Haushalten mit Frau Gminggmangg


„Wenn es einen Hausfraueneignungstest geben würde, würdest du ihn wahrscheinlich nicht bestehen.“ sprach Herr Gminggmangg. Ich war erst geneigt stumm und zustimmend zu nicken, denn derartige Dreistigkeiten bringen aus jeglichem Schlagfertigkeitskonzept, entschloss mich dann aber mit einer Beweisführung aufzuwarten, die ihn zu ewiglichem diesbezüglichen Schweigen verdammen würde. Wer Haushaltstipps herausgibt, ist bekanntermassen ein Haushalts-Ass und ich versorge die werte Leserschaft hiermit mit Haushaltstipps und bin somit, Sie werden es erraten haben, ein Haushaltsgenie. (Und kommen Sie mir nicht mit Ursache-Wirkungs- oder Hühner-Eier-Fragen!)

Also: Haushalten mit Frau Gminggmangg:

  • Suchen Sie sich eine(n) fleissige(n) Partner(in), heiraten Sie ihn/sie wenn möglich sobald Sie sicher sind, dass er/sie putzen, waschen und kochen kann und es auch tut. (So eine Heirat schmälert die Gefahr all zu raschen Absprungs.)
  • Fenster müssen erst geputzt werden, wenn die Stromrechnung mangels Tageslichteinfall zu hoch wird.
  • Bügelwäsche gibt es nicht. Schaffen Sie sich erst gar nie ein Bügeleisen an. Das lohnt sich ohnehin nicht, denn spätestens nach Dreissig oder mit der Elternschaft sind Sie dauerknittirg und Glattes unzulässiger Stilbruch.
  • Nacktheit ist gut: Weniger Wäsche, weniger Flecken, weniger Schwitzen, weniger Duschen, weniger Duscheputzen.
  • Abtrocknen gibt es nicht. Überhaupt lautet die allergoldenste Regel: Machen Sie nichts was von selber geschieht.
  • Mindestens eine Person kann direkt aus der Pfanne, mit dem Schöpflöffel essen und vom Wasserkrug trinken.
  • Kleinkinder können ihr Essen gerade so gut direkt von der Tischplatte zu sich nehmen und Besteck wird ohnehin verschmäht.
  • Stillen Sie ihre Kinder.
  • Stapeln hilft immer. Wenn Stapeln nicht mehr hilft, helfen Kramschubladen. Wenn Kramschubladen nicht mehr helfen, helfen Papiersäcke und ein Kramschrank. Wenn ein Kramschrank nicht mehr hilft, hilft ein Kramzimmer. Danach hilft die Müllabfuhr.
  • Wäsche wird grundsätzlich 60° gewaschen, das spart die Sortiererei. Tragen sie konsequent Batik oder nennen Sie Farbunregelmässigkeiten einfach Stil.
  • Staub den man nicht sieht, gibt es nicht.
  • Binden Sie ihre Kinder in die Hausarbeit ein. Optimalerweise gehen Sie dabei nach der Proper-Methode vor. Literaturhinweis: „Jedes Kind kann putzen lernen“
  • Essen sie möglichst oft draussen, damit sparen sie massenhaft anfallende Putzarbeiten, und denken Sie daran: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.
  • Gestehen Sie der Wäsche ihre eigene Umlaufbahn zu, sie will das so, denn, was keiner weiss, sie neigt zu Klaustrophobie und Schränke beängstigen sie: Getragen werden – Wäschekorb – Waschmaschine – Wäschekorb (langer Aufenthalt) – getragen werden – Wäschekorb – Waschmaschine – Wäschekorb (langer Aufenthalt)… ich glaube, Sie haben verstanden.
  • Befreien Sie sich vom Anspruch zwei gleiche Socken anziehen zu wollen.

Dass Sie diese Tipps befolgt haben, merken Sie, wenn Ihr Kind Sie regelmässig beim Aufräumen und Putzen fragt, wer denn heute zu Besuch komme.

Advertisements

27 Kommentare

Eingeordnet unter Neulich, Vom Sollen und Tun

27 Antworten zu “Haushalten mit Frau Gminggmangg

  1. mile

    genial, genau so gehe ich auch vor.

  2. ich lass das jetzt nicht herrn b. lesen!
    (groß-ar-tig!)

  3. Kann ich direkt so unterschreiben.

  4. jpr

    Sogar das Internet unterstuetzt Sie bei Ihren Thesen (und wir wissen ja, was da steht kann nie falsch sein): https://xkcd.com/1066/.
    Oh und wegen ‚Kramzimmer‘ – ich haette viel mehr Bedenken, wegen Keller und Estrich…

    //PS: Andrerseits: wenn Herr G. Sie offiziell fuer nicht faehig erklaert hat heisst das doch eh im Umkehrschluss, dass Sie auch nicht mehr teilnehmen muessen, weil er das grosszuegigerweise uebernimmt, non?

    • Das ist ein sehr schöner LInk und, wie soll ich sagen, ich fühle mich ertappt, wahrscheinlich sind das die Folgen des Kinderkriegens im direkten Anschluss ans Studium.

  5. Absolut großartig. Vielen Dank – viele Tipps beherzigen wir bislang schon… Den Rest dann ab heute ;-)

  6. Hola Señora G.!
    Zu schade, bist du bereits verheiratet. Ich würde dich sofort heiraten! :-) Zu meinen Haushaltskünsten muss ich dir nichts erklären – ich bin sicher, du hast noch blumige Erinnerungen aus der WG-Zeit!! Haha… Ich habe noch ein Tip für Kinderlose: Erzieht eure Haustiere. Unsere Katzen saugen einmal die Woche und können mittlerweile auch die Mikrowelle bedienen. Mit der Waschmaschine haperts noch, aber sie sind ja auch erst 7 Jahre alt. Wir hoffen, dass sie im Teenageralter nicht altersgemäss zu Messies werden und zumidest die Bierflaschen selber entsorgen.
    (und ja, einen fleissigen Mann habe ich auch, auch wenn ich mir den Ehering selber gekauft habe :-) )
    Haha. Ich finde es klasse, dass ich auch hier deinen Blog lesen kann. Das lindert allfälliges Heimweh enorm!
    Liebe Grüsse aus Buenos Aires,
    La Aenni

  7. Broe

    Sehr gut beschrieben – sicherlich (also hoffentlich) wird das irgendwann in die Norm übergehen, wenn das mehrere Menschen auch international so handhaben. Und irgendwann wird man nicht mehr krum angeschaut, weil man nie bügelt :) (Ich bin sogar schon mit einem Bügeleisen beschenkt wurden… ein Wink mit dem Zaunpfahl, der nix genutzt hat :D )
    Ganz herzig die Frage nach dem Besuch, wenn man denn mal putzt (so handhabe ich das auch) – was den Kleinen so alles auffällt.

  8. Vielen Dank für die konstruktiven Gebrauchsanweisungen für einen modernen Haushalt! Eine weiterer Vorschlag aus der WG-Zeit mit meinem Bruder (damals noch spülmaschinenfrei):
    Wenn sich der Gebrauch von Geschirr mal nicht vermeiden lässt, kann selbiges nach Überprüfung des Ekligkeitsfaktors (wobei sich die entsprechenden Schwellwerte nach längerem Einsatz der Methode nach oben verschieben können) durchaus nochmal verwendet werden, bevor man es einer Säuberung unterzieht.
    Da meine Schwellwerte über denen meines Bruders lagen, fiel ihm meistens der Abwasch zu und vielleicht gibt es einen Zusammenhang zu den lärmintensiven Geschenken, mit denen er Jahre später meine Kinder bedachte :-)

  9. „Machen Sie nichts was von selber geschieht“ – diese goldene Regel werde ich ausdrucken, in siebenunddreißigfacher Ausführung, und an alle vorhandenen Zimmertüren hängen, zur Immerwiedererinnerung und Erklärung der Zustände ohne viele Worte.

  10. Kommt mir sehr bekannt vor!
    Besuch wird auch überbewertet, man kann ja einfach selber jemanden besuchen!
    Das mit der Wäsche wird hier fast genau so gehandhabt und was doch gebügelt werden muss, lasse ich bügeln! (kleiner persönlicher Luxus)
    Liebe Grüsse aus dem Chaos

  11. das ist tatsächlich auch sehr ökonomisch. ökotropholog*innen haben errechnet, dass es schlichtweg billiger ist, alle dreißig jahre neue fenster einzubauen als diese ständig zu putzen. was das kostet!

  12. mammasusanna

    Ich musste schon mal aufräumen/putzen, weil meine Mutter mir die Wohnung putzen kommen wollte… (seither lehne ich jegliche Haushaltshilfe seitens meiner Mutter ab). Ansonsten versuche ich, diese elendigliche Arbeit so gut als möglich zu erledigen, aber es nützt einfach nichts… immer dieses Puff überall… Am wichtigsten ist Punkt nummero 1!
    Schön waren die 3 Monate Spitex, die ich mal zugute hatte – da wurde 2x die Woche gefiedelt, herrlich! Wär also schon schön, ein properes daheim…

  13. :-)
    Wissen Sie, was uns (derzeit noch…) davon abhält, das Putzen out-zu-sourcen? Wir müssten dann regelmäßig die Zimmer auf- und den Boden freiräumen…

  14. Die Sache mit dem Bügeleisen nicht kaufen… die klappt nicht, wenn eine südländische Schwiegermutter in mehr oder regelmässigen Abständen auftaucht und einem solch Teufelszeugs anschleppt!

  15. Pingback: Lebensaufgabenliste | Gminggmangg

  16. Pingback: Lebensaufgabenliste II (21. Dezember) | Gminggmangg

  17. Pingback: Werbeblöckchen – 7 | Gminggmangg

Kommentariat:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s