Archiv der Kategorie: Reisen

Gminggmanggs bei den Götebürgern – Teil 2


Teil 1

Mein erster Eindruck von Schweden entsprach ganz den gängigen Klischees: Die gar nicht so lange Fahrt vom Flughafen gen Innenstadt war geprägt von Nadelwäldern, Seen und farbenfrohen nordischen Holzhäusern. Nur die Elche fehlten. Und Nils Holgerssons Wildgänseschwärme. Die Innenstadt unterschied sich auf den ersten Blick nicht erheblich von den diversen anderen europäischen Städten, die ich bisher besucht habe. In einem von Göteborgs Universitätsvierteln quartierten wir uns, ganz in der Nähe meiner Schwester, in ein Gästezimmer des Studentenwohnhauses, ein grosses backsteinernes Gebäude umgeben von ebensolchen Klonen, ein.

Götemöve

Götemöve

Der erste Spaziergang den wir unternahmen, führte ins Viertel in dem wir auch übernachteten. Es zeigte sich rasch, weshalb Göteborg als Universitätsstadt bezeichnet wird: Wir waren mit OmaG und den Kindern gleichzeitig die ältesten und jüngsten Umherschlendernden in Sichtweite. Um weiter in die Stadt vorzudingen, benutzten wir eine in die Jahre gekommene, kinderwagenhassende Strassenbahn. Das ÖV-Netz Göteborgs scheint relativ gut ausgebaut und für etwa 150 Kronen (zu Chf ungefähr 7:1) erstanden wir ein Dreitagesticket das uns für die Fahrt auf dem gesamten Netz, inklusive einiger Schiffe berechtigte und das wir in den beiden folgen Tagen auch rege nutzten.

Götebrücken

Götebrücken

Götebürger mit Wahrnehmungsschwierigkeiten

Götebürger mit Wahrnehmungsschwierig-keiten

Göteborg ist nett, es hat seine pompösen Viertel, die etwas an Wien und Budapest erinnern, irgendwo protzt der Stadtbegründer auf einem Sockel rum, anderswo posiert, von Touristen besonders beliebt, Poseidon*, es gibt nette Strassenkunst, Kanäle, Parks und Einkaufsmeilen, aber so richtig vereinnahmen wollte sie mich nicht, diese Stadt. Jedenfalls bis ich mir im Viertel Haga, einem ehemaligen Arbeiterquartier mit pittoresken nordischen Häusern, in einem liebevollst eingerichteten, kleinen Café mir Kuchenauswahl zum niederknien, neben dem besten Kaffee seit langem, den allerköstlichsten, warmen Apfelkuchen mit Vanillesauce einverleibte. Den Kinder wurden derweil Erdbeeren und Waffeln gereicht. Nur ein wenig, nur zum probieren. Und danach nochmal. Und nochmal. Undsoweiter.

Götehimmel

Götehimmel

Und dann hat Göteborg noch das Meer. Wir fuhren mit der Strassenbahn durch die halbe Stadt zum Saltholmen-Ferry Termial, von wo aus wir mit einem der Fährboote, das die diversen kleinen Inseln mit dem Festland verbindet, eine kleine Rundfahrt machten. Bei wunderbarem Wetter tuckerten wir gemächlich, durchs grünblaue Wasser, von Haltestelle zu Haltestelle, vor den Fenstern die minimalistisch begraste Rundfelslandschaft, malerische Kleinstdörfchen und Fischerhäuschen.

Götefischerhüsli

Götefischerhüsli

Götepittoreskerie

Götepittoreskerie

Sollte es dereinst zu einem erneuten Ausflug nach Göteborg kommen, und ich, so Murphy will, zu dem Zeitpunkt nicht gerade mit zwei fiebernden Kindern gesegnet bin, würde ich die Stadt sehr gerne bei Nacht erleben. Dereinst. Vorerst verreise ich wieder wärmer.

Frau G., Ypsilönchen und ein alter Schwede.

Frau G., Ypsilönchen und ein alter Schwede.

Bemerknisse

  • Der Göteborger mit Stil trägt sein Laptop als Accessoire unterm Arm.
  • Mals Tourist gehört es offenbar, sich mit der Statue des *Poseidon abzulichten. Das kann man jetzt auch ganz bedenkenlos, obwohl der Gott des Meeres nackt posiert, denn es ist nicht viel zu sehen. Der Ärmste musste nämlich offenbar nach allseitiger Volkesentrüstung ob der Grösse seines Gemächts ein gutes Stück seines Guten Stücks lassen.
Göteprüderie

Göteprüderie

  • So unpraktisch kranke Kinder normalerweise auf reisen sind, so ausgesprochen erquicklich sind getragene Fieberkinder bei den bissigen Winden des Nordens.
  • Würde es sich bei besagtem Gepäckstück nicht um den Kinderkoffer samt wichtiger Inhalte handeln, würde ich behaupten, dass sich so ein Kofferverlierenlassen lohnt, denn anstatt vermisste Gut wie alles andere Treppen und Aufhänge hochzuschleppen, wird es am nächsten Morgen von Fluggesellschaftsmitarbeitern aufs Zimmer gebracht.
Alte Schwedin, junge Schweizerin

Alte Schwedin, junge Schweizerin

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Ich sammle Briefmarken.


Ich sammle Briefmarken. Dieses öffentliche Geständnis mag Sie jetzt vielleicht überraschen, denn dieses Hobby scheint der Inbegriff schnödöder Spiessbürgerlichkeit zu sein und mit derartigen Attributen mag sich wohl kaum einer freiwillig kokettieren. Aber ich sammle Briefmarken. Nicht absichtlich, ist wohl anzufügen, ein Umstand der allerdings nichts an den schlussendlichen Tatsachen ändert: Ich sammle Briefmarken. Gerade hat mir mein letzter Auslandaufenthalt in Schweden weitere wunderbare Markenexemplare beschert, acht an der Zahl, alle identisch. Ich sammelte sie unabsichtlich.

Wie das passieren kann?

  1. Alles beginnt stets mit der Intention, eine Reise zu tun. (Es folgt nun eine Veranschaulichung am Beispiel Göteborg/Schweden.)
  2. Ich denke mir also: Oh, meine Schwester auslandsemestert in Göteborg, nett, da war ich noch nie, eine gute Gelegenheit nach Schweden zu fahren!
  3. Ich stu-, organi- und reserviere was es so zu stu-, organi- und reservieren gibt.
  4. Beim Packen überlege ich mir, wessen Adressen es für allfällige Postkarten zu notieren gilt. In dem Falle nun einige der unglaublich liebenswerten Leute aus diesem Internet, die mir in letzter Zeit Herz, Füsse und die Fettpolster wärmten.
  5. Ich göteborge so vor mich hin, bin sehr motiviert und kaufe bei einer der ersten Gelegenheit zehn nette Postkarten mit netten Postkartenmotiven samt zehn Briefmarken mit netten Briefmarkenmotiven zu netten Preisen.
  6. Vier von zehn Karten versehe ich schliesslich mit einer Schrift, die ohne kyptoanalytische Berufserfahrung leserlich und einem Text, der orthographisch zumindest Drittklässlerniveau erreicht.
  7. Ich verstaue die vier akzeptabeln Karten, die sechs dem Tode geweihten kryptischen Erstklässlerwerke und die Briefmarken in meiner Tasche, um sie beim nächsten Briefkasten einzuwerfen.
  8. Ich entnehme die vier akzeptabeln Karten, die sechs dem Tode geweihten kryptischen Erstklässlerwerke und die Briefmarken meiner Tasche. Daheim. In Bern.
  9. JE-DES MAL.

Kedenschwarten

 

… Teil 2 unseres Ausflugs nach Göteborg folgt morgen, so denn die Zug- und Zeitgötter wollen.

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Gminggmanggs und die Götebürger – Teil 1


Die Anreise

Für die Kinder wird im Mai ein sehr reisereiches Lebensjahr zu Ende gehen, unsere Reise und den Abstecher nach München eingerechnet, haben Äm und Y ihr zweites, beziehungsweise viertes, Lebensjahr in 13 verschiedenen Ländern verbracht, eine Tatsache, die sie allerdings weit weniger beeindruckt als mich. Die beiden nehmen was auch immer kommen mag, solange Herr G. oder ich in umklammerbarer Nähe sind.

Bis auf Kanada habe ich noch nie ein nördlicheres Land als Deutschland besucht. Als also meine Schwester beschloss, sich für ein Auslandsemester nach Göteborg auszuquartieren, war klar, dass ich sie besuchen werde. Am allerliebsten wäre mir selbstredend eine Reise per Gefährt(en) auf dem Landweg gewesen, aber dieser Plan scheiterte an zeitlichen Gegebenheiten, an den schlecht harmonierenden Schulferien von Herrn G. und mir und an der Tatsache, dass ich nach wie vor keinen Führerschein habe. (Hier sei angemerkt: Ich befinde mich in diesem Prozess an einem unerwartet fortgeschrittenen Punkt, aber mehr dazu an anderer Stelle.) So machte ich mich, die Kinder und deren Oma (OmaG) im Schlepptau, also auf, per Flugzeug die Götebürger heimzusuchen.

Die Anreise, zwei relativ kurze Flüge mit längerem Aufenthalt in Kopenhagen, wo ich die Kinder als Springpferdchen über Kofferhürden jagte, war derart kurzweilig, dass wir gefühlt urplötzlich und etwas perplex in strömendem Regen und bissigen Seitenwind mitten auf dem Göteborger Flugplatz standen und den Eingang ins Gebäude erst in hoffnungslos irreversibler Zerzaustheit fanden. Glücklicherweise ist das Flughafengebäude nicht sehr weitläufig und so fanden wir rasch den Weg zur Gepäckausgabehalle und sogar zum richtigen Förderband. Koffer um Tasche ward von ihren rechtmässigen Besitzern in Empfang genommen, die Wartenden wurden weniger, bis nur noch wir andächtig um das leise quietschende, unablässig drehende Band standen und mit, zwar mikroskopisch kleiner, aber doch noch bestehenden Hoffnung der Gepäckstücke harrten, die da kommen sollten. Schliesslich tuckerte meine Tasche an, hernach OmaGs handtaschengrosses Gepäckstück und danach ein roter Kleinkoffer, der es offensichtlich niemandem angetan hat.

Die Tasche der Kinder aber kam nicht. Mit viel Geduld und gutem Willen schauten wir dem roten, verschmähten Kleinstkoffer bei sieben weiteren Runden zu, danach begab ich mich zum Schalter der Vermissten. Der Kindertaschenverbleib sei unklar, meinte der junge Verantwortliche, worauf ich, winderzerzaust, mit irrem Blick (Bindehautentzündung) und betonter Verzweiflung zu einer flammenden Erklärung der Dringlichkeit der Tasche ansetzte. Sichtlich verängstigt versicherte er mir, dass das Stück so bald als angekommen nachgeliefert werde und erkundigte sich, ob mit Notfallübernachtungsmaterial ausgeholfen werden könne. Es wurde ihm auch nicht wohler, als ich statt nach Windeln in einer zwischenzeitlichen Wortverwechslung nach Damenbinden verlangte. Der Rest der Anreise verlief zwischenfallsfrei und die Schweden empfingen uns mit ähnlich offenen Armen, wie die Schweizer uns unter Tränen verabschiedet hatten.

Bemerknisse

  • Für spannende Momente beim Warten auf den Flugzeugstart können Sie sorgen, in dem Sie mit ihrem quengelnden Kind durch die Gänge schreiten und hie und da die Intention absitzen zu wollen antäuschen – entgleitende Gesichtszüge bei den bereits Sitzenden sind garantiert.
  • Kleinkinder, die ihren einschlafenden Eltern über den Kopf streichen und Melodien summen sind niedlich, Kleinkinder, die ebendies bei wildfremden Nebenpassagieren tun, wirken eher befremdlich.
  • Je anzuger, desto rollkofferer.
  • Hunderte Von Flugzeugsitzplätzen, Sie erwischen zwar Fenster, aber über dem Flügel.
Prävolal - Warten.

Prävolal – Warten.

Perivolal - "Über den Wolken" der allzeit penetrante Zwangsohrwurm

Perivolal – “Über den Wolken” der allzeit penetrante Zwangsohrwurm

Teil 2

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Besser oder (n)ich(t).


Ich habe in den letzten Tagen auf einige Artikel  und Twitterdiskussionen gelesen, in denen es mehr oder weniger explizit darum ging, wie sehr wir Eltern uns für unsere Kinder aufopfern oder, um es nicht ganz so drastisch zu formulieren, zumindest zurücknehmen.

Ich will für meine Kinder das Beste.

Ich will für mich das Beste.

Und manchmal, mit etwas Glück, ist das sogar dasselbe.

Bereits vor Kindes Geburt stellt sich die unsausweichliche Frage, ob wir als Eltern unser Leben fortan um das des Kindes herum planen, oder ob wir das Kind so gut als möglich in unser Leben einbetten. Selbstredend ist das Schwarzweissmalerei, selbstredend bedarf es Kompromisse, die Grundhaltung aber bleibt und beeinflusst unser Handeln in diese, oder die andere Richtung.

Eventuell ist es auch eine Frage der Lebensaufgabe, eine Frage der Erfüllung (als absoluter Begriff), die mir das Muttersein allein, bei aller Liebe zu meinen Kindern, einfach nicht bieten kann. Die Mutterwerdung hat mich wohl irgendwie zufriedener gemacht, ich hänge zumindest mehr am Leben und nichts vermag mit der Wichtigkeit meiner Kinder zu konkurrieren, aber ich brauche mehr. Ich brauche die Arbeit, ich brauche Reisen und ich brauche es, mich nicht zu langweilen. Diese, für mich essentiellen Bedürfnisse, kann und will ich mir trotz Kindern erfüllen, auch wenn das unter Umständen Kompromisse bedarf und damit im besten Falle gar neue Welten eröffnet. So wären wir wohl ohne Kinder weiterhin mit Rucksack und öffentlichen Verkehrsmitteln verreist, wohingegen wir jetzt, den Kinder zuliebe, einen sicheren Reisehafen (den Gefährten) angeschafft und zu schätzen gelernt haben. Ob die Kinder von der Reiserei profitieren lässt sich schwerlich feststellen, fest steht allerdings, dass wir als reisbedürftige Erwachsene profitieren und mit der Möglichkeit unsere Passion auszuleben erheblich an Lebensqualität und -zufriedenheit gewinnen, was wiederum zweifellos Auswirkung auf das kindliche Wohlbefinden hat.

Nein, altruistisch bin ich nicht, auch nicht in meiner Rolle als Mutter.

Ich habe meine Kinder nicht nur gestillt, weil ich es als das Beste erachtete, sondern auch weil ich, das Kind an der Brust, die Hände frei hatte, um den Laptop zu bedienen.

Ich habe meine Kinder nicht nur getragen, wie ich es als des Beste erachtete, sondern auch weil ich, das Kind am Rücken, die Hände frei hatte, um den Laptop zu bedienen.

Ich begleite meine Kinder nicht nur in den Schlaf, weil ich es als das Beste erachte, sondern auch, weil ich dabei im Dunkeln sitzen und auf dem iPad Nachrichten lesen kann.

Kinder sind oft ziemlich witzig, klug und niedlich, aber fast ebenso oft sind sie kleine Nervenfeilen, zu laut oder einfach langweilig. Wenn Journelle hier beschreibt, warum sie nicht mit ihren Kindern spielt, kann ich das problemlos nachvollziehen. Auch ich finde die meisten Spiele meiner Kinder gelinde gesagt langweilig und ich versuche nach Möglichkeiten, mir aus den Spielsituationen Gefälliges zu ziehen, wie beispielsweise einige Liege- und Dösminuten, beim Schlafengehenspielen, oder das Kreieren eigener zwanghafter Bauten, mit dem Versuch die Hilfe der kleinen Baubanausen sich auf das Suchen benötigter Teile zu beschränken. Nun gut Letzteres ist dann eher Parallelspiel mit Kindern.

Ich mag meinen arbeitsfreien Tage, den Alltag mit den Kindern, Ärfelistunden (Kuschelstunden)auf dem Sofa, die erstaunlich tiefsinnigen Gespräche mit einer Fastvierjährigen, gemeinsames Entdecken, Erleben, ja, gemeinsam mit den Kindern macht mir manchmal sogar das Haushalten Spass, nur dieses Kinderspiel, damit können sie mir gestohlen bleiben.

Wahrlich, altruistisch bin ich nicht, auch nicht in meiner Rolle als Mutter.

Wahrscheinlich hätten unsere Kinder einige trennungsschmerzgeplagte Minuten weniger durchlebt, wenn ich sie nie die Eingewöhnungszeit in die KiTa mitgemacht hätten. Wahrscheinlich hätten unsere Kinder genau so sehr, von einem Sommer daheim profitiert, hätten ihre kinderfreundschaftlichen Beziehungen intensiver pflegen können, als auf einer Vierteljahresreise*. Wahrscheinlich würden sich meine Kinder noch mehr über das Spiel mit mir freuen, wenn ich einen blasenschwachen Welpen mimend, angeleint, auf allen Vieren von Ecke zu Ecke krabbeln würde.

Wahrscheinlich gäbe es pädagogisch wertvollere Wege, ein Kind zu erziehen, aber kein für mich authentischerer.

*Es existieren neue, konkrete Pläne. Bald mehr, hier.

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München


Die letzten Tage des letzten und die ersten Tage des jetzigen Jahres verbrachten wir in München, bei „unseren Deutschen“. (Der Stammleser wird sich daran erinnern, dass wir „unsere Deutschen“ in Albanien kennengelernt und einen Teil der Reise2012 mit ihnen zurückgelegt haben.) Der Ausflug hat sich gelohnt, hauptsächlich natürlich weil wir die liebgewonnenen Ex-Mitreisenden wieder sahen, in gemeinsamen Reiserinnerungen und verwegenen Zukunftsplänen schwelgten, aber auch weil wir die Stadt München ansatzweise zu Gesicht bekamen, Frau Schussel trafen, den gigantösen und wunderschönen englischen Garten bewanderten, Kutsche fuhren, den Zoo besuchten, uns für weniger Geld mit mehr Windeln und vor allem massig süssem Senf eindeckten und weil wir erheblich an Wissenszuwachs gewannen:

Bemerknisse:

Von der Fahrerei erhoffte ich mir kleine Reisebackflash, jedenfalls war das so geplant und die passende Musik habe ich auch eingepackt: Das Unterwegssein in einem Kleinwagen durch Deutschland und die Schweiz ist allerdings dann doch nicht vergleichbar, mit der Fahrt in unserem Gefährt(en) durch beispielsweise Montenegro oder Mazedonien. So ein Kleinwagen hat zwar durchaus seine Vorteile, so kann ich die Kinder problemlos vom Vordersitz aus mit Ungesunden Fressalien bestechen, aber auch seine Nachteile, denn auf dem Zwischendenkindernsitz hat deutlich weniger Unterhaltungsmaterial Platz und dann gibt es noch die Unterschiede, die nicht mit Gewissheit als Vor- oder Nachteil eingestuft werden können, wie die Tatsache, dass die Kinder viel besser zu hören sind.

Auch wenn die hundephobische Y noch so eingehend auf das mehrtägige Zusammensein mit einem Hund vorbereitet wird, auch wenn ihre Eltern sich davon einen gewissen Gewöhnungsprozess und Angstabbau erhoffen, ist es dem Kind durchausmöglich die vollen vier Tage in Anwesenheit des Hundes konsequent in erhöhter Position zu verbringen: Auf Stühlen, Tischen, Schultern, Köpfen und Regalen. Ja, die vermeintlich therapeutische Annährung brachte ähnlich viel Erfolg, wie wenn Y jeweils ihrer Dunkelheitsphobie per Lichtschalter eigeninitiiert konfrontationstherapeutisch Herrin zu werden ersucht. Letzteres klingt übrigens ungefähr Klingt so: „Klick – Uäääh! – Klick – Uff! – Klick – Uäääh! – Klick – Uff!“, wohingegen Ersteres nur den „Uäääh!“-Part beinhaltet. Verarbeitet wird die intensive Begegnung hernach und wieder daheim so:

Verarbeitung

Verarbeitung

Tierparks voller Exoten wie Elefanten, Löwen, Krokodile, Kamele, Zebras, Emus, Orang-Utans und Eisbären sind völlig sinnfrei, Kinder (Ypsilönchen und schusselscher Knirps) schreien eh nur nach Ponys und Hydranten.

Ich möchte zum Frühstück Brot mit süssem Senf essen, zu Mittag Pasta mit süssem Senf und zum Abendessen süssen Senf. Süsser Senf ist lieb.

Zu Silvester überböllern die Deutschen die Schweizer bei Weitem. Ich habe nichts dagegen.

Beim Aufeinandertreffen von Bayern und Bernern können Sprachwirren auftreten, insbesondere wenn Kinder involviert sind uns selbst dann, wenn diese sich schon ein beachtliches Fremdwortarsenal zugelegt haben:

„Wo ist denn nun Opa?“

Opa (Oper)

Opa (Oper)

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