Monatsarchiv: April 2011

Morgen so:


Ganz spontan für fünf Tage per Zug nach Italien fahren. Wildsäue wir.

Aber mediterranes Klima soll für Krankheitsgeplagte gut sein. Sage ich.

Bis dann.

Und ganz unten am Rande: Wissen Sie was? Noch sechs Wochen bis zum errechneten Geburtstermin, es wird bald Zeit den Umgang mit getanen Schwangerschaftsvorsätzen zu reflektieren.  Demnächst, hier.

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Multitasking


Eben doch: Multitasking

Behauptete ich bis anhin immer im Bereich des Multitaskings einige Defizite eigen nennen zu müssen, weiss ich es seit gestern besser: Ich bin durchaus in der Lage schwanger eitrigen Schnupfen, grässlich röchelnden Husten, Hals-, Bindehaut- und eine Mittelohentzündung auszutragen. Superwoman. Ich.

 

 

Jaja, als ob ich andernorts noch nicht ausgiebigst gejammert hätte… Manchen Dingen gebührt eben Aufmerksamkeit ohne Ende. Und Mitleid.

 

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Quartieroriginal


Sie ist immer da, irgendwo, mit Vorliebe nahe der Bushaltestelle gen Innenstadt. Sie hat auch allen Grund dazu, so ein Hund braucht nämlich viel frische Luft und Auslauf und Erziehung. Erziehung ist wichtig. Deshalb hat der Vierbeiner auch selten mehr als einen halben Meter Leine zur Verfügung und wird, sofern sie nicht in ein Gespräch verwickelt, abwechslungsweise zurechtgewiesen und über den weiteren Tagesablauf informiert Sie liebt dieses Lebewesen, zweifellos, aber obwohl Wiese, Wald und Flussufer in Schrittnähe sind, scheint dieser überfettete, ekzemgeplagte Hund noch niemals Gras betreten zu haben. Unzertrennlich die beiden, gehören sie sosehr zu diesem Quartier wie Fluss, Strandweg und der frühmorgendliche Nebel. Sie ist seltsam alterslos, könnte 70 sein, oder 50, verlebt und zu schnell gealtert, die Haare trägt sie in grau, schulterlang und stets offen, auf ihrer leicht behaarten Oberlippe ist ein dauerhafter gelber Fleck auszumachen, dessen Ursprung wohl die Zigarette ist, die, im rechten Mundwinkel hängend, ebenso konsequent zu ihrem Erscheinungsbild gehört wie das alte Hundetier oder die ausgeblichene lila Trainerjacke, die, früher so Mode, bei jeder Bewegung charakteristisch hohen Reibegeräusche produziert. So exzentrisch sie erscheint, so beeindruckend ist ihre Aufnahme- und Merkfähigkeit was das Geschehen im Quartier anbelangt. Sie weiss um jedes kleinere und grössere Drama, weiss wer wo ein- und ausgeht, kennt Geburtstermine,Liebschaften und Heimlichkeiten. Per oben erwähnte Spaziergänge, Beobachtungen vom Balkon und indiskrete Behauptungen in Hörweite ausgesuchter Opfer, beziehungsweise deren darauffolgende Reaktion, zu 60% überrumpelungsbedingte Richtigstellungen, gelangt sie zu den nötigen Informationen und Annahmen, die sie mit Fleiss und Ausdauer weiterverbreitet. Sie kennt uns alle. Und wohl jeder Quartierbewohner beherrscht den lageabschätzenden Blick und bei Bedarf mögliche Verzögerungstaktiken, um nicht gleichzeitig wie sie die Bushaltestelle zu erreichen, wohl jeder kennt die Tage, an denen man auf ihre gesprochenen Herausforderungen mit leichter Belustigungen reagiert und wohl jeder kennt die Tage an denen es Beherrschung bedarf, um auf ihre verbalen Grenzüberschreitungen nicht mit ebensolchen zu reagieren. Sie ist weg und wohl jeder wird sie jetzt manchmal und heimlich ein kleinwenig vermissen.

 

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