Wii horö Spielen machen tut


Bitte entschuldigen Sie eventuelle Ungereimtheiten in untigem Text, gerade bin ich etwas abgelenkt durch die Tatsache, dass die vis à vis sitzende Dame die Konzentration aufbringt, die Vogue, eine Zeitschrift, die nichts als Menschen in Kleidern und einige Abbildungen von Taschen und Schuhen zeigt, eine einstündige Zugfahrt lang eingehendst und durchwegs interessiert zu betrachten.

Wie immer wenn sich das Jahr Herrn Gminggmanggs Geburtstag nähert, was nach seinem Empfinden eine Woche nach dem letzten Geburtstag ist, beginnt er damit, kleine feine bis eindeutig fordernde Hinweise auf mögliche Geburtstagsgeschenke in die Gespräche einfliessen zu lassen. Was einst mit viel Nachsicht als liebenswürdige Hilfe eines schwer zu Beschenkenden gedeutet werden konnte, wurde in diesem Jahr zu penetrantem Ohrenliegen. Der ansonsten wenig spielversierte Ypsilönchenpapa (Eine Scrabblepartie im Geburtszimmer, seiner wehenden Frau zu liebe, war auch schon alle wozu ich ihn je bewegen konnte. Es ist hier noch zu erwähnen, dass ich gewonnen habe. Ich, unter Wehen! Ich!) wünschte sich eine Nintendo Wii Spielkonsole. Während ich den Wunsch tunlichst ignorierte, oder viel eher noch aberwitzigerweise Spässchen damit trieb (ich schenkte ihm einen Wein (zu berndeutsch „Wy“) mit Nintendo-Etikette, lustig, lustig), schritt die Ypsilönchentante zur Tat und beschenkte ihn, zu seiner innigen Freude, mit besagtem Spielzeug. In Schreckstarre verharrte ich tatunfähig, dabei hätte ich dem Teufelszeug den Garaus machen sollen, bevor es sich bei uns einnistete, Ypsilönchen hingegen schien nicht unerfreut, protestierte zumindest nicht in üblicher „Nänänänänä“-Manier, sondern liess vielmehr ein „hörö“ verlauten, was Herr Gminggmangg natürlich sofort als „hereux“ decodierte. Jedenfalls richtete sich diese Wii in unserem ausgebauten Estrich gemütlich ein und machte so gar nicht den Anschein eines Kurzbesuches. Vorerst gestaltete sich das Zusammenleben mit ihr auch als bei Weitem angenehmer als vermutet, bis auf Ypsilönchenpapas zwischenzeitliche Abwesenheit und Jammereien ob muskelverkaterten Gliedmassen, merkte ich wenig von Wiis Anwesenheit. Es begab sich aber, dass ich mich eines Abends, Ypsilönchen schon vorsorglich ins Koma gestillt, wiispielend neben Herrn Gminggmangg wiederfand. Ich verstehe nicht, wie das geschehen konnte, es dürften KO-Tropfen im Spiel gewesen sein, oder, ER hat gekocht, mindestens eine sehr alkohollastige Sauce. Es zeigte sich, dass meine Begabungen in Bereich der Wiispielerei als höchstens minimal bezeichnet werden können, sehr zur Freude anno dazumal gedemütigten Scrabbleverlierers. Der erneute Bruch mit der Wii war also einigermassen absehbar, ich verliere nur ungern, aber die Intensität des Eklats vermochte selbst ich nicht vorauszusehen. In einem, unseren letzten Spiel, holte der Ypsilönchenpapa zum Aufschlag aus, seine ganze Kraft einsetzend, und versetzte mir mit dem Wiicontroller einen Hieb der, gäbe es diesen Terminus, mit Fug und Recht als beinah fahrlässige Tötung bezeichnet werden könnte. Es resultierte was angekündigt, unüberwindbare Differenzen zwischen der Wii und mir, ein haarscharf dem Scheidungskindertum entronnenes Yspilönchen und ein gigantischer Bluterguss an meinem linken Arm. Heute bin ich überzeugt, dass Herr Gminggmangg Ypsilönchen falsch verstanden hat, sie „horö“ sagte und sicherlich „horreur“ meinte.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter damit Sie es nicht mehr tun müssen, Experimente, Neulich

3 Antworten zu “Wii horö Spielen machen tut

  1. tja. das bleibt dann wohl ein jungsspiel.
    (oder?)

  2. Was Sie immer alles ausgraben!

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