Päng o Schoggola oder wieso Verfressenheit durchaus Sozialkompetenz sein kann


Die folgende Begebenheit ist natürlich völlig frei erfunden und hat sich ganz bestimmt nie so abgespielt wie unten geschildert. Die Namen der in der Schilderung vorkommenden Individuen mögen Ihnen bekannt vorkommen, wahrscheinlich haben Sie mit gleichnamigen Personen Krabbelgruppe oder Kindergarten besucht und die bekannt anmutenden Namen sind im Unterbewusstsein gespeicherte Personenbezeichnungen ferner Zeiten, suchen Sie also nicht nach Parallelen zu beschriebenen Mitmenschen in diesem Blog, es wird natürlich keine geben, denn keine der gmiggmanggschen Familie kommt in der folgenden Anekdote vor, insbesondere nicht der Ypsilönchenpapa. (Gut so, Ypsilönchenpapa?)

Ganz allltags- und gewichtsgedankenfern haben die Gminggmanggs sich in Flankleich jeden Morgen frisches Baguette und obendrein gar je ein Päng o Schoggola geholt (wer jetzt vor Entsetzen aufschrie: Ypsilönchen verzichtete unter lauten Protestrufen, neidischen Blicken und angeregter Speichelproduktion). An einem besonders geruhsamen Morgen, wickelte der Ypsilönchenpapa das Ypsilönchen ins Tragtuch um oben genannten morgendlichen Gang zu unterehmen, Ypsilönchenmama zog noch mal die Decke über den Kopf und träumte vorfreudenreich vom üppigen Frühstück und insbesondere dem Stargast Päng o Schoggola. Hand in Hand sah sie sich mit ihm am Strand flanieren, blickte in seine wundervollen braunen Augen, hörte wie die Tür ins Schloss fiel und wachte auf. Ypsilönchenpapa mit Ypsilönchenwrap zurückgekehrt, waren schon auf dem Weg sie endgültig aus Traum und Bett zu reissen und YM stand hurtig auf um sich nicht den von YP genüsslich inszenierten (Baby langsam auf schlafenden Elternteilkopf niederschweben lassen, Baby produziert Begeisterungsspucke, lässt sie mit geöffnetem Mund schön fliessen) Ypsilönchensabberküsschen auszuliefern die beiden in Empfang zu nehmen. YP, mit von Kennern eindeutig als schoggopängursprünglich identifizierten Krümel zwischen sämtlichen Barthaaren, mit Ypsilönchen im Tragetuch, die ihrerseits schokoladenverschmierte Haare und Nackenkrümel aufwies (wer selbst ab und zu ein Tragtuch mit Kind füllt und benutzt, wird das Bild nachvollziehen können, hat ersie dem Kind bestimmt auch Glace hinters Ohr getropft oder Thunfisch in die Wimpern gestreut), bedauernd: „Sie hatten heute kein Päng o Schoggola…“

Für mich YM brach eine Schoggopängwelt zusammen, fast schien es ihr, als mache das Leben an diesem Morgen wenig Sinn. Mit einer unmenschlich anmutenden Tapferkeit aber, nahm sie die niederschmetternde Nachricht entgegen, beherrschte sich, blieb ruhig, wurde stutzig. Besann sich auf die oben genannten Schoggopängindizien: „Wie schade. Wirklich nicht?“

YP, schüttelte blickkotaktvermeidend den Kopf, aus seinem Bart prasselten Krümel, feine Schokoladentröpfchen nieselten auf Ypsilönchen nieder.

YM, mit leicht panischer, unterdrückt schriller Stimme: „Also, sie hatten gar keine mehr, kein einziges Päng o Schoggola?“

YP versuchte betreten gen Flipflops zu blicken, erblickte statt dessen das krümeligbraune Ypsilönchen, verstand in dem Moment seine Verstrickungen, sah, dass es keinen Ausweg mehr gibt, dass er längst entlarvt und seine Verfehlung aufgedeckt ward: „Ja, doch, sie hatten noch welche aber… es ist nicht so wie du denkst! Ich…“

YM erbleichte, sie hatte es geahnt, fühlte wie sie den Boden unter den Füssen verliert, setzte sich auf die unterste Treppenstufe: „Wie ist es passiert?“

YP: „Ich weiss es nicht, ich bin da eine Sache hineingeschlittert, aus der ich nicht mehr hinaus konnte, es tut mir furchtbar leid.“

YM: „Das reicht nicht, ich will mehr wissen, ich habe das Recht zu wissen, was mit Päng passiert ist!“

YP: „Da war ich also in der Bulangscherie, bestellte die drei Pängs o Schoggola, für dich, Ypsilönchengrossmutter und mich, wähnte mich gut verstanden, den Auftrag erfolgreich ausgeführt und machte mich guter Dinge auf, gen dich. Unterwegs beschlich mich ein mulmiges Gefühl, ich warf einen Blick auf Ypsilönchen, mit ihr schien alles in Ordnung, ich kontrollierte, ob ich meine Portemonnaie noch bei mir trage, bei einem parkierten Auto warf ich einen Blick in den Seitenspiegel, auch die Frisur stimmte, das Gefühl jedoch blieb. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen vor den Augen: Ich hatte nur zwei Pängs o Schoggola dabei! Für drei Personen! Man stelle sich dies Blutbad vor! Man stelle sich die Schlagzeilen in den einschlägigen Zeitungen vor! Heldenmutig und beherzt griff ich also in die Schoggopängtüte und vernichtete den Ursprung allen Übels, ich vernichtete die Tatsache, dass ein Schoggopäng fehlte, ich vernichtete quasi das nicht vorhandene Päng o Schoggola, ich vernichtete also eigentlich nichts und rettete damit die Ehre unserer Familie.“

Nun begriff auch YM, beschämt von YPs grossherziger Tat, half sie Ypsilönchen aus dem Tragtuch, setzte Kaffee auf und stellte sich vor, wie sie morgen ganz alleine vier Pängs o Schoggola verspeisen würde, ohne dem Yp auch nur einen Krümel abzugeben, deckte den Frühstückstisch.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Päng o Schoggola oder wieso Verfressenheit durchaus Sozialkompetenz sein kann

  1. oh, welch selbstloses opfer!
    ein altruistischer held.
    ich könnte das ja nicht.

  2. Pingback: Nächstbars V oder Was Hirsche für die Ehe tun « Gminggmangg

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