Archiv der Kategorie: Gfötelet

Ein Zweijahresgeburtstag im Leben der Äm


Äm-Geburt, die Kurzversion für Gestresste und Emotionsphobiker
Äm-Geburt, lange Version
Jahresduseln

Was zu einem gelungenen Äm-Zweijahresgeburtstag gehört:

  • Nach dem Aufstehen, noch vor der Morgenmilch, schlaftrunken an den Geburtstagstisch sitzen und erstmal ausgiebig und offenmundig minutenlang das versammelte Fahrzeugarsenal begrüssen.
Morgens um 6.

Morgens um 6.

  • Sich draussen von der grossen Schwester die schönsten, grössten und reitzahmsten Stockpferde suchen, sammeln und überreichen lassen.
Boss zu Ross.

Boss zu Ross.

  • Stund.den.lang schaukeln „bis i Himmu ufe“.
Verschaukelt.

Verschaukelt.

  • Mit der grossen Schwester differenziert über Aussehen, Alter und Herkunft von Exkrementen am Wegesrand fachsimpeln.
Exkrementexpertinnen unter sich.

Exkrementexpertinnen unter sich.

  • Ovomaltinekuchenkerzen sehr abgeklärt und prompt auspusten, Kuchen verspeisen und die Glasur, ganz nebenbei, grosszügig als Gesichtsmaske auftragen.
Pustekuchen.

Pustekuchen.

  • Viele tolle Geschenke erhalten, unter anderem ein Schlafsack für die nächste Reise, eine Tragehilfe für die Puppe und eine Giesskanne, ganz besonders aber ein gigantsches Plastikmonster in Form eines Tret-Traktors samt Bschüttifass (Güllefass) und ein per sofortige Wirkung zum Lieblingstier ernanntes Hündchen, Fridolin. (Letzteres hat Patentante Frau Blomma selber angefertigt und könnte hier bei Bedarf erstanden werden.)
Gassigang.

Gassigang.

  • Die Anwesenden reihum nötigen, auf dass sie das Traktorenungetüm samt Besitzerin den Garten hoch schieben, um dann i eim Garacho dr Hoger ab z’bloche (um danach mit grosser Geschwindigkeit den Hügel runter zu fahren), das Abbremsen übernehmen selbstredend die verantwortlichen Geburtstagsknechte.
Rasen auf Rasen.

Rasen auf Rasen.

  • Zum Abendessen Unmengen von Spaghetti mit Spinatsauce vertilgen.
  • Bald danach nach Schlaf verlangen aber jeden Schlafanzug verweigern, darum in Tageskleidern, mit Kleinbagger, Puppe und Fridolin im Arm, im neuen Schlafsack und unter immer mal wieder aufflammendem Bedürfnis, sich selber aus voller Kehle ein Geburtstagsständchen zu schmettern, langsam einschlummern.

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Ein Geburtstag im Leben der Y oder Frag die Y am 4. Geburtstag


Was zwingend zu einem gelungenen Ypsilönchen-Vierjahresgeburtstag gehört:
  • Beim Frühstückstisch von einem pferdenen Ehrenkomitee begrüsst werden.
  • Den Magen mit Schokolade zur Tätigkeitsaufnahme auffordern.
  • Sich im neuen Dreijahreszeitenschlafsack auf dem Sofa die Morgenmilch genehmigen.
  • Einen rosa Rock und dazu die allerliebsten Wanderschuhe anziehen.
  • Mutters Erklärungen bezüglich der Bedienung der neuen Einfachkamera mit mildem Lächeln und “Weiss ich doch.” quittieren. (Und es tatsächlich wissen. Ich hörte meine eigene, geliebte teuere Kamera leise jubeln, als das Kind den deutlich hieb- und stichfesteren Apparat auswickelte. )
  • Die Befehlshabe über den KiTageburtstagskuchenbackvorversuch an sich reissen und die eigene Mutter zur Küchen(nicht Kuchen, haha)dekoration, allerhöchstens Aushilfe degradieren.
  • Den als gemütlich en Spaziergang angedachten Ausflug rennend bewältigen, weil die Pferde (siehe erster Punkt) sonst zu lange allein sind.
  • Als Dekoration eingeplante Erdbeeren in Schokolade tunken und essen, weil sie leider allesamt, so ein Pech, nicht so sehr gelungen und deswegen nicht präsentabel sind.
  • Den Geburtstagskuchen selber anschneiden.
  • Schaukeln “bis in den Himmel”.
  • Beim Abendessen die Lieblingsspeisen auf dem Teller vereinen: Mais, Spinat, Würstchen und Schokolade.
  • Nach dem Abendessen, bereits im Schlafanzug, in den Wald zur Schatzsuche begleitet werden und einen heimatlosen Zwerg samt Schatztruhe finden.
  • Beinah im gehen einschlafen, es aber gerade noch so schaffen von den sentimentalen Eltern ins Bett geleitet zu werden.
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***
 
 
Vor einigen Monaten habe ich ein Buch für Kinder in den Händen gehalten, dessen Inhalt aus Fragen an den Nachwuchs bestand. Daraus entstand die Idee, meinen Kinder (ab 3Jahren)  alljährlich, anlässlich ihres Geburtstags, die mehr oder weniger selben Fragen zu stellen und hier festzuhalten, um alle Jahre wieder auf Letztes und Letzteres zurückzublicken, Erinnerungen aufzuwärmen und uns über Entwicklungen zu freuen. Darum:
 
 

Frag die Y am 4. Geburtstag

 
Woran schnupperst du gerne?
„Smartiesluft.“
 
Was machst du wenn du Langeweile hast?
„Einfach abliegen.“
 
Wo möchtest du einmal wohnen?
„Ich will immer hier bleiben.“
 
Welches Haustier wünschst du dir?
„Ein richtiges Hündlein, ein schwarzes. Mit einer Leine dran die angewachsen ist.“
 
Wem hast du einen Brief geschickt?
„Schon allen. Nur J. nicht. Das sollte ich dringen. Kannst du das in den Kalender einschreiben?“
Was hast du geschrieben?
„Das sage ich nicht.“
 
Welche Musik magst du?
„Weihnachtsmusik.“
 
Welches Wort magst du besonders gern?
Gägägägägägä.
 
Welches Wort magst du gar nicht?
„Wenn jemand sagt: „Das möchte ich nicht.“ Das habe ich eben nicht so gern. Das finde ich blöd.“
 
Was kann Papa ganz besonders gut?
„Uns rumtragen.“
 
Was kann Mama besonders gut?
„An der Stange hängen.“
 
Welches Buch magst du ganz besonders?
„Das N-Buch.“ (Meine Schwester fertigte vor ihrer Abreise je ein Buch für die Kinder an, mit kleinen Erinnerungen und anderen Nettigkeiten.)
 
Was würdest du verändern, wenn du Königin wärst?
„Alle Menschen müssen mich immer tragen.“
 
Was kannst du besser als Mama und Papa?
„Schaukeln.“
 
Was sammelst du?
„Muscheln.“
 
Wie bringst du andere zum lachen?
„Wenn ich ihnen sage „Du bisch e frächi Täsche.“ Das finden sie lustig.“
 
Erzählst du deinen Lieblingswitz?
„Ein Fridimutz kletterte mal auf ein Haus. Dann hat er etwas gesehen, es war ein Pinguin. Dann fragte er den Pinguin: „Was machst du da?“ Dann hat der Pinguin gesagt: „Picknicken.“
 
Welchen Wunsch hast du?
„Ein Pinguintisch mit Kleber drauf.“
 
Was macht dich wütend?
„Wenn Äm meine Sachen kaputt macht.“
 
Was findest du lustig?
„Das was Äm mir ins Ohr flüstert.“
 
Möchtest du einmal Kinder haben? Wieviele?
„Ja. Zehn. „
 
Was möchtest du gut können?
„Mit einem ganz grossen Fahrrad fahren, auch mit Pedalen, wie ich es schon kann, aber mit einem noch grösseren. Und lesen.“
 
Wovor fürchtest du dich?
„Vor Hunden.“
 
Wohin möchtest du reisen?
„Zu E.“ (Tochter „unserer Deutschen“ in München.)
 
Was spielst du am liebsten alleine?
„Eisenbahn.“
 
Was spielst du am liebsten mit anderen?
„Pferde, Bébé, Hunde und andere herzige Sachen.“
 
Was macht dich traurig?
„Wenn alle weg sind.“
 
Was macht dich glücklich?
“Ein pinkiges Pony, das mich immer trägt.”
 
Warum heisst du, wie du heisst?
„Einfach.“
 
Was machst du, wenn du gross bist?
„In Zürich einen Computer basteln. Und Elterngespräche machen.“
 
Wen oder was findest du niedlich?
„J.“ (Betreuerin aus der KiTa.)
 
Worüber hast du zuletzt mit jemandem gestritten?
„Weil Äm die Schnecke auf den Stein gesetzt hat. Das tut ihm weh. Der muss in die Erde. Aber sie wollte das nicht.“
 
Worüber möchtest du gerne mehr wissen?
„Wieso es schneit.“
 
Wenn du ein Tier wärst, welches Tier wärst du? Mama? Papa? Äm?
I“ch = Pony. Mama = Tiger. Papa = Ross. Äm = Leopard.“ (Ich hoffe schwer, dass hier keine Psychologen mitlesen.)
 
Wie siehst du aus?
„Wie L. Blond. Mit weissem Gesicht. Mit schwarzen Augen. Und sehr gross.“
 
Was ist das schönste, was du je gemacht hast?
„Pferde schauen.“
 
 
***
 
 
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Gminggmanggs bei den Götebürgern – Teil 2


Teil 1

Mein erster Eindruck von Schweden entsprach ganz den gängigen Klischees: Die gar nicht so lange Fahrt vom Flughafen gen Innenstadt war geprägt von Nadelwäldern, Seen und farbenfrohen nordischen Holzhäusern. Nur die Elche fehlten. Und Nils Holgerssons Wildgänseschwärme. Die Innenstadt unterschied sich auf den ersten Blick nicht erheblich von den diversen anderen europäischen Städten, die ich bisher besucht habe. In einem von Göteborgs Universitätsvierteln quartierten wir uns, ganz in der Nähe meiner Schwester, in ein Gästezimmer des Studentenwohnhauses, ein grosses backsteinernes Gebäude umgeben von ebensolchen Klonen, ein.

Götemöve

Götemöve

Der erste Spaziergang den wir unternahmen, führte ins Viertel in dem wir auch übernachteten. Es zeigte sich rasch, weshalb Göteborg als Universitätsstadt bezeichnet wird: Wir waren mit OmaG und den Kindern gleichzeitig die ältesten und jüngsten Umherschlendernden in Sichtweite. Um weiter in die Stadt vorzudingen, benutzten wir eine in die Jahre gekommene, kinderwagenhassende Strassenbahn. Das ÖV-Netz Göteborgs scheint relativ gut ausgebaut und für etwa 150 Kronen (zu Chf ungefähr 7:1) erstanden wir ein Dreitagesticket das uns für die Fahrt auf dem gesamten Netz, inklusive einiger Schiffe berechtigte und das wir in den beiden folgen Tagen auch rege nutzten.

Götebrücken

Götebrücken

Götebürger mit Wahrnehmungsschwierigkeiten

Götebürger mit Wahrnehmungsschwierig-keiten

Göteborg ist nett, es hat seine pompösen Viertel, die etwas an Wien und Budapest erinnern, irgendwo protzt der Stadtbegründer auf einem Sockel rum, anderswo posiert, von Touristen besonders beliebt, Poseidon*, es gibt nette Strassenkunst, Kanäle, Parks und Einkaufsmeilen, aber so richtig vereinnahmen wollte sie mich nicht, diese Stadt. Jedenfalls bis ich mir im Viertel Haga, einem ehemaligen Arbeiterquartier mit pittoresken nordischen Häusern, in einem liebevollst eingerichteten, kleinen Café mir Kuchenauswahl zum niederknien, neben dem besten Kaffee seit langem, den allerköstlichsten, warmen Apfelkuchen mit Vanillesauce einverleibte. Den Kinder wurden derweil Erdbeeren und Waffeln gereicht. Nur ein wenig, nur zum probieren. Und danach nochmal. Und nochmal. Undsoweiter.

Götehimmel

Götehimmel

Und dann hat Göteborg noch das Meer. Wir fuhren mit der Strassenbahn durch die halbe Stadt zum Saltholmen-Ferry Termial, von wo aus wir mit einem der Fährboote, das die diversen kleinen Inseln mit dem Festland verbindet, eine kleine Rundfahrt machten. Bei wunderbarem Wetter tuckerten wir gemächlich, durchs grünblaue Wasser, von Haltestelle zu Haltestelle, vor den Fenstern die minimalistisch begraste Rundfelslandschaft, malerische Kleinstdörfchen und Fischerhäuschen.

Götefischerhüsli

Götefischerhüsli

Götepittoreskerie

Götepittoreskerie

Sollte es dereinst zu einem erneuten Ausflug nach Göteborg kommen, und ich, so Murphy will, zu dem Zeitpunkt nicht gerade mit zwei fiebernden Kindern gesegnet bin, würde ich die Stadt sehr gerne bei Nacht erleben. Dereinst. Vorerst verreise ich wieder wärmer.

Frau G., Ypsilönchen und ein alter Schwede.

Frau G., Ypsilönchen und ein alter Schwede.

Bemerknisse

  • Der Göteborger mit Stil trägt sein Laptop als Accessoire unterm Arm.
  • Mals Tourist gehört es offenbar, sich mit der Statue des *Poseidon abzulichten. Das kann man jetzt auch ganz bedenkenlos, obwohl der Gott des Meeres nackt posiert, denn es ist nicht viel zu sehen. Der Ärmste musste nämlich offenbar nach allseitiger Volkesentrüstung ob der Grösse seines Gemächts ein gutes Stück seines Guten Stücks lassen.
Göteprüderie

Göteprüderie

  • So unpraktisch kranke Kinder normalerweise auf reisen sind, so ausgesprochen erquicklich sind getragene Fieberkinder bei den bissigen Winden des Nordens.
  • Würde es sich bei besagtem Gepäckstück nicht um den Kinderkoffer samt wichtiger Inhalte handeln, würde ich behaupten, dass sich so ein Kofferverlierenlassen lohnt, denn anstatt vermisste Gut wie alles andere Treppen und Aufhänge hochzuschleppen, wird es am nächsten Morgen von Fluggesellschaftsmitarbeitern aufs Zimmer gebracht.
Alte Schwedin, junge Schweizerin

Alte Schwedin, junge Schweizerin

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Osterleierei


Und weil ich das gerade allenthalben so beliebte Tagebuchbloggen nicht beherrsche, beschränke ich mich aufs Ostertageshöhepunktebloggen:

  • Masslose Völlerei
  • Hemmungslose Gammelei
  • Gottlose Wetterverflucherei
  • Masslose Völlerei
  • Endlose Nestersucherei
  • Grenzenlose Jubelei bei Finderei
  • Masslose Völlerei
  • Hemmungslose Gammelei
  • Masslose Völlerei
  • Hoffnungslose Kinderzubettbringerei bei Zeitumstellungsignoriererei
  • Rigrorose Müdmacherei durch Blödelei
  • Problemlose Kinderzubettbringerei
  • Hemmungslose Gammlei

Ostern Sie auch morgen froh und wohl!

1

2

 

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Die Lieblingsbücher der Y


Schon als ich es bei Herrn Buddenbohm gesehen hatte, hielt ich die Idee, unsere Kinder nach ihren Lieblingsbüchern samt Begründungen zu fragen, für hervorragend, als ich dann von Katharina dazu aufgefordert wurde, die Erkenntnisse auch kund zu tun, habe ich Ypsilönchen zum Interview gebeten. Ypsilönchen liebt Bücher und verbringt auch viel Zeit vor und neben dem Bücherregal. Nach den Lieblingsbüchern gefragt, tat sie sich erst schwer und befand alle für lesenswert, nach einigen Überlegungen kam sie allerdings zum Schluss, dass die sechs folgenden Werke es ihr besonders angetan haben. (Dabei verwundert es nicht wahnsinnig, dass trotz der Tatsache, dass wir über eine beachtliche Anzahl Kinderbücher verfügen, zwei (vier) der Kinderbuchprotagonisten, die ich hier als besonders liebenswert bezeichnet habe, auch auftauchen.):

Foto

David Mc Knee: Elmar
„Weil sie Elmar auf den Rüssel genommen haben. Weil noch ein Tiger und ein Löwe drin vor kommen. Und weil Elmar die anderen erschreckt.“
 
Gabrielle Vincent: Mimi und Brumm beim Fotografen
„Weil Mimi schleicht und einfach die Geheimnisschublade von Brumm öffnet. Und weil Mimi auf dem Foto einen rosa Schirm hat.“
 
Herders grosses Bilderlexikon, illustriert von Robert Andre
„Weil es Flamingos drin hat und andere Vögel drin und einen Flugzeugarzt und Raubkatzen  und ein Feuer und seine Wehr und Abfall und ein Konzert und einen Zirkus und ein Schiff mit kleinen Leuten und einen Kakadu und viele Velos und eine Rakete und ich möchte jetzt lieber nicht alles aufzählen, ich habe keine Zeit.“
 
Slawomir Wolski und Josef Wilkon: Mister Browns Katze
„Weil das kleine Kätzchen gross und ein Tiger wird und der dann durchs ganze Haus springt, in die Küche und so und auf Herrn Braun. Und weil die gestreifte Schlafanzüge haben.“
 
Emily Gravett: Das komische Ei
„Weil ein grosses Krokodil aus dem Ei mit den Punkten kommt und alle anderen frisst.“
 
Helme Heine: Freunde
„Weil die alle miteinander Velo fahren und weil sie zusammen ins Gras gagle (koten).“

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