Ulcinj MNE – Mlini (bei Dubrovnik) HR (Tag 58)


In den Tagen in Montenegro haben Y und Äm jede Minute, die nicht gerade mit schlafen oder essen befüllt war mit zwei Kindern aus Deutschland verbracht. Derart intensive Freundschaftspflege zwischen Kindern führt unweigerlich dazu, dass die Eltern sich ebenfalls miteinander befassen müssen. Pech, wenn die Wellenlängen derart auseinanderdriften, dass auch kein Stecken und Recken zu konstruktiven Berührungspunkten führt, um so Glück, wenn sich, wie im Falle der neu bekannten Münchner (die übrigens ihre Reise hier (Bulli on Tour auf Facebook) auch dokumentieren), aus den Kinderfreunsschaften bereichernde, spannende und erheiternde Gespräche oder gar der Beschluss gemeinsam ein Stück zu reisen ergeben.
Wie schon auf der Hinfahrt geplant, wollen wir heute Dubrovnik anfahren, diesmal allerdings besser vorbereitet und ohne Ansinnen mit dem Gefährten in der Stadt einzufahren, sondern mit der Absicht, ihn auf einem nahegelegenen Campingplatz abzustellen, um die Stadt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Strecke die wir zurücklegen haben wir bereits auf unserer Fahrt in die andere Richtung grösstenteils gesehen, was aber keineswegs etwas an empfundener Schönheit mindert, im Gegenteil, wie schon andernorts erwähnt, hinterlässt die Tatsache unserer veränderten Wahrmehmung doch tiefe Eindrücke und mehr als je sind wir sicher: Reisen verändet und öffnet Blickwinkel. Auch haben die sechs, sieben Wochen die zwischen damals und heute liegen, dem Herbst ganz eindeutig Tor und Tür geöffnet, was karg war ist noch karger, Wiesen gelber und die Bäume zeigen eindeutige Anzeichen erster Verfärbung.
Am Stellplatz angekommen, essen wir zu Mittag und brechen bald Richtung Stadt auf. In Reiseführern und -berichten wird Duvrovnik als eine der schönsten, wenn nicht die schönste Stadt an der Adria, über alle Massen gelobt und mit entsprechend hohen Erwartungen betreten wir die Stadt. Anzunehmen, dass das Altstädchen auch durchaus seinen Reiz hätte, wenn es denn unter den ganzen Touristenmassen auch zu sehen wäre. Ob es nun die Umstellung zu Albanien ist, in dessen „touristischem“ Bergdorf Berat wir bis auf eine englische Reisegruppe keine anderen Ausländer getroffen haben, oder schlichte Müdigkeit und die Tatsache, dass wir der Stadt gar keine Chance liessen, Dubrovnik erscheint uns zu touristisch und damit irgendwie charakterlos, eben einfach eine, zugegeben sehr ansehnliche, nette Filmkulisse, ohne grossen Charme. So richtig Gefallen finde ich jedenfalls erst, als wir uns nach dem Eindunkeln, auf der Suche nach der Bushaltstelle, treppauf, mitten in ein hoch über der Altstadt gelegenes Wohnquartier verirren.

    Bemerknisse

  • Dass im Öffentlichen Verkehr im Ausland nicht unbedingt mit schweizerschen Tüpflischissergenauigkeit zu rechnen ist, habe ich gewusst und erwartet, wenig aber die offensichtlich institutionalisierte, allgegenwärtige Verspätung von 3/4h. Uns solls recht sein, ersparten diese Umstände doch 1/2stündiges Warten mit vier Kindern mit erhöhtem Quengelpotential.
  • Ich empfehle dringendst die adriatische Küste von Norden (Kroatien) nach Süden (Albanien) zu fahren, umgekehrt ist der, je nördlicher, je anwachsendere Massentourismus am Meer doch eher eine grosse Umstellung und, hat man einst die herrliche Ruhe genosse, vielleicht schwer zu ertragen. Faszinierend ist es alleweil, wie frappant die infrastrukturellen und touristischen Anlagen sich verändern.
  • Nach der offenen Herzlichkeit der Albaner und dem Gefühl überall willkommen zu sein (Nein, nicht nur weil wir ständig freudig als Sammeltaxi begrüsst wurden.), fällt es schwer die oft lächellose (aber eigentlich nicht minder vorhandene) Freundlichkeit der tourismusverwöhnten Kroaten als solche zu erkennen.
  • Im Vorfeld wurde auf unser Ansinnen mit den Kindern durch Länd wie Albanien zu reisen teilweise eher verständnislos, oder wohl eher vergangenheitsbefangen, reagiert und immer wieder kam die Frage nach der Sicherheit. Ich kann versichern: Albanien ist, bis auf teilweise katastrophale Strassenverhältnisse, sicher. Trotzdem ulken wir seither gerne mit dem vermeindlichen Kriesenherd Albanien rum und wann immer es Beschwernisse aller Art gibt, winken wir ab: „Macht uns nichts aus, wir waren in Albanien.“ Auch das kann ich versichern: Die Reaktionen der Gegenüber sind divers, aber meist unterhaltsam.
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    Eingeordnet unter Bemerknisse, Neulich, Reise 2012, Reisen mit Kindern

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