Glo-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-ria (24. Dezember)


Was auch immer Sie glauben, wenn Sie glauben

was auch immer Sie feiern, wenn Sie feiern,

was auch immer Sie dabei fühlen, wenn Sie fühlen:

Glo-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-ria.

Äm, Y und das Christkind.

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Listenliebeserklärung (23. Dezember)


  • Listen helfen beim Prioritäten finden.
  • Listen können Komplexes vereinfachen.
  • Es lässt sich jedes Thema irgendwie verlisten.
  • Listenpunkte lassen sich nach Länge sortieren.
  • Listenpunkte lassen sich alphabetisch sortieren.
  • Listenpunkte lassen sich chronologisch sortieren.
  • Listen lassen sich problemlos überall mitnehmen.
  • Listen sind ein tolles Mittel zur Gegenüberstellung.
  • Listen haben einen klaren Anfang und ein klares Ende.
  • Listenpunkte lassen sich nach Beliebtheitsgrad sortieren.
  • Listen helfen bei der Einschätzung des aktuellen Standes.
  • Listen lassen sich beliebig erweitern, kürzen oder abändern.
  • Listen helfen beim Überlisten von Prokrastinationstendenzen. Manchmal.
  • Die Abkreuzmöglichkeit beim Abarbeiten einer Liste ist ein grandioser Motivator.
  • Listen sind übersichtliche Arbeits- Tages- und (ganz wichtig) Gedankenstrukturierungshilfen.

 

***

(Ja, das war auch ein billiger Artikel, aber mir gehen nun wirklich langsam die Ideen aus, die den momentanen Energiekapazitäten gerecht werden.)

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Grosis Brunsli (22. Dezember)


In der Weihnachtszeit, wenn ich mal hier, mal da, von den rumstehenden Plätzchen irgendwelcher Backfreunde nasche, begegne ich manchmal dem einen Güezi (Plätzchen), genauer gesagt Brunsli, das mich zwanzig Jahre zurückversetzt, mitten in die kleine Stube meiner Grosseltern. Grossätti (Opa)  auf dem Sofa, auf dem er gerne auch Nickerchen hält, Grosi (Oma) in ihrem Sessel, palavern die Erwachsenen, während ich auf dem heissen Kachelofen sitze, den Grossätti im Winter jeweils extra einfeuert, kurz bevor wir kommen. Das Sitzkissen des Kachelofens habe ich hochgeklappt, damit ich direkt auf den heissen Kacheln sitzen kann, ich stoppe die Zeit, bis ich es nicht mehr schaffe, ohne Unterlage auf dem Ofen zu sitzen, weil mein Hintern anzubrennen droht. Dafür zähle ich die Sekunden mit Hilfe der laut tickenden Wanduhr, die Viertel-, Halb- und volle Stunden mit Klang ankündigt, von dem ich nie genau weiss, ob ich ihn nun äusserst mag, oder verabscheue. 245 Sekunden, mir wird auf dem Ofen zu heiss, ich lasse ich mich gen Boden, in den beigen Teppich sinken, wo meine Schwester schon ins Spiel vertieft sitzt. Ich greife unter den Ofen und ziehe die Kiste mit den Autos hervor, darin liegt ein grüner Mähdrescher und Strohballenpresser, der, wird er geschoben, kleine gelbe Strohballen ausspuckt, wenn man ihn laufend befüllt. Grosi ist von ihrem Sessel aufgestanden, sie macht in der Küche ein Zvieri bereit. Von Neugierde übermannt, schleiche ich ihr nach und gucke durch die spaltbreit offene Tür in die stets schummerlichtene Küche. „Soll ich den Krug aus dem Karussell holen?“ frage ich, in der Hoffnung, mir so einige Runden Geschirrdrehen im sich drehenden Eckschrank der Küchenkombination zu erschleichen. „Nein, schau, er steht schon bereit!“ sagt Grosi, ohne sich umzudrehen. Sie hat ihr graues Haar zum Chignon gesteckt, wie meistens, und trägt eine im Rücken gekreuzt zugebundene Schürze über einem gemusterten Kleid in Blau-, Grün und Violetttönen. „Die Brunsli kannst du schon rausnehmen, schau, die stehen auch bereit.“ Sie zeigt auf den angerichteten Teller. „Heuer konnte ich keine Formen mehr ausstechen, ich werde dafür zu langsam und meine Hände wollen nicht mehr so richtig. Aber dann habe ich den Teig zu einer Wurst geformt und zerschnitten, das ist praktischer.“ Ich trage den Teller in die Stube und setze mich in Grosis Sessel, gleich neben dem Fenster. Während ich in die verschneite Landschaft blicke, reibe ich mit meiner Hand über den rauhen Sesselbezug, bis die Handinnenfläche sich für einen Moment taub anfühlt und kribbelt. Dann kommt Grosi rein, stellt den roten, leicht glitzernden Thermokrug, mit Kaffeetassen und Untertellern auf den kleinen Sofatisch. Ich mache Grosi Platz, nehme mir im Vorbeigehen ein Brunsli und setze mich wieder auf den Ofen, diesmal aufs Sitzkissen, ich will mich ja nun unabgelenkt mit Hingabe dem Güezi unter den Güezi widmen: Grosis Brunsli. Die Uhr schlägt Vier, ich höre es kaum.

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Lebensaufgabenliste II (21. Dezember)


Vor 3 Jahren, 5 Monaten und 15 Tagen artikulierte ich hier meine Lebensaufgabenliste, eine Tatsache, die ich völlig vergessen hatte, bis ich heute im Blog nach Ideen für einen Artikel suchte. Drei der damals formulierten Ziele habe ich erreicht.

So sah die Liste damals aus:

  • Mich aktiv für mir wichtige politische Themen einsetzen
  • Ein Buch schreiben
  • Meine Töchter aufwachsen sehen und dieses Glück meistens geniessen
  • Mindestens eine weitere Fremdsprache erlernen
  • Den Führerschein machen
  • Ein Radioheadkonzert besuchen
  • Den Nussknacker sehen
  • Eine Wassermelone vom 10. Stock eines Hauses fallen lassen
  • Mich für ein Tattoo entscheiden (nicht für die Tatsache, dass eins gestochen werden soll, das fiele mir leicht, sondern für ein Sujet, an dem ich auch tatsächlich anhaltend Gefallen fände.)
  • In einem Fünfsterne-Hotel nächtigen
  • Per Bahn ganz Asien bereisen
  • In einem Fünfsterne-Hotel nächtigen
  • Meine Hundephobie überwinden
  • Gutes Porzellan zerdeppern
  • Das Rentenalter fahrend verbringen
  • Eine Haushaltshilfe anstellen
  • Ein weiteres Studium oder Ausbildung abschliessen
  • Mit Schreiben (viel, muaha) Geld verdienen
  • Integrität erlangen
  • Mit Angehörigen diverser Religionen diskutieren
  • Prokrastination überwinden
  • Mich über längere Zeit regelmässig sportlich betätigen

So sieht die Liste heute aus:

  • Mich aktiv für mir wichtige politische Themen einsetzen
  • Ein Buch schreiben
  • Meine Töchter aufwachsen sehen und dieses Glück meistens geniessen
  • Mindestens eine weitere Fremdsprache erlernen
  • Den Führerschein machen Erledigt.
  • Ein Radioheadkonzert besuchen
  • Den Nussknacker sehen
  • Eine Wassermelone vom 10. Stock eines Hauses fallen lassen
  • Mich für ein Tattoo entscheiden (nicht für die Tatsache, dass eins gestochen werden soll, das fiele mir leicht, sondern für ein Sujet, an dem ich auch tatsächlich anhaltend Gefallen fände.) Erledigt.
  • In einem Fünfsterne-Hotel nächtigen
  • Per Bahn ganz Asien bereisen
  • Meine Hundephobie überwinden Erledigt.
  • Gutes Porzellan zerdeppern
  • Das Rentenalter fahrend verbringen
  • Eine Haushaltshilfe anstellen
  • Ein weiteres Studium oder Ausbildung abschliessen
  • Mit Schreiben Geld verdienen
  • Integrität erlangen
  • Mit Angehörigen diverser Religionen diskutieren
  • Prokrastination überwinden

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Stopp! So nicht! (20. Dezember)


Als ich vor drei Tagen nach Zürich fuhr, um an einem Elternanlass der Schule, an der ich arbeite, teilzunehmen, war ich ganzfahrts damit beschäftigt, den Abend durchzugehen. Ich überlegte mir, was ich so zu welchen Eltern sagen würde, was ihre Fragen an mich sein könnten und meine Antworten darauf. Ich plante wo ich sitzen, wo ich nach Programmbeendigung meinen Handfüller (Glühwein) holen und zu welcher Gruppe ich mich stellen würde und tat überhaupt das, was man vor Anlässen so tut, die einem nicht liegen, aber irgendwie dazu gehören. Und wie es sich mit Hinfahrten zu ebensolchen Anlässen so verhält, sieht man sich, voller nervöser Rotationsgedanken, urplötzlich mit dem überraschenden Umstand konfrontiert, dass man pünktlich, wie immer, am Zwischenzielbahnhof angekommen ist und nur noch angebrochene Minuten bleiben, um den Zug zu wechseln. In diesem, mehr rauschartig, als zurechnungsfähig anmutenden Zustand, setzte ich also meine Kopfhörer auf und bodenplattenfugenvermied mich vom Ankunftsgleis in Richtung S-Bahnhofsteil und benutzte wider meine Gewohnheit dafür eine Rolltreppe, weil die Treppe meines Vertrauens auf Zwischenbodenhöhe von zwei mittig stehenden, wild gestikulierenden Männern besetzt wurde. Kurz bevor ich mittels Rolltreppe die Höhe der beiden Gestikulanten erreichte, nahm ich augenwinklig wahr, wie der grössere der beiden Männer binnen Sekunden von Gesten zu Drohgebärden überging und schliesslich zum Schlag ausholte. Relativ perplex sah ich mir selber dabei zu, wie ich meine Kopfhörer absetzte und den Mann ziemlich laut anschrie: „Stopp! So nicht!“ Erstaunlicherweise hielt der Angeschriene sofort inne und bewegte sich treppab davon. Ich setzte meine Kopfhörer wieder auf, wimmelte den dankenden Ungeschlagenen ab, erwischte den Anschlusszug, setzte mich und wurde mit Sitzbezugberührung von einer Adrenalinwelle überrollt, die ihresgleichen sucht. Binnen Sekunden war ich nass geschwitzt und zitterte mit allen dazu fähigen Körpergliedern. Dabei war es keine nachträgliche Angst vor potentiellen Schlägen, ich konnte und kann mir nicht ernsthaft vorstellen, dass ich Bedrohung genug wäre, dass man mich schlagen müsste, viel mehr durchlebte ich die Aufregung, die ich normalerweise verspüre, bevor ich geplant jemanden anspreche, in potenzierter Ausführung danach. Ich habe einen Wildfremden(!!!) angeschrieen(!!!) und es war gut so. Ist es nicht beruhigend zu wissen, dass es in aggressionsgeladenen Situationen schon reichen kann, wenn eine relativ kleingewachsene Frau, verbal, ruhig, aber deutlich Einhalt gebietet und dass es manchmal wirklich nur Hinsehens und einer minimalen Reaktion bedarf, um Schlimmeres zu verhindern? Ich finde schon. Sehr.

Ausserdem schien danach Alles, was an Unbequemlichkeiten an jenem Anlass, und eigentlichem Grund meiner Anreise, passierte, unwesentlicher, leicht von Sinnen kaum wahrnehmbarer Kleinkram zu sein. Drohen Sie sich also ruhig öfter mit Schlägen, wenn ich gerade wieder zu irgendwelchen Anlässen fahre.

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