Geyikli Iskelesi (Nähe Çanakkale) – Irgendwo am Meer, in der Nähe von Gülpinar (Nähe Çanakkale) – Ören (Nähe Edremit) (Tage 34-36)


Die Gegend in der wir uns immer noch (tatsächlich ist heute der 13.8.) befinden nennt sich die Troas, der Name lässt erahnen, hier soll auch die sagenumwobene Schlacht von Troja stattgefunden haben, eigentlich bietet die Gegend aber einiges mehr als Mythen und tatsächliche Ausgrabungsstätten. Die Region ist kaum tourismusbetoffen, wenn, finden hauptsächlich türkische Urlauber hierher. Wir legen nur wenige Kilometer zurück, was nicht an den schlaglöcherdurchzogenen oder gar gänzlich unbefestigten Strassen, sondern an unserem Empfinden liegt, hier gerade ein ganz ausserordentlich schönes Stück Türkei gefunden zu haben: Weite, hügeliege Landschaft, weissegelbe Felder, besetzt mit tausenden von knorrigen Olivenbäumen, hie und da gesellen sich einsame Feigenbäume dazu, an besonders ungeschützten Stellen auf Anhöhen, trotzen nur einige mutige Olivenbäume noch Sonne und Wind, der Boden ist ungemein trocken, fast schon wähnen wir uns in Wüstengebiet, fänden wir nicht hinter dem nächsten Hügel wieder riesige Tomaten- und Paprikplantagen vor, auf denen Lastwagen voller bekopftuchter Frauen mit der Ernte beginnen oder hinter dem übernächsten Hügel das pinien-, feigen- und olivenbaumgesäumte, tiefblaue Meer vor. Die verhältnismässig spärlich gesäten Kleinstdörfer muten ursprünglich an, die Häuser sind aus Stein und/oder lehhmverputzt, Esel spazieren über staubige Dorfplätze, die Teegärten sind voller Männer mit Schnurrbärten, die Frauen tragen entweder schlichte Kleidung mit Kopftuch, oder farbenfrohe Trachten mit verzierten Kopftüchern, die Kinder auf den Rücken gebunden. Ich vermute Letztere gehören einer anderen Islamischen Glaubensrichtung an, verfüge aber leider nicht über das Wissen um Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Ich bin geneigt zu sagen: Bitte fahren Sie NICHT in diese Region, auf dass sie noch ein wenig vom grossen Massentourismus verschont bleibe, fürchte aber, dass ich zu spät bin, zeichnen sich doch hier schon erste Veränderungen ab und je weiter wir gen Izmir fahren, desto breiter werden die Strassen, desto höher die Bauten und desto hässlicher werden die Häuser- und Hotelfronten, die uns den Blick zum Meer nehmen.

    Bemerknisse

  • Guter Kaffee ist wichtig, ich will nicht sagen Mordpräventionsmittel, auch hier, leider wissen das die Türken nicht, oder haben diesbezügliche Wahrnehmungsverschiebungen, jedenfalls ist er kaum zu finden und als dem doch mal so war, hyperventilierten wir vor Glück, und trugen ihn von da an mit den anderen Wertsachen stets am Körper. Leider ist er ausgetrunken. Wir trauern. Um erwägen einen Expressflug nach Italien.
    Sie kennen das politisch inkorrekte Kaffeelied? Ersetzen Sie das Wort „Kinder“ durch „Kaffeesensibelchen“.
  • Ja die türkische Zeit verstreicht anders, ja, man nimmt es hier nicht so genau, ja, manchmal dauert es, aber bisweilen sehen wir uns auch mit Überfordeungsmomenten konfrontiert, dann nämlich, wenn der Çay vor uns steht, noch ehe wir ihn bestellt haben, oder wenn ein zufälliger Blick reicht, um den Schuhputzer vermeintlich aufzufordern, und Mann noch ehe er abwehrend die Hand zu heben vermag, mit blitzeblanken Schuhen da steht.
  • Der Tourist in der Türkei tut gut daran, sich im voraus über Preise zu informieren, oder sich zumindest zu überlegen, wie viel (mehr als die Einheimischen) er wofür zu zahlen gedenkt, denn an sonsten bezahlet er garantiert überall die Versuchen-kann-mans-ja-Preise.
  • 20120813-214325.jpg

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    2 Kommentare

    Eingeordnet unter Bemerknisse, Neulich, Reise 2012, Reisen mit Kindern

    2 Antworten zu “Geyikli Iskelesi (Nähe Çanakkale) – Irgendwo am Meer, in der Nähe von Gülpinar (Nähe Çanakkale) – Ören (Nähe Edremit) (Tage 34-36)

    1. mammasusanna

      Das mit dem Kaffee verwirrt mich grad – mögt ihr den türkischen nur so mässig? Oder haben die alle auf Nescafé umgestellt? Und warum ist der Kafi in der Schweiz selbst beim alleritalienischstem „Italiener“ (bei uns eine Gelateria) nicht ganz so gut wie der in Italien? Fragen über Fragen! Hier ists übrigens auch schön – der Himmel hat sich vom Julidunst ins Augustblau gewandelt und alles ist im Saft… Grüsse, s

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