Entgleist


Das Pändelen von Bern nach Zürich und zurück ist viel unterhaltender wenn die Fahrt nach schlaflosen Nächten unternommen wird. Delirisch halbschläfrig hänge ich phlegmatisch, ganz und gar nicht damenhaft unflätig in drei von vier Sitzen und bastle mir aus verschwommenen Lichtern, morgenmüden Gegenübern im Fensterspiegelbild, Tippgeräuschen, Räuspern, Schnarcheln und heimelig liebsamen Durchsagen „On di opperdeck of dis koutsch, wi ar weiting tu sööörf yu from di esbibi minibar.“, „Ihre Anschlusszüge in Zürich: Zug X nach Y auf Geläise Z, Zug A nach B auf Geläise C.“ (Mein Lieblingszugführer, der irgendwie auf der Geleise Mehrzahl versessen.) eine berauschend ganzheitliche Multimediashow. Schön. Dann der unvermeidliche Auftritt des Kondukteurs, Fahrausweiszückrascheln von allen Seiten, das MerciDankeMerciDanke bleibt vor mir stehen, ich wedle mit meinem Generalabonnement, das MerciDankeMerciDanke zieht von dannen, Fahrausweisversorgrascheln, ganzheitliches Wiederversinken. Wunderbarst, um nicht zu sagen lieblich. Fast hege ich den Wunsch nie mehr wieder durchzuschlafen.

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Eingeordnet unter Neulich, Zügiges

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