Tagesarchiv: Oktober 16, 2012

Von Um- und Fremdplazierungswünschen


Es beginnt jeweils ganz harmlos, ohne die kleinsten Anzeichen aufziehender Gefahr, oft wenn ohnehin Veränderungen anstehen, meist kurz vor Ferienende, gerne auch wenn sich Besuch ankündigt. Herr und Frau Gminggmangg räumen auf, putzen, betrachten ihr Werk, bekunden ihr Glück ob Wohnort und Heim. „Sieht schön aus, so eine aufgeräumte, saubere Wohnung.“ „Stimmt! Weisst du was auch gut aussehen würde?“ Und das ist der Punkt, an dem der Weltfrieden kurzerhand und regelmässig mit Füssen und in weite Ferne getreten wird. Ja, das Gegenüber könnte das Unglück noch abwenden, könnte einfach nicht nachfragen, aber Pandora und so, Sie wissen schon. „Wir tragen einfach das Bett nach oben, nur das, das ist keine grosse Sache und wir hätten wieder ein richtiges Wohnzimmer.“ versuchen wir es uns noch schön zu reden, wohlwissend, dass wir uns belügen. Drei Stunden später wissen wir zwar, dass der Kühlschrank nicht ins Badezimmer passt, es eine Sache der Unmöglichkeit ist, ein volles Bücherregal bücherlawinenfrei einen Stock höher zu verfrachten und dass das Sofa im Büro zur wahrhaftigen Hürde würde, die Wohnung sieht aber aus, als hätte sich eine Horde hyperaktiver Dreijähriger mit massiven Verhaltensauffälligkeiten, destruktiven Verhaltenweisen und unverhältnismässigen Körperkräften ohne Aufsicht ausgetobt, Herr Gminggmangg und ich haben uns je einem Scheidungsanwalt besorgt und die Kinder rufen nach Fremdplazierung.

Aber grämen Sie sich nicht, fürchten Sie sich nicht, oh, verzaget nicht, das Weltenend ward noch immer abgewandt. Bis zur nächsten Einrichtungsumstellungsidee.

Werbung

6 Kommentare

Eingeordnet unter Elternsein, Neulich, Vom Sollen und Tun