Kavajë (Nähe Durrës) AL – Ljubaništa (Nähe Ohrid) MK (Tag 16)


Je weiter wir uns von unserem letzten Stellplatz entfernten und je weiter wir in Albanien eintauchten, desto mehr wurde uns bewusst, wie sehr sich die Familie die den Zeltplatz in Kavajë betreibt eine kleine Oase geschaffen hat. Eine kleine, verhältnismässig saubere, sichere und unheimlich schöne Oase, mitten in einem zugemüllten, unfertigen und seltsam zusammenhangslos anmutenden Land(esteil). Sie werden es bemerkt haben, wir wurden nicht warm mit Albanien, auch wenn die Albaner äusserst wahrmherzig sind, es alleweil ungemein spannend war und mein Reiseherz ob all der Andersartigkeit und den Gegensätzen in Ursprünglichem (Eselgespann und BMW) höher schlug, mit einem Kind ohne Verständnis für die Differenzierung in Abfall und Bespielbarkeiten, erschien uns dieses anscheinend fast lücken- aber ganz sicher gnadenlos zugemüllte Land nicht der richtige Ort. Ich befürchte, nein hoffe, dass es uns nur in die falschen Landesteile verschlagen hat.
Mazedonien gestaltete sich schon kurz nach der Grenze ungefähr so, wie ich mir das von Albanien vorgestellt hatte: Schöne, kleine, sehr ursprünglich gehaltene Dörfer, viel Landwirtschaft, lebendige, lärmige Ortskerne, schlechte Strassen und freundliches Volk.
Am Abend ereilte uns die grosse Sinneskrise in voller Schlagseite, denn, ja, wir landeten auf einem unheimlich schmuddeligen, wer ahnts?, zugemüllten Platz, in Mazedonien. Ja, das Reisen mit Kinden ist anders als das Reisen ohne Kinder. Wo wir früher notfalls auch in Stadtparks und anderen Gratisabstiegen nächtigten, sollte heute die nächtliche Umgebung zumindest ansatzweise kindergecht sein, immerhin müssen ja Teile ja des Abends und des Morgens an Ort verbracht werden. Wir beschlossen am nächsten Tag nach Griechenland aufzubrechen und es mit etwas Abstand auf der Rückreise nochmal mit den Balkanstaaten zu versuchen.

    Bemerknisse

  • Der Gefähre tut nur so, als sei er ein albanisches Taxi, ist aber, oder besser gesagt, seine Besitzer sind, gänzlich unfähig. Ein Versuch in Stichworten: alter Mann an Strasse, auf Taxi wartend, weiche Herzen, Zielortabsprache in verschiedener Sprache, stilles Fahren, albanische Schimpftiraden, alter Mann an Strasse, auf Taxi wartend.
  • Schlaglochkategorien auf albanischen Strassen:
  • Kategorie 1, leichte bis mittelschwere Bodenunebenheiten – Kontaktlinsen verrutschen, Schuppen fallen, Autoreifen und Achsen weinen leise.
  • Kategorie 2, mittelschwere bis schwere Bodenunebenheiten – leichte Schütteltraumata, Reifen machen Platt, Achsen beten schreiend und knirschend um Gnade.
  • Kategorie 3, schwer bis nahtoderfahrungsspendende Bodenunebenheiten – Schleuder- und Schütteltraumata, Achsenbrechen, Reifen verabschieden sich.
  • Auf Wohnwagenstellplätzen ohne fixe Nummerierung empfiehlt es sich grundsätzliches Misstrauen gegenüber freien Plätzen abseits des steppenden Bärs. Touristen teilen sich übrigens das Händchen für die Stellplatzwahl in Freiluftklos.
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    Eingeordnet unter Bemerknisse, Neulich, Reise 2012, Reisen mit Kindern

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