Sätze, die seit den Kindern irgendwie anders klingen


„Ich freue mich auf dein Heimkommen.“ – Von ausformulierter Sehnsucht zu getarntem Hilfeschrei nach Kinderbespassungsunterstützung.

„Ich mache den Haushalt.“ – Von selbstlosem Liebesdienst zu erschummelten Minuten Kopf- und verantwortungslosen Tuns, im Wissen, dass der jeweils andere fürs Kindswohl sorgt.

„Ich habe eine Woche Ferien.“ –  Von freiwillig halbdurchwachten Nächten, morgentlichem Exzessivgammeln, unverschämt teuren Ferien und degutant häufigen Kulturgenuss zu Freudensprüngen ob der Gelegenheit zum täglichen Mittagsschlaf.

„Ich habe schlecht geschlafen.“ – Von selig unbewusstem Nichtwissen um die Qualität echter Schlaflosigkeit („Ich bin erst eine Stunde nach Hinlegen eingeschlafen.“ oder „Ich bin diese Nacht etwa 5x erwachte.“ Buhu, du armes Ding.) zu Schlafentzugsfoltererfahrungen.

„Es stinkt.“ – Von einer harmlosen, meist konsequenzlosen Feststellung zum Versuch Gerochenes zu ignorieren, ja, verleugnen, wohlwissend, dass eine diesbezügliche Bemerkung unweigerlich zu den Pflichten führt, die spätestens nach Beikosteinführung mit Vorliebe delegiert würden.

„Ich bin Frau Gminggmangg.“ – Von diversen gleichwertig identitätsbildenden Faktoren wie Beruf, Hobby und Freundeskreis, zu dem einen, alles in Schatten stellenden Faktor des Mutterseins und der Tatsache, dass dies nicht mal als störend empfunden, ja, gerne auch mit Stolz und ungefragt verkündet wird.

„Wir haben keine Milch mehr.“ – Von belangloser Feststellung zu einem Zustand höchster Alarmbeitschaft, gefolgt von Spurt und der Hechtrolle durch die sich schliessende Supermarkttür.

„Wir laden euch zum Essen ein.“ – Klingt unproblematisch, wenn er von anderen Eltern geäussert wird. Kinderlosen allerdings sei gesagt: Benutzen Sie genaue Zeitangaben, denn euer Morgenessen ist unser Mittagessen, euer Mittagessen unser Abendessen und euer Abendessen unser Morgenessen.

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12 Kommentare

Eingeordnet unter Elternsein, Neulich

12 Antworten zu “Sätze, die seit den Kindern irgendwie anders klingen

  1. Ah, sehr treffend! Haha. „Ich mach den Haushalt“. Am liebsten wird davon der Teil übernommen, der im Keller in „Einzelhaft“ stattfindet (Wäsche aufhängen). Wir nennen es „Klause“. Oder noch besser „Zigaretten holen“ (wir sind Nichtraucher. Aber bei uns ist das der Teil, wo man das Haus für bestimmte Zeit verlassen muss/darf. zB zum Einkaufen/Post/etc)

  2. Anniken

    Genau was du schreibst… Wunderbare Wortwahl…

  3. Ja, … darüber mache ich mir nach einigen Sätzen auch immer so meine Gedanken!

  4. Triffts. Sehr gut sogar :-)

  5. gnihihihi. musste jetzt auch ordentlich lachen :D

  6. Hahaha!! So treffend! Und ich musste grade so herzhaft lachen…. wie übrigens sehr oft bei dir.

  7. Wie heißt es bei uns so schön:
    „Die Dusche ist kein Versteck!“
    :-)

  8. Hahahahahahahaa…

    Ahhahahahaahaaha…

    (#Wir haben keine Milch mehr)

    Sehr schön! Vielen Dank dafür ;)

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