Woran Sie merken, dass Sie sich im Endstadium Ihrer Schwangerschaft befinden:


In der Abschiedsrunde zeigen die Schüler sich ernsthaft entsetzt und verständnislos, dass Sie tatsächlich mehr als ein, zwei Tage Urlaub nehmen. Da Baby könnte schliesslich mitgenommen werden, oder der Mann einfach daheim bleiben.

Wen auch immer Sie anrufen, jeder Anruf wir sofort angenommen, gar gehäuft nach erstem Klingeln. Beliebte Begrüssungen in diesem Stadium sind: „Geht es los?“, „Bist du im Krankenhaus?“ und „Ist das Bauchmädchen da?“. Machen Sie sich die einseitigen Kommunikationsfähigkeiten Ihres Gegenübers zu Erheiterungsnutzen und provozieren sie unnötige Adrelanin- und Hormonschübe mit der Antwort „Ja!“.

Wird die Mutter angerufen, sind im Hintergrund wahlweise Geräusche eiligen Aufbruchs, kehrtwendungsbedingtes Reifenquietschen oder Das-haben-Sie-noch-nicht-bezahlt!-Rufe zu vernehmen, hier gilt es, anders als oben, per unmittelbar nach Abheben formulierten Beschwichtigungsversuche Verletzte, Tote und Gefängnisaufenthalte zu verhindern.

In direkten Begegnungen wird mit Vorliebe gefragt, ob man denn noch schwanger und das Kind noch nicht da sei. Motivierend, wirklich. Ich werde doch wohl NACH Geburt nicht tatsächlich  immer noch mit derartigen Ausdehnungen einhertrampeln.

Ein belasteter Beckenboden, Husten und eine volle Blase bleiben nicht unbemerkt. Vorgezogene Inkontinenz und so…

Die Hilfsbereitschaft wächst ja bekanntermassen proportional zum Schwangerschaftsbauch (dass das für andere Bäuche auch gilt, wage ich zu bezweifeln), etwas abstrus mutet an, wenn Sie sich beim Einsteigen in den Bus plötzlich ohne Kind, Wagen und Einkaufstasche als einzige noch ausserhalb des Fahrzeugs befinden.

Die Schwangerschaftsdemenz erreicht unbekannte Dimensionen, Gedanken wie „Ich muss mein Mobiltelefon mitnehmen, damit Herr Gminggmangg mir sagen kann, wenn es los geht.“ und wirre Verwechslungen zwischen Backofen und Kühlschrank sind keine Seltenheit.

Es ist Zeit wertes Bauchmädchen, es ist Zeit…

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8 Kommentare

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8 Antworten zu “Woran Sie merken, dass Sie sich im Endstadium Ihrer Schwangerschaft befinden:

  1. die inkontinenz-frage kenn ich, leider. wenn sie wüssten, wie oft die im spital bei der lungenentzündung das bett wechseln mussten – übelst.

    die telefonate kenn ich auch. lustig ist, das mir das jeweils gar nicht in den sinn kommt, bis am anderen ende gefragt wird: und, bist noch zu hause? gehz schon los? usw. :-)) ganz krass. so im sinne von: ach ja, da war was. :-)) ja, das dritte, das läuft einfach nebenher.

  2. Sany

    *kicher*
    Ohjaa – das kenne ich .. ich musste mir alles aufschreiben und habe dann ständig die Zettel vergessen. Ins Krankenhaus habe ich dann das kaputte Handy mitgenommen und deshalb mussten die Anrufe über ein Münztelefon getätigt werden *ggg*

    meine güte … das ist schon wieder neun jahre her … -.- ich werde alt … ;)

    LG und alles gute :)

    • Aufschreiben und dann die Zettel verlegen, jawohl, DAS kenne ich ebenfalls. Auf der Suche nach den benötigten Informationen finde ich dann jeweils Verlorengeglaubtes von gestern.

  3. ypsilönchenfänin

    Aufschreiben und dann die Zettel verlegen, jawohl, DAS kenne ich ebenfalls und das ohne Schwangerschaft, das kann ja heiter werden, falls es bei mir mal einschlägt…

  4. Ich erinnere mich noch lebhaft an den Ausruf meiner Freundin, die mich in der 42. Woche in einem Biergarten erwischte: „Du sollst gebären und nicht in Biergärten rumlungern.“ Laut und vernehmlich für alle anderen Gäste, denn es war ein wunderschöner Sommerabend und die Lokalität entsprechend gut besucht. Eine solche Anzahl an Menschen hat mir wohl noch nie zeitgleich auf den Bauch geschaut. Ich sehe sie heute noch zustimmend nicken ;-)

    Die Schwangerschaftdemenz geht unmittelbar in die Stilldemenz über. Aber das wissen Sie ja sicher.

    Meine einschneidenste Demenztat: Abends Katzentoilette putzen, schlafen gehen. Morgens zwei verzweifelte Katzen mit sichtlich zusammengekniffenen Hinterläufen antreffen. Die Katzentoilette umdrehen, so dass der Eingang nicht zur Wand gerichtet ist. Sondern zu den Katzen.

    Aber immerhin habe ich in der 39. Woche noch meine schriftliche Diplomprüfung abgelegt. Erfolgreich.

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