Tagesarchiv: Oktober 25, 2012

Die Liste der Unvernunft


Wer das Prinzip von Ursache in Wirkung verstanden hat, vermag in aller Regel die Konsequenzen seines Tuns zu erahnen. Handlungen die wenig Sinn und Gewinn, dafür absehbar weitreichende negative Konsequenzen ergeben, werden vermieden. Klingt bestechend logisch, finde ich. Theoretisch. Wenn es da nicht die Dinge gäbe, die ich, wider besseren Wissens und Vernunft, trotzdem tue. Gerade als Mutter tut sich da ein weites Feld auf, angefangen beim kopflosen aufs Spiel setzen des soeben mühsam erkämpften Schlafzustandes der geliebten Brut…

  • Nach Stunden des Ringens um Schlaf und endlich erlangter süsser Schlummerruh den Popel an Kindes Stirn erblicken und ihn aus teils ästhetischen, teils unerfindlichen Gründen weg kratzen. (Wahlweise auch hochgerutschten Pyjamaärmel zurechtzupfen, nachsehen ob der neue Zahn schon durchgebrochen ist oder irgendwas aus- oder anziehen, weil das Kind mit Sicherheit ansonsten erfrieren oder zerfliessen würde.)
  • Dem Kind zeigen wie man ein iPhone oder iPad entsperrt.
  • Essen ein Auto vorbeifahren hören, mit den Kind darüber sprechen und das Geräusch imitieren. (Sie sehen nichts Schlimmes daran? Lassen Sie ihr spinatessendes Kind mal „Brrrrrrrrrrrr!“ sagen.)
  • Sehr spät schlafen gehen. (D.h. Für Frühaufstehereltern nach 21 Uhr)
  • Möbel umstellen.
  • Nachts aus Faulheit nicht pinkeln gehen und mit voller Blase weiter schlafen, oder es zumindest versuchen.
  • Abends Kaffee trinken und/ oder kompensieren was ich ganztags nicht getrunken habe.
  • Weil das kleine Kind sich am Dreirad festklammert und das grosse Kind treuherzigen Blickes um einen Laufradausflug bittet, keinen Buggy mitnehmen, und ab Spazierrundenhälfte motivierende Lieder fürs bockende ältere Kind trällern und ein Dreirad, ein Laufrad, einen Rucksack voller Zwischenverpflegung und ein Kleinstkind tragen.
  • Nach möglichen sportliche Aktivitäten suchen, Ausrüstung dafür kaufen, einmal benützen.
  • Am Abend vor Arbeitstagen die Tasche nicht packen und nicht entscheiden welche Kleider am nächsten Tag getragen werden sollen.
  • Den Kindern zeigen wie lustig es ist, wenn Mutter mit ihnen auf dem Rücken affenzahnend durch den Garten galoppiert. Immer wieder.

Wie sieht Ihre Liste aus?

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