Dubrovnik – Murter (Tage 59-61)


Schon in Montenegro haben uns „unsere Deutschen“ von einer per Brücke erreichbaren, kroatischen Insel vorgeschwärmt, die sie auf dem Rückweg unbedingt besuchen wollten und lieferten gar kinderfreundliche Tipps, Wegbeschriebe und Hinweise auf der Karte. Nach dem den Kindern und uns die letzten gemeinsamen Tage in Montenegro und Kroatien so gefallen haben, beschliessen wir, ihnen auch noch nach Murter zu folgen, einige Tage zu bleiben und von da aus eine Fähre nach Bari zu organisieren, wollen wir doch die letzten Wochen gerne in Süditalien verbringen. Um von Dubrovnik nach Murter zu kommen müssen 370 km zurückgelegt werden, mehr Kilometer haben wir nie an einem Tag hinter uns gebracht und so halten wir uns die Option eines Zwischenstopps offen. Wir verabschieden uns temporär und fahren los. Das Glück scheint uns Hold, denn die Kinder schlafen lange und ausdauernd uns so kommen wir rasch sehr weit. „Unsere Deutschen“ sind vor uns am Ziel, organisieren einen Schlafplatz und senden uns die entsprechenden Koordinaten. Dankbar uns quasi ins gemachte Nest setzen zu dürfen folgen wir der Beschilderung Richtung Murter durch niedliche Dörfer am türkisblauen Meer und erfreuen uns ob der Tatsache, dass wir an ein derart lauschiges Fläckchen Erde gelotst werden. Die kroatische Insellandschaft erstrahlt also in altbekannter Schönheit und wir fahren bis wir in dem Dorf ankommen, dass Murter und Kroatien per Zugbrücke verbindet. Der aufmerksame Leser wird es bemerkt haben, wenn hier gerade noch von „altbekannter Schönheit“ geschrieben wurde, ist dies durchaus wörtlich zu nehmen, denn beim Warten auf die Zulassung zur Zugbrücke bemerken auch wir: Nun, äh, hier waren wir schon mal vor acht Wochen. Sie erinnern sich an unseren Schlafplatz auf dem Klo der Nackten?
„Am Rande einer wunderbar grünblau schimmernden Meeresbucht fanden wir einen Platz, der aber leider aus allen Nähten platzte, so dass wir uns im inoffiziellen, hinteren Teil einen Platz suchen mussten. Kein Problem, Strom brauchen wir nicht zwingend, ebensowenig fliessendes Wasser, auch mit den anfänglich irritierenden, vielen Nackten konnten wir umgehen, schade war allerdings, dass wir den Gefährten neben die mutmassliche Freikörperkulturcamperfreilufttoilette gestellt hatten und noch schader war, dass Äm diesen Umstand als Erste bemerkte.“
Ja, der war auf Murter. Wir kichern lautstark vor uns hin, denn das Nichterinnern an Namen und Ort der Insel ist so bezeichnend dafür, wie wir reisen. Der Blick auf die Karte ist sekundär, wir fahren wortwörtlich meist der Nase nach. Auf einen erfreulicheren Aufenthalt hoffend folgen wir dem Wegbeschrieb zum Campingplatz, der uns Zielsicher noch haargenauer an den uns bekannten Schlafort des Grauens bringt. In Lachtränen aufgelöst erreichen wir „unsere Deutschen“. Lassen Sie mich kurz fassen: Wir haben viel gelacht, einen ungemein schönen Platz (abseits der Freikörperkulturcamperfreilufttoilette) bezogen und den Kindern und uns (in Kleidung) mit Feuermachen, Pfützenspringen, Angeln, Tintenfische-, Krebsebeobachten Drachensteigenlassen, Bootfahren, Schorcheln, Plantschen und Baden zwei paradiesische Tage auf Murter beschert.

    Bemerknisse

  • Wer, nach dem er erst vor acht Wochen an einem Ort war, vergessen hat, dass ebenda überhaupt schon mal war, liefert unweigerlich die Vorlage für einen Wiederholungsscherz.
    „Was, ihr wart noch nie in München, seid ihr sicher?“
  • Permanente Nacktheit wird auch nach mehreren Tagen nicht ästhetischer.
  • Es gibt Gelegenheitsnackte und Prinzipnackte, Letztere können bei kälterem Wetter nicht aus ihren Wohnwägen.
  • Konservierte Konversationen (siehe Kategorien), die Reiseedition
    Frau G.: „Was ist los? Du wirkst so…“ (wortesuchend)
    Herr G.: „Irgendjemand muss ja wirken.“
    Frau G.: „Hast du das Gefühl, dass ich nichts mache?“
    Herr G.: „Doch, du machst Feien.“
  • Schlafzimmerfensterblick:

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