Gefährten, Gripen und Greise


Ich hätte gern ein grosses, teures, modernes Gefährt mit schicker Optik. Eins mit dem wir in bis in die Mongolei fahren könnten, dem der Strassenzustand nichts ausmacht, weil es auch auf unbefestigter Strasse problemlos zurecht kommt. Ich hätte gerne ein Gefährt mit Solaranlage, integriertem Wassertank, grosszügigen Betten und einem netten Plätzchen für das Hundevieh. Nun ist es aber leider so, dass wir uns das nicht leisten wollen. Wir wollen uns kein Supergefährt leisten, weil das Geld anderswo besser aufgehoben ist. Beispielsweise in der Miete, für diesen Traum von Wohnung, oder in der geplanten Privatbeschulung unserer Kinder. Der Gefährte hat Mängel, Baustellen und Suboptimalitäten, aber er wird uns mit grosser Wahrscheinlichkeit auch auf nahender Reise wieder an Orte bringen, deren Schönheit wir auch in Komfortgefährt nicht schöner empfinden würden. Ja, eigentlich wollte ich mich hier grad über die Tatsache beklagen, dass ich, vom Leben verwöhnt, wie ich bin, etwas nicht haben kann, was ich gar nicht brauche. Und gleich danach fällt mir ein, dass ich mich, wenn es um dieselbe Entscheidung auf nationaler Ebene geht, problem- und vorbehaltlos dagegen entscheiden kann. Ich will keine Gripen. Und ich danke Herrn Maurer der DAS Argument, das der Bedrohung von Aussen, durch dümmlich-chauvinistische Sprüche, gleich selber so massgeblich entkräftete, dass dem Volk der Gedanke bedroht und von derartigen Regierungsmitgliedern befreit zu werden, gar nicht mehr so schlimm erscheint. Aber ich schreibe mich hier in Rage, wo ich doch eigentlich erstens jammern und zweitens von unseren geänderten Reiseplänen* schreiben wollte. Letztere führen uns, aus naheliegenden Gründen, nicht in die Ukraine, dafür haben andere irre Politiker gesorgt, aber das ist ein anderes Thema. An dieser Stelle möchte ich den Rentnern, die mich gestern aus dem gegenüberliegenden Abteil mit ihrer Diskussion über die Gripen-Abstimmung herrlichst unterhalten haben, herzlich danken und den unzusammenhängenden, entgleisten Artikel mit ihren Worten schliessen:

20140506-202336.jpg

*Mehr dazu heute später, morgen oder sonstwann.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Neulich, Reise 2014, Zügiges

3 Antworten zu “Gefährten, Gripen und Greise

  1. Quetschperle

    Den brillianten (!) Übergang zur aktuellen Welt- und CH-Politik-Schieflage ignorierend, schreibe ich hier nur meine spontane Assoziation zu den ersten paar Sätzen nieder: I WOTT, I WOTT, I WOTT….. es schnäus schnäus schnäus schnäus Outo!

    Das war heute Morgen. Ja, es hat mich durch den Tag begleitet.

    • Merci, gäu, jetzt habe ICH Ohrwurmbefall!
      (Und ich bestehe darauf, dass wir uns irgendwann alle 5 wieder treffen und uns gemeinsam mit den Aufnahmen kasteien.)

  2. mammasusanna

    Bin gespannt auf Eure neue Route – wir haben auch ein neues Hobby: „pimp my LandRover“ (Rostentfernen und so)…
    Hätten glaubs nächstes Wochenende noch kaum was los, falls ihr vorbeischauen wollt. Liebe Grüsse! S

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