Vom (H)aushalten Teil I


Seit ich fünf Jahre alt bin habe ich nie mehr so viel Zeit in Heim und unmittelbarer Umgebung verbracht wie im letzten Jahr. Ich musste seither nie mehr so wenige Termine einhalten, hatte nie mehr so wenig Arbeit nach Hause zu tragen und zu erledigen, hatte schlicht nie mehr so wenige schul-,studiums- oder arbeitsbedingte Verpflichtungen wie im letzten Jahr. Seit ich fünf Jahre alt bin habe ich nie mehr so wenig gelesen, hatte ich nie mehr so viel Babyspeck (in Doppeldeutung) und war meinen Emotionen nie mehr so schutz- und wehrlos ausgeliefert. Ich hatte also genügend Zeit mich mit hausfraulichen Pflichten vertraut zu machen. Doch der lieber Herr Gmimnggmangg behauptet stets der bessere Hausmann zu sein, Gegenteiliges zu beweisen ist nun meine Aufgabe. Nach langer und intensiver Recherche werde ich der Beweisführung nun die aktuellste, repräsentativste und seriöseste Version eines hausfraulichen Pflichtenhefts beiziehen.

Punkt 1: „Halten Sie das Abendessen bereit. Planen Sie vorausschauend, evtl. schon am Vorabend, damit die köstliche Mahlzeit rechtzeitig fertig ist, wenn er nach Hause kommt. So zeigen Sie ihm, dass Sie an ihn gedacht haben und dass Ihnen seine Bedürfnisse am Herzen liegen. Die meisten Männer sind hungrig, wenn sie heimkommen und die Aussicht auf eine warme Mahlzeit (besonders auf seine Leibspeise) gehört zu einem herzlichen Empfang, so wie man ihn braucht.“ Quelle: http://www.frauen.spoe.at/bilder/d28/wichtig.pdf – © Housekeeping Monthly, 1955

Der grosse Koch in unserem Haushalt bin ich zugegebenermassen nicht ich. Das liegt weniger in keinster Weise daran, dass was ich koche nicht schmeckt als daran, dass ich für andere Gerichte als Brot mit Käse Spaghetti mit Sauce unsinnig lange brauche. Auch bin ich zugegebenermassen ebensowenig die grosse Multitaskerin (es singe wer mein Lied kennt) was beim Kochen dazu führt, dass ich die einzelnen Menukomponenten auch einzeln und vor allem nacheinander zubereite. Selbstredend, dass deswegen alles andere als Eintöpfe, die brauchen unsinnig viel Zeit weil ich gerne symmetrische und grössenidentische Stücke schneide, damit in seiner Entstehungsgeschichte eben unsinnig viel Zeit bedarf. So kam es, dass auch in der Zeit die ich mutterschaftsurlaubend Zuhause verbrachte oftmals der Herr Gminggmangg kochte, da ich neben Babykennenlernen, -stillen und Schlafen nicht auch noch um fünf Uhr morgens aufstehen mochte, um bis sechs Uhr abends mit dem Abendmahl fertig zu sein. Wird der erste Satz des Zitates gestrichen und der zweite Satz ab dem zweiten Komma gekürzt, kann durchaus festgestellt werden, dass ich eigentlich was diesen ersten Punkt anbelangt eine hervorragende Haus- und Ehefrau bin. Was mir nämlich zu Gute zu halten ist, ist die Tatsche, dass ich tatsächlich sehr vorausschauend plane, da ich nämlich weiss, dass ich bestimmt später mit der Essenszubereitung fertig bin wenn ich morgens beginne als Herr Gminggmanggs wenn er abends nach der Arbeit zu kochen beginnt, plane ich weise vorausschauend erst gar nicht zu kochen und das SchlachtFeld dem Herrn zu überlassen. Dabei bin ich auch noch so beflissen manchmal die Einkäufe zu erledigen und noch manchmaler kaufe ich gar für seine Leibspeise ein. Sie sehen, Herr Gminggmangg wird stets mit dedr Aussicht auf eine warme Mahlzeit UND deren Entstehung empfangen. Geplant, getan, gute Hausfrau, ich.

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