Von Um- und Fremdplazierungswünschen


Es beginnt jeweils ganz harmlos, ohne die kleinsten Anzeichen aufziehender Gefahr, oft wenn ohnehin Veränderungen anstehen, meist kurz vor Ferienende, gerne auch wenn sich Besuch ankündigt. Herr und Frau Gminggmangg räumen auf, putzen, betrachten ihr Werk, bekunden ihr Glück ob Wohnort und Heim. „Sieht schön aus, so eine aufgeräumte, saubere Wohnung.“ „Stimmt! Weisst du was auch gut aussehen würde?“ Und das ist der Punkt, an dem der Weltfrieden kurzerhand und regelmässig mit Füssen und in weite Ferne getreten wird. Ja, das Gegenüber könnte das Unglück noch abwenden, könnte einfach nicht nachfragen, aber Pandora und so, Sie wissen schon. „Wir tragen einfach das Bett nach oben, nur das, das ist keine grosse Sache und wir hätten wieder ein richtiges Wohnzimmer.“ versuchen wir es uns noch schön zu reden, wohlwissend, dass wir uns belügen. Drei Stunden später wissen wir zwar, dass der Kühlschrank nicht ins Badezimmer passt, es eine Sache der Unmöglichkeit ist, ein volles Bücherregal bücherlawinenfrei einen Stock höher zu verfrachten und dass das Sofa im Büro zur wahrhaftigen Hürde würde, die Wohnung sieht aber aus, als hätte sich eine Horde hyperaktiver Dreijähriger mit massiven Verhaltensauffälligkeiten, destruktiven Verhaltenweisen und unverhältnismässigen Körperkräften ohne Aufsicht ausgetobt, Herr Gminggmangg und ich haben uns je einem Scheidungsanwalt besorgt und die Kinder rufen nach Fremdplazierung.

Aber grämen Sie sich nicht, fürchten Sie sich nicht, oh, verzaget nicht, das Weltenend ward noch immer abgewandt. Bis zur nächsten Einrichtungsumstellungsidee.

Advertisements

6 Kommentare

Eingeordnet unter Elternsein, Neulich, Vom Sollen und Tun

6 Antworten zu “Von Um- und Fremdplazierungswünschen

  1. jpr

    Weil es zumindest in der Vorbereitungsphase auch erlaubt die Kinder einzubeziehen gleich ein altkluger Tipp: fertigen Sie sich eine Zeichung der Wohnung (massstabsgetreu) und lose Papierquadrate fuer die transportablen Stuecke (Couches, Sessel, Regale, Pflanzen, Waschmaschinen, Kuehlschranke, Spielzeugboxen, …). Sodann koennen Sie friedlich vorausschauen, ob die gewunschte Konfiguration passt, oder was man sonst noch so verschieben muesste, wenn nun dieses von A nach B wanderte (es fehlt dann natuerlich der Leibesertuechtigungsaspekt).
    Und der Einbezug der Kinder: naja, zumindest beim Ausschneiden der Quadrate koennen sie sicher helfen.

    • Wieso sollten wir so einen Aufwand betreiben, nur um mal eben einen Tisch von einer in die andere Ecke zu schieben?
      (Ernsthaft, würden wir je planen derart ausufernd Möbel zu rücken, wäre das sicherlich eine hervorragende Idee.)

  2. Macht das ganze doch noch virtueller: mit Sweet Home! Macht richtig Spaß, man kann vorher sehen, was geht und was nicht (außer man hat die Maße nicht richtig übertragen), und wenn man will, sogar neue Fenster einsetzen…

  3. Uromastyx

    Toppen lässt sich die ganze Umstellerei locker durch einen Besuch bei einen grossen blau-gelben Möbelhaus, wo man
    a) Vor lauter Menschenmassen sowie Überangebot keine Ahnung mehr hat was man ursprünglich wollte (ausser Kerzen natürlich, die gehen ja immer)
    b) Und das Blatt mit fein säuberlich notierte Masse von Zimmern, potentiellen Möbeln etc. zuhause auf dem ähhhhh, Dingens liegt das man eigentlich ersetzen wollte…

Kommentariat:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s