Tagesarchiv: Dezember 19, 2012

Dafürer als dagegen. (19.Dezember)


Journelles und ihrem Artikel „Ich bin dafür“ ist es zuzuschreiben, dass ich mir in den letzten Tagen dafür Gedanken machen musste. Und auch dagegen dachte ich.

Ich war früher, in der dafür vorgesehenen Zeit, ziemlich grundsätzlich dagegen und zelebrierte diese Haltung mit Innigkeit. Das war damals auch OK, wie gesagt, ich habe diese Phase passgenau im dafür vorgesehenen Zeitfenster hinter mich gebracht. Und doch hange ich immer noch ein wenig am Gefühl der früheren Oppositionalität, ja, vermisse sie gar ein wenig. Heute bin ich manchmal fast zu dafür, oder in jedem Falle dafürer als früher. Und je dafürer ich bin, desto entscheidungsbehinderter werde ich. Völlig klar, denn das Feld willkommener Optionen wächst diametral zur Dagegenheit. So schön Offenheit und ein weiter Blick auch ist, für eine entscheidungsminderbegabte Person, wie ich es bin, wäre es vorteilig etwas dagegener zu sein. Es beginnt bei Banalitäten, etwa bei der Wahl der Kleiderfarbe. Schwarz, allerhöchstens noch rot musste es einst sein. Blau? Dagegen. Grün? Dagegen. Gelb? Extremdagegen. Rosa? Enormdagegen. Usw. Etwas später wurde ich etwas undagegener und akzeptierte diverse Kleidungsfarben. Nur etwa Rosa oder Pink durfte es niemals sein. Heute trage ich rosa Blümchenstoffturnschuhe, alles ist möglich, ausser Entscheidungen binnen nützlicher Frist.

Dafür.

Dafür.

Ich bin für mehr Dagegen.

(Wofür ich genauer immerdar sein werde, erfahren Sie dafür morgen.)

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