Acireale (Sizilien) – Catánia – Punto Braccetto (Nähe Vittória) (Tage 74-76)


Wieder ist Äm morgen fieberfrei und in bester Verfassung. Wir brechen auf, in der Absicht erst den Ätna zu bestaunen und uns danach einen zentral gelegenen Platz zu suchen. Das wiederkehrende Fieber bereitet Sorgen und wir wollen bei erneutem Temperaturanstieg einen Arzt konsultieren. Die Fahrt gen Ätna ist wunderschön, die Sizilianischen Dörfer und Städe durch die wir fahren und ihre unbescheiden verzierten Bauten sind herrlich be- und verlebt und wirken damit ungemein charaktervoll. Selbst weniger alte Stadt- und Dorfteile, in denen in Bezug auf die Häuser an sich nicht von Schönheit gesprochen werden kann, ist ein ganz eigener, anziehender Charme eigen. Wir fahren einen Nebenkrater des Ätna an, denn nach unseren Informationen kostet die Fahrt auf den Hauptkrater um die 60 Euro, was uns eindeutig zu viel ist. Am Nebenkrater unternehmen wir eine kleine Wanderung auf einen der lavagesteinüberzogenen Hügel und geniessen die atemberaubende Aussicht. Als ich Äm, unten angekommen, wieder aus der Tragehilfe nehme, glüht sie wieder. Wieder hat sie um die 39*C Fieber. Nach einem Gespräch mit unserer Kinderärztin beschliessen wir in die nächstgelegene Stadt, Catánia, zu fahren, uns da einen Stellplatz zu suchen um von dort aus einen Ausflug zum Arzt zu unternehmen. Der Platzinhaber in Catánia, ein Deutscher, rät uns in den Notfall im nahegelegenen Krankenhaus zu fahren. In der Notfallstation des Regionalspitals ist einiges los, Ärzte, Schwestern und anderes Personal rennt hektisch durch die Gänge und brüllt sich immer mal wieder lautstark an. Als wir unsere Situation und Äms Beschwerden schildern, blickt man uns mit weit geöffneten Augen an: Fieber über 39* C? Über SECHS Tage? Wir fragen uns, ob derartiges in Italien nicht geschieht. Die erste Frage im Behandlungszimmer ist dann auch, ob wir Äm schon selber mit Antibiotikum behandelt haben, was wir natürlich, etwas verdutzt, verneinen. Äm wird unter ohrenbetäubendem Gebrüll gewogen, für zu leicht befunden, und an Hals, Rachen und Brustraum untersucht. Fall und Vorgehen scheinen für die Ärztin völlig klar: 1. Antibiotikumgabe, 2. stricktes Frischluftverbot, allerhöchstens „manchmal kurz das Fenster öffnen“. Mir fehlt es eindeutig an medizinischem, italienischem Vokabular und wir nehmen das Rezept das wir erhalten und verlassen die Station wieder. Erneut telefonieren wir mit Äms Kinderärztin, die zwar bemängelt, dass kein Infektbarometer gemacht und die Untersuchungen so oberflächlich gehalten wurden, rät aber auch dazu, Äm antibiotisch zu behandeln, zumal das Fieber schon so lange immer wieder ansteigt uns ansonsten keine Symptome auszumachen sind. Nach langem Hin und Her und einigen (uns)innigen Sinneskrisen, entscheiden wir uns gegen eine verfrühte Heimfahrt und dazu abzuwarten, ob Äms Zustand sich in ein, zwei Tagen verbessert hat. Am nächsten Morgen ist Äm, wie gewohnt morgens, fieberfrei. Wir brechen auf und ein kleines Stück Richtung Südwesten. Damit haben wir den mutmasslich (ev. war d auch schon auf dem Peleponnes) südlichsten Punkt unserer Reise erreicht. Da wir so früh weder nach einem Übernachtungsplatznsuchen, können wir überteuerte Angebote (40€ pro Nacht) getrost ausschlagen und finden eine ungemein sympathischen Platz, am Rande einer nebensaisonbedingt ausgestorbenen Feriensiedlung. Den Nachmittag verbringen wir am Strand, Äm geht es wunderbar und auch die Nacht wird die erste fieberfreie, seit acht Nächten.

    Bemerknisse

  • Wenn Fahrspuren nicht durch Doppelbefahrung künstlich verkleinert werden, dann durch parkende Autos. Stellen Sie sich hier bitte nicht ein 1/2 auf Trottoir, 1/2 auf Strasse geparktes Auto vor, sondern ein 0 auf Trottoir, ganz auf Strasse geparktes Auto und Zusätzliches daneben. Beidstrassenseitig.
  • Der kluge und äusserst packasketische Sizilienreisende reist per Smart.
  • Wo anders als in Italien (oder der Türkei) würden Receptionistin, Putzfrau und Gärtner des Campingsplatzes, unabhängig voneinander, vor Abreise extra nochmal vorbeikommen, um sich nach Fieberkindes Wohlergehen zu erkundigen.
  • Nebensaison ist, wenn der Campingplatzpatrone Herrn G und Y zum Lebensmittel- und Gefährtenscheinwerferbirneneinkauf ins nächstgelegene Dorf ausführt.
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    Ein Kommentar

    Eingeordnet unter Bemerknisse, Neulich, Reise 2012, Reisen mit Kindern

    Eine Antwort zu “Acireale (Sizilien) – Catánia – Punto Braccetto (Nähe Vittória) (Tage 74-76)

    1. Ich würde wirklich gerne so einen malerischen Ort zu besuchen.

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