Monatsarchiv: Juni 2013

Foulard


Ich verbringe meine Tage momentan damit, positiv zu denken. Das fällt leichter, wenn man an Dinge denkt, die man mag. Ich mag Foulard, also nicht das Seidentuch als Objekt, vielmehr das Wort. Ich mag das Wort hauptsächlich aufgrund der oralen Reizproduktion beim Aussprechen, aber auch wegen seines Klanges. „Fulaar.“ Sagen Sie es! Sagen Sie Foulard! Sie werden sich besser fühlen. Foulard. Ehrlich. Foulard. Ich versuche, zu meiner und damit der allgemeinen Hebung der Stimmung, dieses Wort so oft als möglich im Alltag einzusetzen. Nun werde ich aber diesbezüglich vor erhebliche Probleme gestellt, denn ich bin keine Foulardträgerin, die Menschen in meiner Umgebung offensichtlich auch nicht. Ich möchte das für mich nicht ändern, bei aller Foulardliebe und mein Umfeld macht so freiwillig auch keine Anstalten, sich dem Tragen dekorativer Foulards zuzuwenden. Es bleiben also zwei Optionen: Ich suche mir foulardtragende Freunde oder mache meine Freunde zu Foulardtägern. Ersteres scheint einfacher, man denke nur an all die FlugbegleiterInnen, nichts einfacher, als FlugbegleiterInnenfoulards zu komplimentieren. Oder man setze sich, was allerdings alleinzeitmässig ein ziemliches Opfer wäre, beim Pendeln zu einer der diversen foulardtragenden Rollkofferzugpferdchen. Schwieriger ist es, beim eigenen Freundeskreis anzusetzen, ohne all zu sehr aufzufallen. Es würde mir wohl als Egoismus angekreidet, wenn ich mich nun aufs konsequente Foulardverschenken verlegen würde. Auch die Erklärung „Foulards sind die neuen Bücher. Foulard.“ Würde mir wohl nicht einfach so abgenommen. Bleiben nur als Kompliment oder Optimierungsvorschlag getarnte Suggestionen, wie: „Ja, Herr G. diese Hose steht dir wunderbar, und das Hemd, ach, wie herrlich es deine Augen betont! Das Tüpfelchen auf dem i wäre nun natürlich ein sorgfältig gewähltes, farblich passendes Foulard… Oh, wenn ich so darüber nachdenke, ich glaube ich habe sowas gerade zur Hand. Foulard. Hier! Foulard.“ Ich gebe zu, kontextfrei gelesen, mag diese hypothetische Rede etwas unnatürlich anmuten. Nun gut, vielleicht auch mit Kontext. Mist. Foulard. Ich sehe schon: Es bleibt nur, meine wehrlosen Kinder jüngere Tochter mit Foulards einzukleiden. Foulard.

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Elternsprichworte 1.Teil


  • Kinder die schreien, schlafen nicht.
  • Der Apfel (und andere Lebensmittel) fällt sehr weit vom Kinderstammtisch, drum sollst du den Boden nicht vor dem Abend wischen.
  • Der Kaugummi fällt nicht weit vom Haar.
  • Es ist schon Kleister vom Himmel gefallen.
  • Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis das Kind ihn trägt.
  • Für jede Tupperdose gibt es keinen passenden Deckel mehr.
  • Ein Furz zur richtigen Zeit, hat noch keinem geschadet und rettet ganze Tage im Hause von Kindern in der analen Phase.
  • Was du heut nicht willst besorgen, das halte vor dem Kind verborgen.
  • Sirup ist dicker und klebriger als Wasser.
  • Appetit holt man sich woanders, gegessen wird dort auch lieber.
  • Auch Rom kann von einer Horde Zweijähriger in einem Tag dem Erdboden gleichgemacht werden.
  • Aus Schaden wird man klüger, aber das Kind kennt alle Wege nach Rom.
  • Undicht daneben ist auch vorbei am Schlaf. (Altes Windelsprichwort)
  • Wer zuletzt schläft, schläft am wenigsten.
  • Das frühe Kind steckt den Wurm in den Tag.
  • Gelegenheit macht Scherben, farbige Wände, Überschwemmungen, Brände und Löcher.
  • Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, auch nicht mit Besteck, Geschirr und anderen Gegenständen mit Durchschlagskraft.
  • Morgenstund hat Mundgeruch, verlangt JETZT SOFORT ihre Milch und spricht viel zu viel.

Die Liste ist endlos, fühlen Sie sich genötigt mitzumachen.

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Gmanggfakt I


Neue Rubrik:
Gmanggfakt
Ich erinnere mich an das Morgengebet, das wir in der der Grundschule stets aufsagen mussten, aber wenn ich abends mein Mobiltelefon nicht finde und mich zur Sucherleichterung vom Festnetz aus anrufe, frage ich mich, unmittelbar vor Zurhandnahme des verloren vibrierenden Fons, wer mich heut Abend so spät noch anrufen mag. Immer.

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