Monatsarchiv: März 2014

Dökterlen (Doktorspiele) in der KiTa


„Krippen erlauben den Kindern Doktorspiele so lautet der heutige Aufhänger der 20 Minuten, für garantiert gigantöses Kopfkino. „Vertrauensbruch“ schreit irgend ein CVPler, verweist auf die „sittliche Ordnung“ und zeigt damit eindrücklich auf, was passiert, wenn der richtige Zeitpunkt für ein aufklärendes Gespräch verpasst wurde. Auch wenn ich mich hier zu Interpretationen hinreissen lasse, denn das war im Artikel nicht ersichtlich, so gehe ich  doch davon aus, dass der Herr Büchler kindlichen Doktorspielen eine tragende sexualisierte Komponente zuweist, anders kann ich mir nicht erklären, wie er den Zusammenhang mit Zerfall von Sitte und Moral zu schaffen vermag. Das wiederum wäre sehr konsequent, sind es doch Parteigenossen der CVP und Konsorten, die Kinder gerne schon beim „Aufklären“ in ihre moralischen Schranken weisen, in denen Experimente keinen Platz und Modelle jenseits der gefühlten Norm keine Akzeptanz finden. Bezeichnend, dass Büchler von „Vertrauensbruch gegenüber den Eltern“, nicht aber, wie es für mich in logischer Konsequenz folgen müsste, von allfälliger Schädigung kindlichen Wohlbefindens spricht. Tatsächlich würde er hierfür wohl auch kaum Argumente finden, denn in keiner mir bekannten Kindertagessstätte wird mit dieser Thematik nicht reflektiert und behutsam umgegangen. Frau Rickli wiederum hat Angst, dass kleinere Kinder „die sich noch gar nicht dafür interessieren“ durch Ältere zu früh an ein Thema herangeführt werden, das ohnehin „nach Hause und nicht in die Kinderkrippe“ gehört. Und wieder beschleicht mich das Gefühl, dass hier kindliche Entdeckungsfreude mit erwachsener Sexualität verwechselt wird, würde doch sogar Frau Rickli ebenbürdig experimentelle Themen, wie Matschsuppen, Rangeleien und ganzheitlich, lustvolles Essen wohl kaum ebenso rigide nach Hause verweisen. Auch gehe ich nicht davon aus, dass irgendeine Krippe mit professionellem Konzept erlauben würde, dass ein Fünfjähriger mit einem uninteressierten Einjährigen dökterlet. Ich wiederhole mich: In keiner mir bekannten Kindertagessstätte wird mit dieser Thematik nicht reflektiert und behutsam umgegangen. Die KiTa, die meine Töchter besuchen, hat vor einiger Zeit einen Elternabend zum Thema veranstaltet, bei denen wir als Eltern aktiv Rahmenbedingungen und Regeln mitgestalten und Bedenken Ausdruck verschaffen konnten. Es war ein wichtiger, wertvoller Abend für mich, denn so sehr ich meinen Kinder jeden Raum für Erfahrungen und Experimente öffnen möchte, so sehr glaube ich auch, dass in heterogenen Gruppen wie Krippen zurückhaltende Begleitung wichtig ist. Als Mutter und Pädagogin sind mir folgende Punkte wichtig:

Es existieren Rückzugsorte, nicht so spezifisch als Dökterli-Ecken gekennzeichnete, wie der Artikel es glauben machen will, sondern kleine Erholungs-, Einsam- und Mehrsamkeitsoasen.

Die oben genannten Rückzugsorte sind so eingerichtet, dass stets Hör- und/oder partieller Sichtkontakt zu den ErzieherInnen besteht.

Geschlossene Türen sind tabu.

Es wird nur gedökterlet, wenn alle Parteien einverstanden sind.

Es darf kein Machtgefälle bestehen, nur gleichberechtigte und –starke (physisch, psychisch, entwicklungsmässig) Kinder dürfen sich in dieser Form zurückziehen.

Es wird nichts eingeführt.

Es werden keine Schmerzen zugefügt.

Erwachsene übernehmen nur dann eine aktive Rolle, wenn das Spiel (falls einer der oben genannten Punkte nicht erfüllt ist) abgebrochen werden muss und beteiligen sich niemals am Dökterlispiel.

„Neins“ sind in jeder Form und sofort zu befolgen.

Regeln wie diese setzten meines Erachtens schon 50% der Einwände ausser Kraft, die restlichen 50% bestehen aus Moralvorstellungen, die mir (und Allen seit dem Mittelalter) bekannt, aber nicht nachvollziehbar sind.

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Glück und Kitsch auf Reisen mit Kindern


Christina von der Reisemeisterei hat dazu aufgerufen, zu schildern, warum die Reiserei unsereins glücklich macht. Ich möchte diese Thematik unter dem Aspekt des Reisens mit Kindern betrachten und habe mich deswegen erstmals an einer Blogparade (Fragen Sie mich nun bitte nicht, was denn das genau sei und wieso das Ding so heisst.) mitgemacht.

Vorangehend möchte ich festhalten, dass es hier und heute um Glücksempfindungen beim Reisen mit Kindern geht, ich werde im Folgenden also sämtliche Negatvitäten (die allerdings tatsächlich in der Unterzahl sind) ausblenden, ich werde nicht erwähnen, dass es durchaus manchmal nervt, wenn man nicht erst um 22 Uhr entscheiden kann, wo genächtigt wird, oder dass man Gebiete bereits bei niedrigem Gefahrenpotential umfährt, oder all zu lange Märsche ausfallen, oder dass es tatsächlich eher mühsam ist mit einem Kleinkind die Notaufnahme eines Landes zu besuchen, dessen Sprache man nur gebrochen versteht, ja, psst jetzt, denn ich blende mit Freuden Leidiges aus und präsentiere Ihnen dafür

Glück und Kitsch auf Reisen mit Kindern:

Vor einiger Zeit stellte MamaArbeitet auf ihrem Blog die Frage, ob es möglich sei, als Eltern noch dieses Gefühl absoluter Freiheit und Unbeschwertheit zu empfinden. Die alltäglichen Verpflichtungen, Sorgen um Kindeswohl, die Koordination zweifacher Berufstätigkeit, KiTa und Kindergarten, ja, der Alltag schlaucht und manchmal fehlt die Luft zum Atmen und selbst wenn man sich etwas Raum freizuschaufeln vermochte, warten die aufgeschobenen Verpflichtungen bereits mit Füssen scharrend Tür auf Einlass und rufen sich in all zu kurzen Abständen mit lautem Ungeduldspochen lebhaft in Erinnerung. Vielleicht bin ich einfach mit schlechten Verdrängungsmechanismen ausgestattet, aber das Gefühl Frei- und Unbeschwertheit habe ich tatsächlich seit den Kindern nicht mehr in früher bekannter Intensität und Absolutheit verspürt. Dachte ich im ersten Moment. Bis mir unsere Vierteljahresreise einfiel und ich erkannte, dass wir, BESONDERS mit Kindern, nicht nur aus den naheliegendsten Gründen, um und unbekannte Landschaften und fremde Kulturen zu sehen, reisen, sondern auch für die vielen vermissten Momente perfektionierten Glücks, kompletter Freiheit und absoluter Unbeschwertheit, entstanden durch das Zurückgeworfensein auf uns, als Grundfamilie, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die Verpflichtungslosigkeit, das Wissen, dass wir alles Wichtige dabei hatten, dass jeder zurückgelegte Weg der Richtige war, weil wir tatsächlich nichts verpassen konnten, weil es nichts zu verpassen gab, weil das wirklich Wichtige unserer Reise WIR waren und die Erkenntnis, dass wir damit irgendwie überall daheim, vielleicht manchmal daheimer als in den Wirren des zurückgebliebenen Alltags waren. Hinzu, aber zweitrangig, kommen selbstredend all die hauptsächlich kulturellen Eindrücke, die wir so ohne Kinder niemals erlebt hätten, die zig liebevollen Gesten, die Momente, die unsere Kinder, personifizierte Türöffner, alleine dadurch auslösten, dass sie Kinder sind. Kinder knüpfen Kontakte im Zeitraffer, wo wir als Erwachsenen bei meist freundlichen, aber förmlichen Begegnungen geblieben wären, wurden die Kindern, wo immer wir waren, mit einer Herzlichkeit und Freude empfangen, die ich kinderlos noch nie erlebt hatte. Wir wurden beschenkt, bekocht und umsorgt und erlebten so, obwohl wir zu Gunsten der Kinderlaune einige der gängigen kulturellen Höhepunkte (beispielsweise einige Städte) ausgelassen hatten, vielleicht manchmal gar mehr, sicher aber andere kulturelle Authentizität, in kleinem, persönlichen, landesalltäglichen Rahmen.

Herr G. arbeitet sich mit zwei Gasherdplatten gen vollwertige Mahlzeit und kocht in Schichten, die Pfanne mit den bereits gekochten Erbsen stellt er auf die Erde. Frau G. gelangt mit den Kindern, nach einem Ausflug zum nahegelegenen Pferdestall, zurück zum Ort des Geschehens. Äm, blitzschnell, hebt den Erbsenpfannendeckel und bricht umgehend in lautes Jaulen aus. Frau G. nimmt im ersten Moment an, sie hätte sich verbrannt, packt das Kind und rennt mit ihr zum nächsten Freiluftwasserhahn, wo sich gerade die türkische Frauschaft zum Schwatz eingefunden hat. Noch auf dem Weg dorthin merkt sie, dass Äm sich nicht ernsthaft verletzt haben kann, sondern wohl mittlerweile hauptsächlich schreit, weil sie von der Erbsenpfanne weggetragen wurde. Trotzdem beschliesst sie Kindes Hand vorsichtshalber unter den Wasserhahn zu halten, zumal Äm Wasser mag und dabei meist augenblicklich zufrieden wird. Allerdings hat sie nicht mit der Horde händeverwerfender, aufgeregter Frauen in Sorge gerechnet, die in aller Liebe und Fürsorge die heulende Äm weiter in ihr Elend hineinstürzen. Mit ungeschickt gewählten Worten wie “Pfanne” und “warm” versucht Frau G. die Lage unter Kontrolle zu bringen, als der erste männliche Besorgte, mit einem Sack Eis erscheint und Äm vorsorglich überall zu kühlen beginnt. Äm legt derweil an Schreiintensität zu. Ein weiterer Besorgte kommt mit Salbe angerannt, etwas ratlos suchen wir nach einer möglichen zu bestreichenden Stelle, aber bis auf einige rote Hautflecken, deren Farbe von der kürzlichen Behandlung mit Eis herrühren sind keine verdächtigen Stellen auszumachen und wir bestreichen sicherheitshalber und auf Anraten aller Umstehenden die Handinnenflächen. Äm schreit weiter, denn Salbe ist ihr ein Graus. Frau G. versucht weiterhin die richtigen Worte zu finden, um die Umstehenden zu beruhigen. Glücklicherweise hat nun auch Herr G. den Ernst der Lage erfasst, packt geistesgegenwärtig die Erbsenpfanne, galoppiert mitten in die aufgeregte Menschentraube und schreit sinnesgemäss “Pfanne gar nicht heiss!”, worauf Frau G. die Pfanne berührt und theaterreife Erleichtung spielt. Die Menschenmenge beruhigt sich etwas. Sämtliche Anwesenden verlangen danach, die Pfanne des Anstosses ebenfalls zu berühren, um sich persönlich zu überzeugen. Reihum wird ehrfürchtig die Hand zur Pfanne ausgestreckt und erleichtert genickt, als ein schweissüberströmter Greis keuchend den Kreis durchbricht und sich mit winkendem Autoschlüssel in die Mitte stellt. “Ich habe ihn gefunden! Wo ist das Kind mit dem gebrochenen Arm?”

(Gülpinar, Südtürkei)

Rund um uns wurden die Grills auf die Strasse geschoben und mit grossem Bimborium und noch mehr Rauch angefeuert, erste Biere und Wein gereicht, Spiesse aller Gattung und Farben zubereitet und hernach auf die perfekte Glut gewartet. Mit der Dämmerung verbreiteten sich die allerköstlichsten Düfte nach gegrilltem Gemüse und Fleisch, Tische wurden auf den Strassen zusammengeschoben, Stühle eingesammelt, hie und da ein Feuer entfacht. Schliesslich versammelte man sich sitzend oder stehend um die Tische, und ass, trank, vorallem aber plauderte, mal hier mal da, Kinder rannten oder kurvten auf Fahrrädern von Tisch zu Tisch, bekamen hier eine Mund voll zu Essen, da ein liebevolles Tätscheln und dort Luftküsschen zugeschickt. Irgendwann begann jemand zu singen, es folgte der Auftritt einer spontan zusammengefundenen Band und gemeinschaftliches Tanzen und Singen alter, äusserst sentimentaler griechischer Lieder. Kurz: wir fanden uns urplötzlich in einem griechischen Kleinstdorf in Festlaune wieder. Y fand nach kurzer Zeit kleinmädchen- und zauberhaften griechischen Anschluss, mit dem sie bis Mitternacht durch die Gegend flanierte, Äm schlief irgendwann ein, Herr G. und ich wurden zu Gesprächsrunden geladen, abgefüllt, gemästet, zum Tanz genötigt und ab und zu an eine grosse, weiche griechische Brust gepresst.

(Alexandropuli, Griechenland)

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Haben Sie keine Angst vor der albanischen Polizei, auch wenn Sie mit Blaulicht verfolgt und rausgewunken werden, wenn sich Ihnen drei grimmige Polizisten nähern und barschen Tones Anweisungen bellen, vielleicht wird auch bei Ihnen nur die Fahrertür geöffnet, ein Blick auf schlafende Kinder geworfen, das Standlich angemacht und möglichst leise, fast liebevoll, die Tür wieder geschlossen.

(Himara, Albanien)

Drei von vielen möglichen Zitaten aus den Reiseberichte unserer Vierteljahresreise durch Osteuropa, die eigentlich als Ganzes, insbesondere das Fazit, und irgendwie samt negativen Aspekten, ein Zeugnis davon ist, dass das Reisen mit K(leink)indern sich lohnt, ja, eben glücklich macht. Schlussendlich spricht es wohl für sich, dass wir in 119 Tagen unsere nächste Vierteljahresreise antreten werden.

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im ÖV mit dem Welpen


(Der folgende Artikel erschien als Blogpost im Blog der Schweizerischen Bundesbahnen.)

Welpe goes Zug

Die Anschaffung eines Welpen bringt einige Veränderungen mit sich: Dass man sein Heim plötzlich mit Laufgittern schmückt, wo man trotz Kindern bisher ohne ausgekommen ist, beispielsweise, oder dass man sich dabei ertappt, die vorbeilaufenden Vierbeiner als potentiell liebenswert einzuschätzen, beispielsweise, oder dass man Robidog-Seckli und «Gudeli» findet, wo man bis vor kurzem nur angekaute Dinkelkekse und Schnuller fand, beispielsweise, oder dass man erstmals einen Erziehungsratgeber liest und Dinge daraus tatsächlich wörtlich beherzigt, beispielsweise, oder aber, dass die eigene Wahrnehmung beim Betreten eines öffentlichen Verkehrsmittel urplötzlich um einen Meter, direkt auf Welpenhöhe, sinkt. Da bleibt sie auch einstweilen, die Wahrnehmung, denn aus einem Welpen einen angenehmen Mitreisenden zu machen, ist ein nicht zu unterschätzendes Stück Trainingsarbeit.

Die 9 wichtigsten Punkte, deren Sie sich beim ÖV-Fahren mit Welpe bewusst sein sollten:

1. Zeitpunkt und Regelmässigkeit
Je früher ein Welpe an Lärmpegel, Geräusche, Frequentierung und Gerüche öffentlicher Verkehrsmittel gewöhnt wird, desto nachhaltiger ist die Gewöhnung. Das heisst selbstredend nicht, dass Welpen vom Uterus direkt in den nächsten Linienbus getragen werden sollen, aber sobald sie weg vom Muttertier, bei ihren neuen Besitzern sind, kann langsam mit dem Training begonnen werden.

2. Taschenwahl
Besonders sehr junge Welpen werden mit Vorteil in einer Tasche transportiert. So reist der Hund (bis 30 cm Risthöhe) nicht nur gratis, sondern auch in vertrauter Umhüllung, jedenfalls wenn dem Vierbeiner daheim schon eine Taschenannäherungsphase gewährt wurde. Personen mit übersteigertem Stilbewusstsein können das Taschensortiment so erweitern, dass zu jedem Outfit ein passendes Exemplar bereit steht, dabei ist allerdings das schwindelerregende Wachstumstempo von Welpen einzuberechnen.

Taschenwelpen

Taschenwelpe II

3. Angst nicht verstärken
Die meisten Welpen werden in einer derart neuen, aufregenden Situation anfänglich zittern, winseln, herzerreissend ängstlich hundeblicken und jedes Individuum mit Herz möchte das verängstigte Kleinwesen hingebungsvoll an die Brust drücken und ihm zuflüstern, dass alles wieder gut wird. ABER jede positive Zuwendung als Reaktion auf Angstverhalten wird der Welpe als Bestätigung sehen, dass sein Verhalten angemessen ist. Deshalb gilt es, Streicheleinheiten und andere Belohnungen auf die eine Millisekunde aufzusparen, in der der Welpe das Zittern und Winseln vergisst und ruhig an seinem Plätzchen sitzt, dafür darf dann aber all das Aufgesparte mit Inbrunst und Theatralik zelebriert werden.

Brav Welpe

4. Pipipfützenputzpapier
Welpen pinkeln. Meistens weil sie müssen, weil sie können, aus Angst, aber auch aus Freude. Mit Angstpinkeln rechnet man, denn, siehe oben, Erstfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitten können den Welpen durchaus verängstigen. Womit man vielleicht nicht rechnet, ich persönlich aber häufiger erlebt habe als alle anderen Pinkeleien, ist das Urinieren aus Freude. (Wieso Freudepinkeln? Siehe Punkt Begegnungen) In allen Fällen hilft aber saugstarkes Papier und eines der ominösen blauen Säcklein.

5. Begegnungen
«Ja, Hallooo, wer bist denn du? Guziguzi!»
«Ja, bist du ein Süsser! Es ist doch ein er? Du bist bestimmt ein ER! Guziguzi!»
«Ja, was wirdst DUUU denn wenn du gross bist, hm? Guziguzi!»
Als Eltern kennt man den weit verbreiteten Willen, alles was nach Baby oder Kleinkind aussieht zu kommentieren und wahlweise gleich noch praktische Erziehungstipps mitzuliefern.  Spätestens nach der ersten ÖV-Fahrt weiss auch der Welpenbesitzer um das gesteigerte Mitteilungsbedürfnis. Es ist toll, wenn man derart viel Offenheit begegnet, aber gerade Welpen, die sich im Lernprozess befinden, werden durch Tröstversuche und ausufernde Begeisterungsbekundungen von Fremden entweder zusätzlich verängstigt, oder hochgeputscht bis zum Freudenpinkeln. (Siehe oben.)

6. Billett lösen
Sobald der Welpe sämtlichen Taschen entwachsen ist oder eine grössere Widerristhöhe als 30cm aufweist, muss für den Hund ein 1/2 Billet, eine Hunde-Tageskarte oder ein Hunde GA gelöst werden.

7. Ein- und Aussteigen
Wenn der Welpe keinen Platz mehr in verfügbaren Taschen hat, ist es Zeit, dass er Busse und Züge zu Pfoten betritt. Anfangs muss beim Ein- und Aussteigen noch geholfen werden, später geschieht das selbständig. Wichtig ist, dass der Hund lernt, Aussteigenden vor dem Eintritt den Vortritt zu lassen und nicht auf Einlass zu drängeln und an der Leine zu zerren, aber in der Regel können die Vierbeiner das besser als die erfahrensten Zweibeiner unter uns.

8. Platzwahl
Mit der Wahl des richtigen Platzes kann als Welpenbesitzer schon Vieles positiv beeinflusst werden. Die wichtigsten Kriterien sind: Rückzugsmöglichkeit (unter den Sitz), keine Hundephobiker auf dem Nebensitz, keine Hundeeuphoriker auf dem Nebensitz, nichts Essbares in unmittelbarer Nähe und keine anderen Hunde in unmittelbarer Nähe.

9. Leinenwirren
Es ist unbedingt zu beachten, dass beim Aussteigen korrekt ausgefädelt wurde, denn der Umstand, dass die Leine sich noch um eine Haltestange im Verkehrsmittelinnern befindet, während Hund und Herrchen oder Herrin schon draussen stehen, könnte relativ unschöne Folgen haben.

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