Was ich in dieser Schwangerschaft tatsächlich anders gemacht habe


In etwas mehr als drei Wochen, wenn denn die Berechnungen stimmen, werden die Gminggmanggs zu viert sein. In etwas mehr als drei Wochen wird unser Leben erneut kopfgestellt. In etwas mehr als drei Wochen werde ich statt eines wunderbar straffen Bauches, eine Wabbelwampe, dafür aber zwei, drei, vier Kilo lebendes Glück mein nennen dürfen. Zeit also, mir über Erfolg und Misserfolg beim Umsetzen der schwangerschaftsbezogenen Vorsätze Gedanken zu machen.

Ich gelobte einst feierlichst…

…die pränatale Gewichtszunahme in überschaubaren Grenzen zu halten (…) und (…) auch in den späten Schwangerschaftsmonaten kein Wasser mehr einzulagern.

-> Steuerbares habe ich mit leichten Einschränkungen, nicht Abstinenz, bezüglich morgendlichen Croissons und ähnlich leichten Speisen und diversen Krankheiten ganz erstaunlich gut im Griff, bis anhin sind es um die 11 kg und um auf eine ähnlich epische Körpermasse zu kommen, müsste ich in den nächsten drei Wochen noch über 14 kg zunehmen. Etwas störend muten hier meine unzähmbaren Gelüste nach Wassermelonen und, mehr noch, Wassereis an, aber bezeichnungstechnisch derart wasserlastige Lebensmittel können unmöglich Kalorien enthalten, sondern lagern sich allerhöchstens in Form von Wasser(eis/melonen)einlagerungen ein und die entziehen sich ja nun fast völlig meiner Beeinflussung. Ich betrachte diesen Punkt als völliglichst erfolgreich erreicht.

…die postnatale Gewichtsabnahme auch tatsächlich mit etwas mehr Aufwand voran zu treiben, jawohl, ich werde mehr als dreimal sporteln gehen, die gekauften und bis anhin ungenutzten Joggingschuhe auch tatsächlich in Gebrauch nehmen und mich nicht mehr auf meine Jugendlichkeit und natürliche Körperregeneration verlassen.

->Tz, jetzt da diese Zeit so unmittelbar vor der Tür steht: Es ist ja nicht so als hätte ich gar nichts gemacht, neinein, und jung bin ich ja auch noch. Bisschenkleinwenig… Und überhaupt: Vielleicht bleibt ja nach dieser Geburt keine Wabbelwampe zurück. Das könnte doch sein oder? Und vielleicht entsprechen ja die Resultate der nächsten Abstimmung meinen gesetzten Kreuzchen? Vom Träumen.

…meine Haare unter allen Umständen zu behalten, jawohl, Haarausfall, ist keine Option, wird mit legitimen und unvernünftig unsinnigen Mitteln bekämpft. Ich bin mir nicht zu schade fürs Haubendauertragen, ich bin mit nicht zu schade für Kleister.

-> Ziel kleister- und haubenlos erreicht, allerdings wird die kritische Phase erst um die drei Monate nach der Geburt ihren Höhepunkt erreichen und meine drei spärlichen Haupthaare haben sich in den letzten neun Monaten auch nicht sichtbar vermehrt.

…potentielle Namen nicht im Voraus zu verraten, scheinen doch unsere Gegenüber nicht davon ablassen zu können, uns ihre Meinung über Schönheit und Unzumutbarkeit unserer Namensvorstellungen kundzutun, was mich zu Trotzreaktionen verleitet und dem Kind womöglich ein Leben mit einem Namen wie Patrizia oder Jennifer beschert.

-> Nicht erreicht und nein, das Kind wird trotzdem nicht Jennifer heissen. Vielleicht, wenn sie sich denn nicht als volljähriger Teenager, ihres alten Namens überdrüssig, umbenennen lässt, um uns damit dafür zu bestrafen, dass sie ein antiautoritär verzogenes Lehrerkind ist.

…ungefragte Erfahrungsberichte und Ratschläge auszublenden, jawohl, wenn mir noch eine Unbekannte kurz vor Entbindungstermin, mitten in meinen Werde-ich-Memme-eine-Geburt-überleben-Ängsten, erklärt, dass es zwar schön war, aber sie ganz fest gerissen sei, werde ich mit Fingern in den Ohren eine ohrenbetäubende „Königin der Nacht“ schmettern.

-> Ziel nicht erreicht. Heiserkeit war einziger Grund.

…nur noch mir, mir und mir Glauben zu schenken, was meine Körperfunktionen und, hier empfehle ich Zartbesaiteten wegzulesen, -flüssigkeiten anbelangt. Wenn ich Schleimpfröpfe und Fruchtgewässer verliere, verliere ich, verdammt noch mal, Schleimpfröpfe und Fruchtgewässer!

-> Ziel erreicht. Glaube ich.

…der diensthabenden Hebamme… Aber das habe ich ja schon erwähnt: Mord, Totschlag und/oder Ausschaffung bei Namensspielen.

-> Noch hatte ich keine Gelegenheit dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, habe aber  zumindest eine der Hebammen während eines CTGs schon vorsorglich vorgewarnt. Sie verstand und verschwand. Anzunehmen, dass sie zum Zeitpunkt meiner Geburt so beschäftigt sein wird, dass sie sich unmöglich mir widmen kann.

…exzessives Wehwehchen-Googeln zu unterlassen, will ich doch diese Schwangerschaft ganz gerne ohne Hypochondrie überstehen, also ab heute morgen ganz bestimmt

-> Hier nenne ich nur Stichwörter „pränatale epileptische Anfälle“, „Geburt mit gebrochener Rippe“, „pränatale Hyperaktivität“, „ausbleibende Kindsbewegungen, „fehlende Schwangerschaftsbeschwerden“, „(Beliebiges Körperteil einsetzen)-schmerzen in der Schwangerschaft“, „Schwangerschaftsbeschwerden plötzlich weg“, mehr wollen Sie, da dürfen Sie sicher sein, gar nicht wissen.

… dass ich ungefragtes Bauchantatschen ebenso ungefragt und unter Zuhilfenahmen meiner gesamten Überwindungskraft ebenso beantworten werde.

-> Eben, Hauen hilft immer.

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10 Kommentare

Eingeordnet unter Elternsein, Neulich, Schwangerschaft

10 Antworten zu “Was ich in dieser Schwangerschaft tatsächlich anders gemacht habe

  1. bauchherzklopfen

    Na da können Sie doch schonmal stolz auf sich sein, besonders aufs Hauen! Die Ziele waren/sind aber auch sehr ehrgeizig.

  2. Da muss ich Sie jetzt aber mal kräftig loben:
    LOBLOBLOB
    Das haben sie gut gemacht. Die Ziele sind gut (bis auf Ersteres, denn aus Erfahrung weiß ich, dass man eben dieses nicht immer im eigenen Griff hat)! Und das mit der Hebamme können sie schnell noch ändern, denn wenn die Erstgefragte schon keine Zeit hat, haben es die anderen vielleicht auch nicht und da kommt es nicht gut, wenn man kurzfristig sucht.
    Nur Mut, einfach nachfragen, manchmal findet man auf diesem Weg ganz furchtbar nette Randhebammen, die gar nicht so im Mittelpunkt stehen, sich aber als nette und kompetente Wegbegleiterinnen entpuppen.
    (Aber: käme denn die Hebamme vom ersten Kind nicht infrage? Meistens freuen die sich sehr, dass man sie wieder fragt, dass sie ganz plötzlich vielleicht doch eine Lücke im Terminplan haben. Also ich hätte die, also die Lücke … ;) .)

    • Leider hat das Spital meiner Wahl keine Beleghebammen, die hatte ich allerdings schon bei Y nicht und war ganz wohl damit. Zugegegebenermassen spielte auch Glück keine unwesentliche Rolle, hatte ich doch in der entscheidenden Phase bis zum Beschluss des Kaiserschnitts eine wirklich wunderbare Hebamme erwischt, die wirklich alles mögliche mit mir unternahm, dass dieses Kind auf natürliche Weise geboren werden kann. Noch vermag ich ja nicht abzuwägen, wie es werden wird, wenn ich die Geburt tatsächlich selber zu Ende führen kann. Alles neu, irgendwie. Schon wieder.

  3. MamaLöwe

    …wenn ich so eine Liste gemacht hätte, würde am Ende wohl „fail“ stehen…

    naja, vllt bei der nächsten Schwangerschaft, dann guck ich hier ab :o)
    achja, wie wird das baby jetzt heißen?! Alina-Carolina-Bambina oder?! ;)

  4. mammasusanna

    Dann wünsch ich Dir noch ruhige 3 Wochen, problemlose Geburt und einen guten Start zu viert –
    (so ein knöpfli, oooh…) Grüsse an alle, S+M

    • Ich danke dir.
      (Ihr wisst ja auch wie sowas geht. Chnöpfliherstellen meine ich.)

      • mammasusanna

        (Jaja, wissen schon grad so wie. Nur hat mir das erste Knopf ebenfalls zuviele schwangerschaftskilos gebracht und ich habe mich nicht an die Nach-Schwangerschaft-Unbedingt-Sport-Machen-Empfehlungen gehalten und das war wohl mitverantwortlich für einen Bandscheibenvorfall, welcher die knöpfliproduktion bisher verhindert hat (oder nicht verhindert an sich, sondern eher „verboten“). So ist das. Hoffe aber schon, dass wir auch noch mal von so einem beehrt werden)

  5. Broe

    Die Zeit vergeht sooo fix :)
    (Und ich bin schon mal auf den Namen gespannt!)

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