Trotzenden und Verletzten und ich hatte Angst. Ich hatte sowas noch nie gemacht. Trotzdem kam ich nach eingehendem Studium der Geburtstagsfeste, die Kind1 nun besucht hat, und entsprechenden Recherchen im Internet, auf einige Anhaltspunkte an die ich mich klammern konnte und möchte meine Erkenntnisse mit Ihnen teilen.

Was man für die Durchführung eines Kindergeburtstags beachten muss:

1.) Kinderschar

Laden Sie alle Kinder ein, die Ihr Kind kennt, dazu zählen alle Kinder, deren Namen Sie oder Ihr Kind kennen. Ein, zwei Kinder machen noch keine Party, richtig lustig wird es erst, wenn Sie zur Festdurchführung noch mindestens fünf Helfer anwerben müssen.

2.) Thema

Überlegen Sie sich ein passendes, möglichst episches Thema, zum Beispiel Herr der Ringe, dem Sie danach alles, anpassen, von den Einladungen über die Dekoration bis hin zu Kuchen und Mitgebseln. Wenn sich gar noch passende Gäste finden, wie im themenfalle Herr der Ringe, ein gandalfiger Greis oder ein golumähnliches Kind, um so besser.

3.) Einladung

Gute Pädagogen wissen: Kinder verstehen am besten, was ihnen ganzheitlich gelehrt wird. Gestalten sie deshalb eine themenbezogene Geburtstagseinladung, die alle Sinne anspricht. Es ist also angebracht, irgendwas Tast-, Fühl-, Seh-, Riech- und Hörbares zu gestalten und es kann wirklich nicht schaden, wenn die Einladung auch bedenkenlos abgeleckt und angekaut werden könnte.

4.) Dekoration

Beginnen Sie einige Woche nach der vorangegangenen Geburtstagsparty mit der Planung des nächsten Kinderfestes, denn es ist wichtig, dass sie die Dekoration, dazu zähle ich nun einfachheitshalber auch passende Kostüme, selber anfertigen. Scheren Sie Ihre Schafe! Fällen Sie Ihre Bäume! Spinnen, weben, steinmetzen und drechseln Sie was das Zeug hält! Und keine Angst vor kleinen bis mittleren themenbedingten Hausumbauprojekten, es lohnt sich!

5.) Torte

Auch die mehrschichtige Torte sollte selbstredend dem Partythema entsprechend gestaltet sein. Das ist kein Hexenwerk, mit etwas Übungsvorlauf und einigen Wochen tatsächlicher Produktionszeit sind die paar Olifanten, Orks und Hobbits aus Marzipan im Handumdrehen geknetet, und auch das Versehen der Tortenrestflächen mit filigranen, beispielsweise den Yakbutterornamenten tibetanischer Klöster nachempfundenen Verzierungen, sollte Sie nicht unverhältnismässig viel Zeit kosten. Ihr Kind wird die selbstgegossenen Kerzen mit um so mehr Vergnüngen ausspucken!

6.) Basteln

Es ist von evidenter Wichtigkeit, dass Sie während des Fests mit den Kindern irgendeine Bastel- oder Werkwerk anfertigen. Geeignet hierfür sind Action-Paintingsequenzen, das Schnitzen überlebensgrosser Selbstbildnisskulpturen, Glasbläsereien oder Schweiss-, Giess- und Lötarbeiten, selbstredend alles themenbezogen und ganzheitlich.

7.) Animation

Sorgen Sie für angemessene Animation, beschränken Sie sich bei den Selbstinszenierungen, so sehr Sie diese auch nachvollziehbarerweise mögen würden, auf ein kleines Intro, eine Gesangs-, Steeldrum- oder Ausdruckstanzeinlage oder Ähnliches, überlassen Sie das Finale aber dem Animations- und/oder Stargast, ihr Kind wird das, je älter je mehr, zu schätzen wissen.

8.) Schatzsuche

Dass Schatzsuchen zwingend zu jedem Kindergeburtstag dazugehören, hat mich nicht das Internet, sondern das wahre (Quartier)Leben gelehrt. Hier bei müssen Sie nur beachten, dass eine Schatzsuche überhaupt stattfindet, es spielt keine Rolle, ob die Suche sich über 10 Meter oder 10 Kilometer erstreckt, allerdings müssten sie für letztere Variante, zumindest bis zum Kindesalter von 6 Jahren, für ein, zwei Übernachtungsmöglichkeiten unterwegs sorgen. Was sich in der Schatztruhe befindet, ist ebenfalls zweitrangig, gewitzt ist es aber, die obligaten Mitgebsel gleich da zu verstauen.

9.) Mitgebsel

Ein allzeit guter Grundsatz, wenn es um die Frage von Schwere und Umfang des Mitgebsels geht, ist die Verinnerlichung des Verhältnisses 1:2. Pro Kilogramm Kind ergibt das ungefähr genau zwei Kilogramm Mitgebsel. Wo Ihnen ansonsten gesunde Ernährung und Bioprodukte wichtig sind, dürfen, ja müssen Sie sich hier zurückhalten. Achten Sie auf möglichst hohen, konzentrierten Zuckergehalt, legen Sie Tattookleber bei und vergessen Sie nicht: Mädchen wollen unbedingt alles rosa und glitzern mit Einhörnern und niedlichen Kätzchen und Jungen wollen gerne Blau, Grau, Superhelden und Fahrzeuge.

10.) Erinnerungsfoto

Zum Schluss ist es wichtig, jede Sequenz auf Erinnerungsfotos festzuhalten. Hier dürfen Sie ruhig einen etwas strengeren Ton anschlagen und Szenenwiederholungen verlangen, immerhin soll das Foto danach sowohl im eigenen Fotoalbum Platz finden, als auch an die Eltern der teilnehmenden Kindern versandt werden.

 

Für Sie zusammengestellt von Frau G. aus B.

12 Kommentare

Eingeordnet unter Elternsein, Frage, Neulich

3 Jahre Äm oder das Geburtstagsinterview I.


Was zu einem gelungenen Äm-Dreijahresgeburtstag gehört:

  • Aufstehen, Enten sehen, quietschen.
  • Zwei der verteilten Smarties essen, den Rest in der Mutterente sammeln, verkünden, dass diese Smarties ihr alleiniger und unteilbarer Besitz seien.
  • Einige Versuche unternehmen, die Enten zu zählen, scheitern.
  • Die grosse Schwester zum Smartiesmitessen auffordern.
  • Croissants mit dicker Schicht Ovomaltinenaufstrich essen, dabei aber nicht horizontal, sondern von oben nach unten vorgehen, entsprechend aussehen.
  • Die 20 Gummienten, sich selber, die grosse Schwester und einen Grossteil des Badezimmers wässern. Lange. Sehr lange.
  • Mit Mama einkaufen gehen, entschlossen bei der Auswahl helfen. Völlig unbeeindruckt sein, wenn Muttern an der Kasse leicht hektisch wird, weil sie bemerkt, dass sie keine Karte, kein Schweizerbargeld und auch kein Mobitelefon dabei hat und die Einkäufe stehen lassen muss, um Geld zu besorgen.
  • Begeistert erstmalig in ihrem Leben ein Münztelefon betreten und benutzen.
  • Sich weiterhin gelassen und unbeeindruckt zeigen, wenn Muttern einfällt, dass sie zwar keine Schweizer Franken, aber genügend Euros dabei hat. Beim Einkaufen und Heimtragen mit Klugscheissereien und Verbaldrilling Rat und Tat und anspornenden Worten dienen.
  • Zuhause nach dem Geburtstagsmittagessen (Couscous mit Rahmspinat) verlangen, im Garten essen.
  • Sämtliche Schüsseln der abgeschlossenen Kuchenproduktion leerlecken. Lange. Sehr lange.
  • Den ersten Geburtstagsgast, Grossvater, begrüssen, eine Playmobiltierarztpraxis in Empfang nehmen, bespielen und hauptsächlich Hundekastrationen durchführen.
  • Nach und nach die Geburtstagsgäste empfangen und im Verlaufe des Tages viele tolle Geschenke, unter anderem ein Schifffahrtsgutschein, eine Spiel-Post, Kleider, eine selbstgemachte Puppe von der Patentante Blomma, einen Rucksack und einen Pinguin, dargereicht in einer blau ausgekleideten Gigantokartonschachtel, inklusive Eisscholle, erhalten.
  • Eine Pfannkuchentorte wie Findus (aus Peterson und Findus) präsentiert bekommen, die Kerzen ausspucken. Ja, ausspucken. Danke an all die unkomplizierten Gäste!
  • Kuchen essen. Sehr viel Kuchen essen.
  • Den kleinen Cousin mit Brei füttern.
  • Die Geschenke bespielen, im Garten herumtollen, Feuer machen, Dunkelheit verlangen.
  • Ausgiebiges Bräteln (Grillen) mit (fast) allen Lieben, eine Extrarunde VORNE in der Tragehilfe erbitten, von Schoss zu Schoss zu Schoss in den Schlaf hüpfen und die Erwachsenengespräche am Feuer bis Mitternacht mit leisem Schnarchen begleiten.
Zum Vergleich:
Der Zweijahresgeburtstag
Jahresduseln
Äm-Geburt, die Kurzversion für Gestresste und Emotionsphobiker
Äm-Geburt, die lange Version
 
***
 
Dies ist das erste Geburtstagsinterview, das ich mit Äm geführt habe, die Fragen stellte ich ihr über mehrere Tage verteilt, ansonsten hätte die Konzentration wohl nicht ausgereicht.

Frag die Äm am 3. Geburtstag

Wer ist dein bester Freund, deine beste Freundin?
Y.! 
 
An welchen Traum erinnerst du dich?
Von einem Wolf, der wollte meine Erdbeeren essen.
 
Woran schnupperst du gerne?
Ich finde unser Zirkuswagen riecht gut.
 
Was machst du wenn du Langeweile hast?
Einfach schlafen gehen.
 
Wo möchtest du einmal wohnen?
In deiner Schublade.
 
Welches Haustier wünschst du dir?
Eine Charlotte.
 
Wem hast du einmal eine Botschaft geschickt?
Niemandem
 
Welches Essen hast du schon mal gekocht?
Ja, Omeletten.
 
Gibt es etwas, was du nicht gerne isst?
Scharfe Sachen.
 
Welche Musik magst du?
Solche: (Singt „Rüüüückwääärts“  und lässt sich rückwärts fallen.)
 
Welches Wort magst du besonders gern?
Nüggele. (Schnullern)
 
Welches Wort magst du gar nicht?
FuFu.
 
Was kann dein Papa ganz besonders gut?
Lieder singen.
 
Was kann Mama besonders gut?
Pfeifen.
 
Welches Buch magst du ganz besonders?
Zeralda. 
 
Was würdest du verändern, wenn du Königin wärst?
Alle sollen “Gagi ” sagen.
 
Was sammelst du?
Füchse und Eichhörnchen.
 
Was kannst du besser als Mama und Papa?
Staubsaugen und laute Musik machen.
 
Wie bringst du andere zum lachen?
Selber lachen, zum Beispiel wenn wir von Gagi singen.
 
Dein Lieblingswitz?
Einmal habe ich ein Gagi gefunden, dann ist das in ein Loch pinkeln gegangen und hat ein seltsames Tier gefunden, dann war ich schon fertig. Ich bin feeeertig!
 
Welchen Wunsch hast du?
Ein Pinguinkleid für Fasnacht.
 
Wo warst du schon mal ganz allein?
Nirgends.
 
In wen/was möchtest du dich einen Tag lang verwandeln?
In einen Pinguin. Aber der kann fliegen.
 
Was macht dich wütend?
Wenn Mama mir die Sachen weg nimmt. Wenn Papa Täfeli weg nimmt.
 
Was findest du lustig?
Wenn Papa laut singt.
 
Möchtest du einmal Kinder haben?
Eine einzige Y.
 
Was möchtest du gut können?
Selber ganz hoch Rittiplampen! (Schaukeln)
 
Wovor fürchtest du dich?
Vor Wölfen, wenn es dunkel ist.
 
Wohin möchtest du reisen?
Auf Tierparken.
 
Was spielst du am liebsten alleine?
Mit dem Gagi. Neeeeein, mit dem Auto.
 
Was spielst du am liebsten mit anderen?
Einkaufen und so Sachen.
 
Was macht dich traurig?
Wenn Y nicht mit in die KiTa kommt.
 
Warum heisst du, wie du heisst?
Weil ich… Lalalalalaaa!
 
Mit wem kannst du über alles reden?
Mit allen.
 
Was arbeitest du, wenn du gross bist?
Schulleiterin und ich heisse Susanne.
 
Wen oder was findest du niedlich?
Dass F. noch gaaaanz klein ist. Das ist mein Cousin.
 
Worüber hast du zuletzt mit jemandem gestritten?
Ja, mit Y, wegen Charlotte, wer neben Charlotte sitzen darf.
 
Worüber möchtest du gerne mehr wissen?
Ich habe dich jetzt grad alles schon gefragt.
 
Was machst du, obwohl du es nicht tun solltest?
Manchmal beisse ich Y.
 
Wenn du ein Tier wärst, welches Tier wärst du? Und Mama? Und Papa? Und Äm?
Ich, Hund. Mama, Elefant. Papa, Elefant. Y., Elefant. Also eigentlich wäre ich auch ein Elefant. Und Charlotte auch. Dabei ist sie schon ein Tier.
 
Wo auf der Welt lebst du?
Hier!
 
Was hast du Neues gelernt?
Laufrad fahren. Aber das kann ich schon lange.
 
Was brauchst du, damit du gut schläfst?
Meine „Chnättidechi“ (Knetdecke, Äms Eigenkreation, weil sie die Decke beim Einschlafen knetet.)
 
Wies siehst du aus?
Müde.
 
Welches ist dein schönstes Erlebnis im letzten Jahr?
Mein Geburtstag.

5 Kommentare

Eingeordnet unter Äm, Elternsein, Frage, Gfötelet

5 Jahre Y oder das Geburtstagsinterview II.


Was zwingend zu einem gelungenen Ypsilönchen-Fünfjahresgeburtstag gehört:

▪   Beim Frühstückstisch einem Arsenal von aufgehängten Glitzerleimstiften, Glitzerstaubdosen, Pailletten und Maskingtape erwartet werden.
▪   Sich von der kleinen, lauthals Eigeninterpretationen von Geburtstagsliedern singenden Schwester die Morgenmilch servieren lassen.
▪   Parallel zum Frühstück mit Glitzer, Leim und Pailletten werkeln, aufgrund von Handverwechslungen zweimal haarscharf an einem Mund voll Glitzerstaub vorbeischrammen und dem beglitzerten Blatt einen grosszügigen Joghurtklecks verpassen.
▪   Sich bei bereits morgens gnädig lauen Temperaturen für einen Wollrock entscheiden und darauf bestehen.
▪   In den Kindergarten gehen, die Frage, ob sie denn heute um 12 abgeholt werden möchte, lässig abwinken und betonen, dass sie schon seit sehr langem alleine laufe, nämlich seit sie vier war.
▪   Sich vor dem Verabschieden allerdings noch mal vergewissern, dass wirklich das Richtige gekocht wird.
▪   Um Viertel nach 12 heimkehren mit den Worten „Hallo Leute, habt ihr noch nicht vergessen, dass ich Geburtstag habe?“
▪   Sich geburtstagstraditionell mit Würstchen, Maiskolben und Spinat servieren lassen.
▪   Die beiläufig gestellten Geburtstagsinterviewfragen mit „Manchmal sprichst du zu viel.“ Quittieren, aber irgendwie schon sehr gerne antworten.
▪   Die allerbeste Freundin zu nachmittäglichen Erdbeeren und Eis einladen, gemeinsam basteln und die kleinen Geschwister dressieren.
▪   Die Freundin nach Hause geleiten, mit einem AUSGELIEHENEN Gruselfurbyvieh zurück kommen, das aber sogleich wieder vergessen ward, weil die Abendessensgäste eintrudeln.
▪   Das sehnlichst erwünschte Abendessen nicht essen.
▪   Viele schöne Kleider, eine heissersehnte Plastikbillighandorgel, einen Playmobilcamper, ein Fahrrad, einen Pferderitt-, einen Theater-, einen Wander- und einen Waldnachabenteuergutschein geschenkt bekommen.
▪   Den Geburtstagskuchen selber anschneiden.
▪   Vom Geburtstagskuchen nur Dekoration und Crème essen.
▪   Sich von den Awesenden benachtgewanden lassen.
▪   Vor dem Einschlafen ein positives Geburtstagsresumée ziehen und den Blitzgedanken empfangen, dass man eigentlich noch gar nicht so müde schnarch.
 

 
Zum Vergleich:
Jähriges Rauschen
Der Zweijahresgeburtstag
Der Dreijahresgeburtstag
Der Vierjahresgeburtstag
 
***

Frag die Y am 5. Geburtstag

Wer ist dein bester Freund, deine beste Freundin? „L. und R., die sind bei mir im Kindergarten und ich will mich mit ihnen sehr oft verabreden und Pferde spielen.“  

Woran schnupperst du gerne? „Hundefutter.“  

Was machst du wenn du Langeweile hast? „Dann gehe ich zu Papa und frage ihn, ob wir zusammen blödeln, dann komme ich zu dir, dann gehe ich zu Äm.“  

Wo möchtest du einmal wohnen? „Bei Emee (Oma) weil es dort so schöne Sachen hat.“  

Welches Haustier wünschst du dir? „Noch einen Hund, einen genau gleichen, der etwas grösser wird, es soll auch ein Weibchen sein und soll Nia heissen.“  

Wem hast du einen Brief geschickt? „Allen, die ich zu meinem Geburtstag eingeladen habe.“  

Was hast du geschrieben? „Das sage ich nicht.“  

Welche Musik magst du? „Papamusik, weil Papa dort Gitarre spiel und Lililili von Marius und die Jagtkapelle.“  

Welches Wort magst du besonders gern? “Vögeli.”  

Welches Wort magst du gar nicht? „Gruusig, das ist so ein blödes Wort.“

Was kann Papa ganz besonders gut? „Gitarre spielen.“ 

Was kann Mama besonders gut? „Schiffchen falten.“  

Welches Buch magst du ganz besonders? „Mein Lesebuch. Und Carola, weil die keinen Käse mag und weil sie vor nichts Angst hat.“ 

Was würdest du verändern, wenn du Königin wärst? „Zu mir nachhause kommen und Königswegglein backen und Spaghetti kochen.“

Was kannst du besser als Mama und Papa? „Mit dem Trottinett fahren. Und ihr solltet noch etwas besser schauen, ob ihr Marienkäfer seht, die zusammen gebären, also das ist wie ein Marienkäferbaby heiraten.“

Was sammelst du? „Muscheln.“

Wie bringst du andere zum lachen? „Wenn Äm weint, mache ich sie manchmal nach, dann lacht sie.“

Erzählst du deinen Lieblingswitz?„Soll ich einen von Globi erzählen? Einmal an einem Tag ist Glob aufs WC gegnagen und er hat gesehen, dass grade hinter ihm niemand war, aber das WC war verkehrt und Globi musste gegen die Wand schauen, dann ist Äm hinter ihm gestanden, dann hat Globi sich umgedreht und ist plumps ins WC gefallen.“  

Welchen Wunsch hast du?„Ich möchte ein Glitzerstift sein, ein goldener, dann könntest du mich aufheben und schöne Sachen auf ein Blatt leimen und ich wäre nie verstopft, aus mir würde immer von Anfang an ganz viel rauskommen.“

Was macht dich wütend? „Wenn A. mir sagt, ich sei doof. Und das hat A. mir auf dem Spielplatz schon oft gesagt, an einem Tag sehr oft, gell fies!?.“

Was findest du lustig? „Wenn Äm mir sagt, ich sei frech Wenn R. mir sagt, ich sei ein Lölibänz.“

Möchtest du einmal Kinder haben? Wieviele? „Ja. Fünf. Zusammen mit Äm. „

Was möchtest du gut können? „Den Kopfstand.“

Wovor fürchtest du dich? „Wenn T. Blödsinn macht und wenn ich alleine die Treppe rauf gehe und kein Licht brennt. Aber ich weiss doch auch nicht wovor genau.“

Wohin möchtest du reisen? „Nach Interlaken um dort zu schlafen. Viele Leute reisen nach Interlaken. Da gibt es auch Leute, die sind behindert.“ (Zu unserer Verteidigung: Sie spricht von Herrn G.s Schülern.)

Was spielst du am liebsten alleine? “Eisenbahn.“ 

Was spielst du am liebsten mit anderen? „Basteln und mit Äm am liebsten rumhüpfen.“ 

Was macht dich traurig? „Dass ds Söckli (Hamster im Kindergarten) gestorben ist.“

Was macht dich glücklich? “Wenn alle Kinder bei mir sind.”  

Warum heisst du, wie du heisst? „Als ich ein Baby war, hast du mir diesen Namen gegeben weil du den Namen schön fandst.“

Was machst du, wenn du gross bist? „Ich werde Bäuerin und arbeite mir Pferden, weißt du, ich wohne bei Emee und arbeite im Pferdestall da in der Nähe.“

Wen oder was findest du niedlich? „Kleine Kätzchen und J. den Nachbarn.“

Worüber hast du zuletzt mit jemandem gestritten? „Mit Äm, aber ich habe es schon nicht mehr im Kopf, das fällt immer raus, wenn ich träume.“  

Was machst du, obwohl du es nicht tun solltest? “Äm umschupsen.”

Worüber möchtest du gerne mehr wissen? „Wie dass man Fische fängt.“

Wenn du ein Tier wärst, welches Tier wärst du? Mama? Papa? Äm? “Ich = Einhorn. Mama = Mamaeinhorn. Papa = Kuh. Äm = Die junge Kuh, also das Kälblein.“ (Ich hoffe schwer, dass hier keine Psychologen mitlesen.)

Wie siehst du aus? „Ich weiss es nicht so recht, du siehst mich besser. Ganz blond, sehr dünn, mit einem Popel in der Nase, blinzelnd mit sehr braunen Augen.“  

In wen/was möchtest du dich einen Tag lang verwandeln? “In einen Engel, dann würde ich fliegen, nach Afrika zum Beispiel, dort würde ich so rumlaufen und rumgucken und das Meer sehen.”

Was ist das schönste, was du in diesem Jahr gemacht hast? „Das Muttertagsgeschenk für dich.“

An welchen Traum erinnerst du dich? “Ja, von Pipi Langstrumpf, da passierten viele Dinge, ich kann das nicht alles sagen.”

***

Die Antworten auf dieselben Fragen vor einem Jahr:

Frag die Y am 4. Geburtstag  

2 Kommentare

Eingeordnet unter Elternsein, Frage, Neulich, Ypsilönchen

Die Kinder in Afrika


Frau Angelone von Die Angelones stellte auf Facebook die Frage nach der Sinnhaftigkeit althergebrachter pädagogischer Floskeln wie (Zitat Rita Angelone) „Ihr müsst so etwas von froh und dankbar sein, weil in Afrika wären Kinder noch so froh, sie hätten all das, was ihr habt?“ Sie fragt weiter „Sagt ihr manchmal solche Sachen? Kapieren die Kinder, was man damit überhaupt sagen will?“ Nach dem ich erfolglos versuchte meine Antwort in überschaubare Zeilen zu quetschen, beschloss ich das Thema kurzerhand hierher zu exportieren.

Das Ziel dieses Ausspruchs ist wohl, dem Kind den Wert eines gedeckten Tisches zu vermitteln, ein Ansinnen, das ich durchaus nachvollziehen kann. Dass ich „die armen Kinder in Afrika“ für keine so guten Vermittler des wertschätzenden Umgangs mit Nahrungsmitteln halte, hat mehrere Gründe:

  • Nicht personifizierte, afrikanische, hungernde Kinder sind für die meisten unserer Kinder, insbesondere die, die sich noch mitten in der egozentrischen Phase befinden, wohl kaum fassbar. Alleine das Gefühl wirklichen Hungers, das wohl auch wir Erwachsene noch nie erlabt haben, ist ausserhalb ihrer (und unserer) Vorstellungskraft.
  • Wenn Kinder ihren Teller über jedes Sättigungsgefühl hinaus doch noch leer essen, tragen sie nicht das Geringste zur Verbesserung der Situation hungernder Kinder bei.
  • Wertschätzung und Dankbarkeit sind Gefühle, Gefühle lassen sich nicht vorschreiben, Kinder lernen dabei allerhöchstens situationsspezifisch so zu handeln, wie wir es von ihnen erwarten.
  • Der letzte Punkt ist Ausdruck des grossen Zwiespalts, in dem ich gegenüber dem Wort Dankbarkeit allgemein befinde. Meine Frage ist: Wie dankbar müssen wir für erfüllte Menschenrechte sein? Wie dankbar müssen wir sein, genügen zu Essen zu haben? Wie selbstverständlich sollten erfüllte Menschenrechte sein? Verlangen wir auch derartige Dankbarkeit von unseren Kindern, weil sie nicht für ihr Überleben schuften müssen? Und Angesichts der Tatsache unseres Überflusses: Müssen wir dankbar sein, zu viel zu Essen zu haben? Ist diese ungerechte Verteilung tatsächlich ein Grund dankbar zu sein? Dankbarkeit, in dem man sich auf andere, schlechter situierte Menschen bezieht, mutet mir zu überheblich an. Immer. Aber ich plädiere mit Nachdruck für die Wertschätzung unserer komfortablen Situation und ich möchte, dass meine Kinder unsere Nahrung in ihrer Fülle zu schätzen wissen und ihr den Wert zugestehen, den sie hat.

Wie also, kann ich meinen Kindern beibringen, dass Nahrung in rohem wie zubereitetem Zustand wertvoll ist und einen wertschätzenden Umgang verdient, ohne auf Vergleiche mit den hungernden Kindern Afrikas zurückzugreifen?

Ich auch hier in erster Linie davon aus, dass wir als Eltern einen Grossteil der erzieherischen Arbeit, ganz passiv, darin leisten, Vorbilder zu sein. Wir versuchen möglichst wenige Nahrungsmittel verfallen zu lassen, achten darauf qualitativ hochwertige, nachhaltig angebaute Produkte zu kaufen, beziehen beispielsweise unser Fleisch fast ausschliesslich vom elterlichen Demeter-Hof eines Freundes und versuchen Reste weiter zu verwerten. Auch in den ganz konkreten Essensituationen, können wir als Eltern Vorbilder sein. Indem wir uns beim Essen nicht überschätzen, vorsichtshalber in kleinen, dafür mehreren Portionen essen und selber keine Reste auf dem Teller lassen. Kinder müssen lernen sich und ihr Hunger- und Sättigungsgefühl korrekt einzuschätzen. Ich gehe davon aus, dass das nicht geschieht, wenn ich sie sich heillos überessen lasse, weil ich zwingend einen leeren Teller sehen will. Lieber sollen sie lernen, sich kleine Portionen zu schöpfen und dafür nach jeder zu entscheiden, ob nun genug gegessen wurde, oder nicht. Das ist ein Prozess, der unweigerlich die eine oder andere Fehleinschätzung nach sich zieht, sich aber immer mehr perfektioniert.

Eine weitere Möglichkeit Kinder den Wert unserer Nahrungsmittel näher zu bringen, sehe ich darin, sie in die diversen Herstellungsprozesse einzubeziehen oder, wenn diese Möglichkeit besteht, eigenes Gemüse und eigene Früchte zu ziehen, die Gewächse von der Saat an in ihrem Wachstum zu beobachten und schlussendlich zu ernten.

Ja, ich will auch, dass meine Kinder unser Essen und unsere Nahrungsmittel wertschätzen und einen sorgsamen Umgang pflegen. Ich möchte das ganz unabhängig von afrikanischen Kindern.

12 Kommentare

Eingeordnet unter Antwort, Erziehung, Frage

Mandarinen, Behinderung und Integration (21.Dezember)


„Mandarinen.“ antwortete er, der mir versprochen hatte, mir, wenn ich adventstäglich blogge, bei der Themensuche behilflich zu sein, auf meine Frage, worüber ich denn heute Abend schreiben solle. „Danke auch“ antwortete ich und phantasierte in Gedanken über mögliche Mandarinen involvierende Folter- und Meuchelmethoden. Ich bin da kreativ müssen Sie wissen, Gewaltphantasien kann ich. Aber dann schickte Herr G. mir den Link zu folgendem Video und ich wurde etwas abgelenkt:

(Hier der Link zur deutschen Version.)

Nach erstmaligem Sehen fand ich den Spot beinah vorbehaltlos gut. Gerade in der Arbeit mit den etwas älteren Jugendlichen mit Behinderung erlebte ich viel zu oft, dass die Heranwachsenden in einer realitätsfernen, rosa Plüschwelt leben, in der ihnen viel zu viel erleichtert, viel zu viel schöngeredet und viel zu viel verschwiegen und vergessen wird, wie klein die Betroffenen und ihre Chancen dereinst Verantwortung für sich übernehmen zu können damit gehalten werden. Dazu gehört eben auch, dass Jugendliche und später Erwachsene mit Behinderungen als das behandelt werden, was sie sind. Achtzehn-, Dreiundzwanzig-, Dreissigjährige, (Fast-)Erwachsene eben, denen man keinen Luftballon mehr mitgeben würde, denen man nicht bei jedem vermeintlichen Anzeichen von Desorientierung zu Hilfe hastet und bei denen man nicht milde lächelt, wenn sie sich in den Bus drängeln, wenn alle anderen noch gar nicht ausgestiegen sind. Das ist niemandem dienlich, weder der Gesellschaft, noch den Personen mit geistiger Behinderung, die damit klein gehalten werden.

Dann las ich die Kommentare unter dem vor fast einem Monat geposteten Video.

„Ich weiss langsam nicht mehr, wie man sich korrekt benehmen soll gegenüber behinderten Menschen. Ich halte auch anderen “normalen” Menschen die Tür auf, wenn sie hinter mir laufen, denn die Tür vor ihrer Nase zuschlagen zu lassen, wenn man sie doch genau so gut aufhalten kann, ist, von mir aus gesehen, unhöflich.“

„Soll ich nun nicht mehr lächeln, wenn ich durch die Massen laufe“

Es ist ungemein schade, dass die Botschaft des Spots derart konkret verstanden wurde. Als würde gefordert das fortan höfliche Gesten bei Geringstverdacht einer Behinderung unterlassen werden müssten. Nein, darum kann es Pro Infirmis wohl kaum gehen. Ich bin absolut davon überzeugt, dass Personen mit Behinderungen anders behandelt werden, heute, so nahm ich bisher an, wohl weniger durch offensichtliche Diskriminierung, wie Beschimpfungen oder aktive Benachteiligung, als Übervorteilung im wörtlichen Sinne. Eben durch oben genannte übermotivierte Nachsichtigkeit, vorauseilender Hilfe und schlussendlich Infantilisierung. 

„(…) Dennoch zeigt es die Problematik von uns Mitmenschen, die es zwar nur gut meinen, aber für die betroffenen Menschen dennoch falsch rüberkommt. Es sind schliesslich genauso Menschen wie wir.“

„Und wie wäre es, wenn seine nähere Bezugspersonen ihm erklären würden, dass die Leute bloss freundlich lächeln und ich nicht auslachen? (…)“

„(…) Denn er zeigt nicht die wirklich krassen Diskriminierungen, sondern harmlose Gesten von Mitmenschen, welche es sehr gut, wohlwollend meinen.“

Nach diesen (und ähnlichen) Beiträgen scheint mir auch klar, weshalb die Botschaft so verstanden wurde. Wenn wir Schweizer uns noch am Punkt befinden, an dem wir davon ausgehen, dass der junge Mann im Video aus- und nicht angelacht wird, wenn wir uns an dem Punkt befinden, an dem wir tatsächlich wörtlich feststellen und festhalten müssen, dass Menschen mit Behinderung „genauso Menschen“ sind wie „wir“, ist vielleicht die übertriebe Nachsicht die adäquateste, uns mögliche, Reaktion auf Personen mit Behinderung. Vielleicht sind wir noch immer erst an dem Punkt der Annäherung, dem Punkt also, an dem man sich manchmal verstellt, manchmal freundlicher verhält als man eigentlich ist, der Punkt, an dem man noch Nachsicht übt, mit seinem Gegenüber, man hat es ja gerade erst kennengelernt. Vielleicht ist die Distanz noch zu gross, für wahres, empathisches Verhalten.

Vielleicht war Pro Infirmis zu früh, mit ihrem Video, vielleicht sind wir noch nicht so weit. Was würde das aussagen, über die Integration von Personen mit Behinderung?

6 Kommentare

Eingeordnet unter Frage, Neulich

Suchen, Fragen, Antworten und andere Billigkeiten (16.Dezember)


An tristen Tagen sehe ich mir an, mit welchen grotesken Suchmaschineneingaben Menschen hierher gefunden haben. Heute missbrauche ich sie nicht nur zu meiner Erheiterung, sondern auch um die Lücke hier zu füllen. Billig, ganz klar, aber stopft hervorragend.

“ich vergesse mitten im satz was ich” – Klarer Fall von SmdSd.

“kind 2 jahre wiederholt alles so lange bis man reagiertkind 2 jahre wiederholt alles so lange bis man reagiert” – Das liebe Kleine hat ganz offensichtlich hervorragende Vorbilder.

“strategien gegen haushalt” – Siehe auch Haushalten mit Frau Gminggmangg.

“schnithaare selber dressieren” – dressieren, tressieren Dompteusen und Tondeusen, keine einfache Angelegenheit.

“überall hets löcher” – Hatten wir hier auch schon, jetzt, hier und hiermit gerade nicht.

“tintenfisch bucht murter” – Recht hat er, soll er buchen, wunderbar ist es da fast immer und wieder.

“pro und kontra am teenager sein” – Siehe auch hier.

“stillbusengaffer” – Dreistigkeit hilft.

“”liebe nessy” stimmt das?” – Lieb, ja, so weit ich das beurteilen kann,  und auch sonst ist sie ziemlich toll.

“auch mal nicht teilen” – Unbedingt.

“endstadium schwangerschaft” – Symptome finden Sie hier.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Frage, Suchanfragen

Apfelwein und humorvolle Götter (10.Dezember)


Es ist so weit: Ich bin an dem Punkt angekommen, an dem ich mich plötzlich unverhältnismässig innig darüber freute, als ich beim Kauf von Apfelwein an der Kasse um den Ausweis gebeten wurde. Ich altere. Ein Gedanke, der mich manchmal urplötzlich befällt, ohne Vorwarnung. Sie können sich das in etwa so vorstellen: Frau Gminggmangg, also ich, sitze nur so rum, mit grosser Wahrscheinlichkeit in irgendeinem öffentlichen Verkehrsmittel und ziemlich sicher ohne Kinder. (Wie sonst, könnte ich „nur so rum sitzen“?). Es sind diese Momente, meist wenn ich allein unterwegs bin, in denen ich versunken die Umgebung betrachte, ein wenig über die Menschen um mich herum sinniere, Senioren freundlich grüsse, nicht weil ich gut erzogen wäre oder gar aus altruistischen Gründen, neinein, ich will bloss keine Schuld tragen, wenn sie meinetwegen traurig sterben, Teenager milde belächle und sie ein wenig um ihre Unbedarftheit beneide, die Mittelalterlichen mit Kindern sehe, wie sie ihre Brut im Zaum zu halten versuchen und dabei unverhältnismässig alt aussehen, mir dabei denke, dass Kinderhaben schon irgendwie anstrengend anmutet und mich Sekunden später in Schockstarre wieder finde, weil mir eingefallen ist, dass ich ja selber Mutter bin, ja, sogar zwei Kinder habe, Heilpädagogin bin, in zwei Jahren Dreissig werde und, man stelle sich erst das vor, tatsächlich alleine wohne, die Mitverantwortung für einen ganzen Haushalt trage und sogar manchmal koche. Gestern war doch alles noch anders, oder? Irgend ein humoristisch minderbegabter Gott muss mich aus Ulk in ein fremdes Leben verpflanzt haben.

Sie enden meist so unerwartet wie sie begonnen haben, diese Episoden. Kaltes Wasser hilft. Oder Schlaf. Oder kindliche Kuscheleinheiten.

9 Kommentare

Eingeordnet unter Elternsein, Frage, Neulich