Marottenstock – Oder Y- und Äm-Fakten


Frau Miez hat mich hier mit diesem wirklich tollen Stöckchen beworfen, bei dem es darum geht, fünf Marotten des Nachwuchses zu nennen. In gewisser Weise tue ich das jeweils schon, wenn ich von Y- und Äm-Fakten schreibe, aber gerne werde ich diese Gelegenheit nutzen und von den neusten, absolut liebenswerten, Absonderlichkeiten der Lönchens zu berichten. 

Jeden Abend vor dem Schlafen besprechen wir gemeinsam mit Ypsilönchen den Tag, vom Moment des Aufwachens, bis zum Moment des Schlafengehens. Abgeschlossen wird der chronologische Tagesrückblick mit den Worten „Und itz chasch du schlafe!“, die sie bei Bedarf, oder Vergessen unsererseits auch selber äussert. Während des ganzen Abendrituals, trinkt Ypsilönchen ihre verdünnte Milch aus der Flasche, die zwar immer verlangt, aber nie beim erstmaligem Überreichen angenommen wird, denn es muss zwingend noch ein Schluck kaltes Wasser beigefügt werden, völlig unabhängig von der tatsächlichen Temperatur des Flascheninhalts. Kompromisse, wie vorgängig beigefügtes Kaltwasser, werden rigoros ausgeschlagen und so buche ich die zusätzlich zurückgelegten Meter als Dienst an meiner Figur ab und jogge dafür nicht mehr.

So sehr wie Y sich für Tiere, und insbesondere ihre Ausscheidungen, interessiert, wenn diese hinter Gittern oder sonst irgendwie dingfest sind, also die Tiere, nicht die Ausscheidungen, so sehr fürchtet sie sie auch, wenn die Vier-, Mehr- und Keinbeiner sich ungehindert auf sie zu bewegen oder ihr ungefragt Aufmerksamkeit schenken. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich beim animalischen Wesen um eine vermeintlich grimmig blickenden Ameise, oder eine streichelbedürftige Jungkatze handelt: es wird erstmal gekreischt. Nun ist es aber so, dass Y vor einigen Monaten beschlossen hat, dass sie nun gross sei und somit keine Angst mehr vor so kleinen Tieren mehr zu haben brauche. Auf unsere beschwichtigenden Hinweise auf ihren Entschluss, reagiert sie mit: „Ah, ja, stimmt ja.“ und beginnt den Kreischkonzertauslöser zu streicheln, im Falle der Ameise leider mit tödlichen Konsequenzen.

Es ist ja nun offensichtlich so, und das muss Ihnen auch schon aufgefallen sein, dass sich die Welt um Ypsilöchen dreht. Die Zeitungen sind voll mit ihrem Namen, wo immer ein Y zu entdecken ist, ist klar, damit ist Ypsilönchen gemeint. Und erst das Radio! Ich sage Ihnen, fast ausnahmslos alle besingen das Ypsilönchen. Die ysche Fähigkeit in gespielten Liedern ihren Namen herauszuhören, ist wirklich erstaunlich, tatsächlich höre ich ihn nach mehrmaligen Hinweisen auf die genaue Liedstelle meist auch. An dieser Stelle ist es etwas schade, dass ich die Namen der Kinder hier nicht ausschreiben kanndarfwill, denn sonst hätte ich sie jetzt alle aufgefordert „We all live in a Yellow-Submarine“ zu singen.

Y hat sich in Äms Alter immer die Mütze vom Kopf gezogen. Das tut Äm nicht, sie zieht lieber allen anderen die Mützen vom Kopf. Sie tut dies mit Vehemenz und Ausdauer, bei Y, bei mir (und ich bin passionierte Mützenträgerin) und, wenn in der Tragehilfe und entsprechend auf Kopfhöhe mit allen anderen, im Bus auch gerne bei Fremden.

Staubsaugen ist hier momentan nur noch unter erschwerten Bedingungen möglich, denn sobald der Staubsauger angeworfen wird, sind Y und Äm sofort zur Stelle, werfen sich im Wettbewerb um den besten Platz über das Gerät und lassen sich, was sonst verpönt, ihre Haare föhnen. Die Weiterfahrt durch die Wohnung wird nur unter grossem Protest, oder gar nicht ermöglicht. Wir erwägen die Anschaffung eines Zweitsaugers. Oder den Umzug in eine Wohnung in der Grösse des Staubsaugerschlauchradius‘.

Ich lege das Stöckchen hiermit zur freien Verfügungen ins Blog. Lassen Sie es bitte nicht verstauben.

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7 Kommentare

Eingeordnet unter Äm, Gestockt, Y-&Äm-Fakten, Ypsilönchen

7 Antworten zu “Marottenstock – Oder Y- und Äm-Fakten

  1. jpr

    Rasenmaeher zum draufsitzen und damit fahren gibt es ja schon. Staubsauger gleicher Machart scheinen aber noch eine Luecke fuer Familien zu sein, die niemand entdeckt hat. Vielleicht findet Ihre Klage hier ja Gehoer.
    Ich kenne in diesem Bezug das andere Extrem, wo die Teile der Zwerge beim Anwerfen des Staubsaugers sofort mit aengstlichem Gesichtsausdruck in die andere Ecke der Wohnung verschwinden und gegebenenfalls noch Unmutsaeusserungen machen, die man auch ueber den laufenden Sauger noch hoert. Das ist nur bedingt besser…

  2. *gnihihihihi*
    Die Staubsaugermarotte haben wir hier auch. Hier streitet man darum, wer AUF dem Staubsauger reiten darf. So wunderbar, die Gminggmangg’schen Meedchen ♥

  3. Wir haben hier das „Viecherproblem“: Freudiges „Hung, Hung“-Gebrüll und kaum bewegt sich das Biest, sitzt der Kurze mir auf den Schultern und kreischt…

  4. Genial, die Marotte mit dem Staubsauger hatte mein kleiner Bruder früher auch.
    Kinder sind so super. :)

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