Von Über- und Wankelmut


Wir haben Pläne. Was an sich gut klingt, ist relativ anstrengend. Die Dinger sind nämlich schnell, wankelmütig und meistens nicht wirklich gewillt, sich unserem Budget anzupassen. Wir wankelübermuten momentan also wacker zwischen Auslandjobs, Wohnbusanschaffung und diversen Reisezielen. Es ist nicht so, dass wir uns nicht entschliessen könnten, neinein, denn das können wir. Immer und immer wieder, euphorisch bis manisch und immer resultieren daraus Exzesse. Jobsuchexzesse, Wohnbusuchexzesse, Reisezielinformationsbeschaffungsexzesse, Exzessexzesse, Sie verstehen schon. Klar ist, dass wir reisen wollen, und zwar bevor die Kinder hier irgendwelche Verpflichtungen haben, also vor Kindergarteneintritt. seit einer ganzen Weile ist der angestrebte Zeitpunkt der Sommer 2012. Ursprünglich planten wir ein halbes Jahr, mittlerweile müssen wir realistischerweise mit drei bis vier Monaten rechnen, mehr liegt finanziell schlichtweg nicht drin. Teuer ist dabei weniger das Reisen, als die Fixkosten daheim, müssen doch Versicherungen und die Wohnung (Wer will schon für ein halbes Jahr irgendwo ein- dann wieder ausziehen?) weiterhin bezahlt werden.

Aktuell sind wir davon überzeugt, dass es ein Wohnmobil sein muss, mit dem wir uns dem Meer entlang Richtung Osten bewegen könnten. Wir suchen also nach Fahrzeugen. Und wir finden sie. Leider haben wir allerdings keine Ahnung von Autos. Und so finden wir viele. Letzte Woche haben wir ein Gefährt ins Herz geschlossen, das preislich und grössentechnisch genau war, was wir suchten. Leider fanden wir neben dem Fahrzeug auch einen Haken, der uns so teuer zu stehen gekommen wäre, dass uns hernach das Geld für die Reise an sich gefehlt hätte. (Wir hätten zusätzliche Sitze einbauen, oder 50% der Kinder abgeben müssen.) Um bei den Autoverkäufern zumindest den allerentferntesten Anschein zu erwecken, nicht allerahnungslost zu sein, haben wir bekannte Kenner der Materie um die Auflistung möglicher Anhaltspunkte bei der Autotauglichkeitsprüfung gebeten und erkundigen seither gerne mal nach Radständen, fragen Sie mich nicht wieso, lugen unter Motorhauben, blicken verständig und denken dabei „Ich würde nicht merken, wenn die Hälfte des Zeugs dadrin fehlen würde.“ oder legen uns unter irgendwelche Fahrzeuge, wo wir dann so liegen und, nun, vor allem liegen.

Sie sehen: dafür, dass wir bis nächsten Sommer alles geregelt und vielleicht gar einen Kleinbus selber ausgebaut haben wollten, sind wir nicht eben zeitig dran, dafür aber mit um so grösserer Inbrunst.

Apropos: Die werte Leserschaft hätte nicht zufällig ein gut erhaltenes Wohngefährt, möglichst klein, mehr als Schlaf- und Sitzplätze für vier bis fünf  Personen und etwas Stauraum muss es eigentlich nicht enthalten, abzugeben? Oder einen ausreichend bezahlten aussereuropäischen Sozjob? Etwas Kleingeld? Oder auch einfach Entscheidungshilfe? Wir würden Sie grosszügig mit Postkarten entlöhnen.

Advertisements

13 Kommentare

Eingeordnet unter Gfötelet, Neulich, Reisen, Vom Sollen und Tun, Zügiges

13 Antworten zu “Von Über- und Wankelmut

  1. Weder ein Gefährt habe ich, noch einen auch nur im Entferntesten guten Rat. Nur zu Eurem Foto: Ich glaub‘, das ist ein Mercedes Benz MB911.

  2. Katarina

    Ich frage es mich jedesmal, und nun muss ich die Frage einfach mal weiterreichen: was ist denn gfötelet in Hannoverschem Deutsch? Ich lag mit allen Vermutungen daneben! Jedesmal wenn ich meine ich hätte es, macht der nächste Eintrag die Vermutung zunichte. Zu Hilf!

  3. butz

    Hallo. Es gibt ja noch die möglichkeit des wohnungstauschs. haben wir zwar selbst noch nie gemacht, es scheint aber ziemlich interessant für lowbudget-reisende. Bei interesse könnte ich die webseite wieder suchen und weitergeben. Gruess, zoe

  4. mammasusanna

    Das sind denn gute Pläne, unbedingt machen. Wir waren dieses Jahr 5 Wochen in Griechenland und ich möcht fast sagen, dass das die schönsten 5 Wochen meines Lebens waren. Wir haben uns dort ein Auto gemietet (war leider ziemlich teuer, aber geng noch günstiger als selber kaufen und dann zuhause horten) und immer gezeltlet. Ich hätte das noch lange machen können…. Ein Gefährt ist schon sehr praktisch mit den Kindern, alles reinschmeissen, weiterfahren. Macht eine Reise. Auslandjobs kann man doch auch mit Kindern im Schulalter noch machen –

  5. Anne

    „(Wer will schon für ein halbes Jahr irgendwo ein- dann wieder ausziehen?)“

    Studenten vielleicht? Ich als Studentin habe immer in solchen Wohnungen gewohnt, die mal eben vermietet wurden, um dann bald anders genutzt zu werden…

    Anne, der es eine Freude ist, letztens zufällig auf diesen Blog gestoßen zu sein :-)

  6. Rocky

    Prostitution? (immer wieder mein pers. Gedanke, bei finanz. Verzweiflungen.
    Ok, ok, ok ich schiebe ihn immer wieder beiseite, aber das wirklich drüber nachdenken, läßt einen wieder „schön“ denken.
    looooooooooooooooooool. Du verstehst mich, gell?
    Mhhh, ich tät die Ähm nehmen, da wärstest Du 50% los? *gacker*
    Und ein frohes neues!

Kommentariat:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s