Äm- und Y-Fakten III


Y

Aktuelles Lieblingsthema der Y sind Pferde. Pferde in allen Formen, Farben und vor allem ganztags. Zu Ys Glück und unserem Leidwesen hausen wir unweit eines Reiterhofs, ein Umstand, der es uns ermöglicht bei jeder Gelegenheit bei den Pferden vorbei zu sehen. Das mag an manch übellaunigen Nachmittagen deeskalierend wirken, aber ich habe in den letzten Monate genügend Pferdebetrachtungen absolviert für die nächsten dreissig Jahre. Nicht so Y. Niemals Y. Und so vermeiden wir das Wort Pferd in unserem alltäglichen Sprachgebrauch, um Y nicht zusätzliche Vorlagen für neuerliche Pferdesehsehnsüchte zu liefern. Bemerkenswert ist auch, dass wir bereits jetzt an dem Punkt angelangt sind, an dem mich mein Kind mit seinem Wissen kurzerhand überbietet. Der Dame Gute-Nacht-Lektüre ist nämlich neuerdings ein Pferdebuch, dessen Inhalt sie dank Herrn Gminggmangg derart auswendig kennt, dass sie mir, zu meiner minimen Befremdung, auf einem Spaziergang vor Wochen erklärte, dass die Pferde vor uns „Haflingel“ seien und keie „Angalusie“, „Fliiise“ oder „Alabel“.

Alle Kinder haben ihn, den Klugscheissmodus. Bei Y wird er rege genutzt und ist all zu oft der Spiegel unserer selbst. Sei es wenn sie mich nach herzhaftem Gähnen meinerseits, mit unbewusst sarkastischem Unterton, darauf hinweist, dass ich eben länger hätte schlafen müssen oder wenn sie mir erklärt, dass Äm eigentlich reden könne, sie dafür aber einfach zu scheu sei. Oft übernimmt sie aber auch einfach unsere Redensarten(„Mama, komm mal! Schau wie wuuundeeerbaaar Äm gekotzt hat!“) und wirkt damit schlicht entwaffnend, der (un)nötigen Ernsthaftigkeit entgegen.

Y bemalt die Tür. Frau G. entsetzt: „Y, was machst du da?“

Y: „Ich male. Ich glaube einfach, dass das eine sehr gute Idee ist.“

Ich meine, was bleibt mir da zu sagen? Sie hat ganz offensichtlich nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt.

Y unterscheidet problemlos Männern von Frauen und umgekehrt. Nur mit den Halbwüchsigen bekundet sie Mühe. Klar, sie ist damit nicht die einzige, trotzdem startete ich den Versuch ihr den differenzierteren Sachverhalt näher zu bringen. Sie hat verstanden, glaube ich, jedenfalls lässt die Tatsache darauf schliessen, dass sie unterwegs und vorzugsweise in geschlossenen öffentlichen Räumen auf Jugendliche zeigt und sagt: „Das isch e Teenager, gäu?!“

Äm

Äm setzt neue Trends, unverzichtbares und vor allem umweltfreundlich und energiearm hergestelltes Accessoire des guten Tons ist die obligate Spuckeblase.

Äm isst Brei. Und umgekehrt.

Äm ist an Körperstellen und in Situationen kitzlig, die ich bis anhin so nicht kannte. Kichern bei der Fussbesockung ist keine Seltenheit, auch schlafend.

Kennen sie diese Tiere, die sich nicht zu bewegen scheinen und trotzdem ohne Zweifel vorwärts kommen? Wie Würmer, Maden und Schnecken? Fügen Sie dem Können besagter Tiere noch zwischenzeitliche seitliche Umdrehungen hinzu und Sie haben eine ziemlich genaue Vorstellung der, gemessen an der Tatsache, dass sie sich damit durchaus von Raum zu Raum zu bewegen vermag, effektiven ämschen Fortbewegungsgewohnheiten.Wo immer das Ämchen schlussendlich eingesammelt werden will, gilt es erst das angesaugte Vakuum zu lösen. Für die auditive Veranschaulichung stecken Sie sich bitte den Finger in den Mund und machen Sie dies bzw. dies.

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6 Kommentare

Eingeordnet unter Äm, Elternsein, Neulich, Y-&Äm-Fakten, Ypsilönchen

6 Antworten zu “Äm- und Y-Fakten III

  1. oha, als nächstes kommen also Pferde? Gut, hab ich schon mal eine Vorschau. Merci wie immer!
    Vor allem für belustigendes Kopfkino deluxe!

    • Immer wieder gerne! Ich empfehle schon mal entsprechendes Bildmaterial zu besorgen, das schenkt ruhige Minuten. Y würde ihrerseits die Anschaffung eines 1,20 m hohen Plüschpferdes empfehlen, dass sie letztens in einem Spielzeugkatalog entdeckt hat.

  2. Sind die Pferde nun das, was vorher die Exkremente waren? In Anbetracht dessen sind Pferde doch ganz in Ordnung.

  3. jpr

    Die – bisweilen gnadenlose – Klarsicht von Kindern ist es, was ich glaube dass die Zwerge so faszinierend macht. Zumindest gibt es wenig, was einem selber mit solcher Leichtigkeit zeigt, was man sonst im Alltag immer gern als gegeben nimmt.

    (Und Pferde und Mist – ich wuerde mal sagen: wunderbarer geht es ja fast nicht zusammen)

    • Ja, die Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit mit der Dinge getan werden, die wir als Erwachsene so gar nicht begreifen ist ungemein erfrischend. Zweijährigkeit ist ein wahrlich wunderlicher und wunderbarer Zustand.

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