Mutterfakten


Weil danach gefragt wurde, nun neu auch Mutterfakten:

Wann immer ich semibekannten Menschen kontextfern begegne, diese mich offensichtlich erkennen, ich sie aber so gar nicht, versuche ich das zu kaschieren, in dem ich mein allerfreundlichstes Lächeln präsentiere und, zwar unverbindlich, aber doch so grüsse, dass von einem Wiedererkennen auszugehen ist. Diese sorgfältige Tarnung macht Y spätestens dann binnen Sekunden zunichte, wenn sie mich mit durchdringender Kinderstimme lauthals fragt, wer denn das sei.

Heute nenne ich Kekse, was ich früher allerhöchstens süssliches Trockengebäck genannt hätte.

Die Hälfte aller Zeitumstellungen finde ich doof. Das war immer schon so und hat sich mit den Kindern nicht verändert. Meine diesbezüglichen Präferenzen allerdings, sind nicht mehr was sie einst waren. Lobte ich mir in den pränachwuchsschen Jahre die Umstellung auf Winterzeit und die damit gewonnene Schlafstunde, verliere ich heute an diesem Tag ganze zwei Stunden Schlaf. Y steht konsequent um Sechs Sommerzeit auf und lässt sich käumlichst beirren, wenn die Uhr und ich „Fünf!“ und „Zu früh!“ schreien schreit. Also: eine Stunde früher = -eine Stunde im Vergleich zum kinderlosen Rest der Welt. Was mir aber zustehen würde, wäre eine gefühlte Stunde mehr, die ich ja auch nicht erhalte, weswegen wir bei -zwei Stunden im Vergleich zum kinderlosen Rest der Welt wären. Einleuchtend, oder?

Echtes Implodieren kennt nur, wer schon mal, nach zig vergeblichen Versuchen das Kind zum Schlafen zu bringen, geräuschlos zu niesen versuchte.

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9 Kommentare

Eingeordnet unter Äm, Elternsein, Neulich, Ypsilönchen

9 Antworten zu “Mutterfakten

  1. Pfarrfrau

    Letzter Fakt: jawoll.

    Der Mann fragte mich auch schon mal, ob ich noch atmete oder vor lauter Angst gestorben wäre.

  2. Ponder

    Liebe Frau Gminggmangg,

    ich finde das sind keine Mutterfakten – uns Vätern geht’s da nämlich ganz exakt genau so! Vielen Dank für die Erinnerungen :) Speziell das mit dem Einschlafen regelt sich dann aber ab einem gewissen Alter von allein, da muss man die Kleinen nicht mehr in den Schlaf singen, bobbeln oder sonstige Faxen treiben, da reicht ein „ab ins Bett!“ dann aus und Mann/Frau kann dann in Ruhe im Wohnzimmer nies-explodieren :)

    Viele Grüße,

    der Ponder

    • Von welchem Alter sprechen wir?

      • Ponder

        Liebe Frau Gminggmangg,

        unser Nachwuchs ist mittlerweile fünf – und ausser gelegentlichem Antreiben kriegt der Junior das Abendprogramm mittlerweile relativ selbständig hin – ausziehen, duschen, anziehen, schlafen. Support braucht er noch beim duschen (Rücken schrubben, danach fönen) und beim Einschlaf-Kassette anschalten ;)

        Viele Grüße,

        der Ponder

  3. Charlottchen

    Ab ungefähr 5 Jahren hat das Kind den Empathieschritt getan, und fragt „Wer war das?“ Mit etwas Glück ist die betreffende Person dann außer Hörweite. Meine Standardantwort der letzten Jahre: „Eine Mutter.“
    Das ist unverfänglich. Quasi.
    Einschlafen… Nun ja. Wir wohnen hellhörig.
    Beim Sebenjährigen:
    Knuddeln, vorlesen, knuddeln. 30 Minuten.
    „Gute Nacht, Schatz.“
    „Gute Nacht, Mausi.“
    „Du. Mausi. “
    „Ja?“
    „Ich muss Dich mal was fragen.“
    „Ja?“
    Es folgen hochphilosophische Erörterungen über das Leben, das Universum und den ganzen Rest.
    Dauer: 20 Minuten.
    Die noch offenen Fragen werden mit den Kuscheltieren oder sich selbst erörtert.
    30 Minuten.
    Dann ertönt ein Schnarchen.
    Es hat sich also von 0 bis heute nichts geändert.
    Und in 6 Jahren muss ich dann hingehen und das Handy (oder was auch immer es in 6 Jahren an Technik gibt) einkassieren, damit der Pubertist um 0.30 zum schlafen kommt… Und in den Jahren danach bleibe ich so lange wach, bis er sicher zu Hause ist.

    War das jetzt ermutigend?

    Aber immerhin darf ich inzwischen niesen.
    ;-)

  4. m.s.

    (Das waren aber wieder mehr Kinder- als Mutterfakten, madame de G…..)
    Also: Wie fühlst du dich als Mutter?

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