Tagesarchiv: Juni 4, 2012

Ich wünsche (überarbeitete Version)


Bevor meine Tochter geboren wurde, ja, bevor ich mich überhaupt mit dem Gedanken trug schwanger zu werden, beschäftigte mich die Frage, was einem Menschen, neben den erfüllten Menschenrechten, in keinem Falle fehlen sollte, eine Thematik deren Prägnanz sich mit dem Wissen um das Heranwachsen meiner Tochter verstärkte. Obwohl die Anzahl Wünsche, die ich für meine Tochter hege, unzählbar ist, gibt es doch mir besonders wichtige drei Punkte:

Urvertrauen: Meine Tochter möge sich Gehalten- und Getragenwerden (in wortwörtlichem und übertragenem Sinne) wissen, sie möge ein Grundgefühl des tiefen Geliebtwerdens in sich tragen, dadurch die Stärke erlangen dem zu trotzen, was ihr in ihrem Leben begegnen wird.

Interesse: Meine Tochter möge sich interessieren, wach und wissensdurstig für ihr Umfeld und die Menschen darin durch ihr Leben gehen, die Augen nicht verschliessen, lernen wollen.

Entfaltung: Meine Tochter möge sich im Wissen darum, dass wir sie loslassen, aber halten, wenn sie fällt, entfalten und ausschöpfen können, was sie an Wünschen und Können in sich birgt.“

Ich habe diese Punkte vor gut 2,5 Jahren notiert, zu einem Zeitpunkt also, an dem ich ein gerade mal 8 Monate altes Kind hatte und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich damals noch in Erziehungskinderschuhen steckte. Trotzdem hat sich an diesen Wünschen wenig verändert. Und doch wurde ich, als ich vor Tagen in den unter „Erziehung“ eingeordneten Artikeln stöberte, der Tatsache gewahr, dass ein wichtiger Punkt fehlt: Respekt. Ich habe diesen Ausdruck mit Bedacht und trotz der meines Erachtens negativen Konnotationen gewählt und meine damit durchaus nicht, die in stark autoritär geprägtem Umfeld gebräuchliche Bedeutung, die oft vor allem auch Angst, Unterordnung und eindeutig einseitige Machtgefälle impliziert. Ich spreche von Achtsamkeit im Umgang mit Mitmenschen und ihren Gefühlen, vom Respektieren der Grenzen anderer und von Toleranz.

Es bleibt uns nichts, als intensives Vorleben.

 

Ich füge also an:

Respekt: Mögen meine Töchter achtsam- und behutsam mit Mensch, Tier und Natur umgehen, mögen sie sich in Nachsicht und Toleranz üben, Grenzen Anderer erkennen und respektieren und mögen sie verzeihen. 

12 Kommentare

Eingeordnet unter Elternsein, Erziehung