Sozopol (Bulgarien) – Ahtopol (Bulgarien) – Aheloi (Bulgarien) (Tage 16-17)


Nach gründlicher Verabschiedung von allen Platznachbarn und den Besitzern, machen wir uns auf, den Küstenort Bulgariens aufzusuchen, der am nahesten zur türkischen Grenze liegt. Auf demWeg dahin finden wir, nach dem wir die Touristenkäffer hinter uns gelassen haben, endlich ein wenig davon, was wir uns von der Schwarzmeerküste erhofften: Natur, einsame Kleinklippen und Strände, die nicht unter einem Meer akribisch geordneter Sonnenschirme und Liegestühle verschwinden. Trotz grosser Verlockung wagen wir es nicht, einer der unzähligen Strassen, die hinunter zu versteckteren Buchten führen, tatsächlich zu befahren, dafür schien der Gefährte ungeeignet. Eingeschüchtert, ob den Hinweisen aus Reiseführern und offiziellen Quellen, die davor warnen, Autos mit ausländischen Kennzeichen unbeaufsichtigt an der Strasse stehen zu lassen, wagen wir uns nicht, den Gefährten abzustellen und einen der Strände zu erwandern, finden aber unterwegs, durch kleine, verschlafene Dörfer, die zwar wohl noch einige Touristen für sich abzweigen, aber, sehr zu ihrem ästhetischen Vorteil, mehr auf Ursprünglichkeit und private Zimmervermietung setzten und auf die grossen Urlaubsressorts der Städte rund um Burgas verzichten. Als wir so unsers Weges fahren, finden wir schlussendlich einen semioffiziellen Campingplatz, der Wald und Wiese auf einer Anhöhe, direkt am Meer bietet. Wir fahren hinein, werden vom Besitzer freundlich begrüsst und während er konsequent Bulgarisch spricht, versuche ich mich durch Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch und Deutsch, rede schliesslich der einfachheithalber Berndeutsch, finde irgendeinen Konsens mit ihm und winke Gefährten samt Inhalt zwischen die Bäume. Wir sind durchaus nicht die einzigen hier, die Stimmung ist aber wahnsinnig entspannt, freundlich und ruhig. Hier trifft sich die alternative Szene Sofias, wie wir später erfahren. Neben Sofiern treffen wir auch ein deutsches Paar, dass uns von wunderbaren Stränden in Rumäniennähe erzählt, wir ändern mal wieder unsere Pläne und beschliessen Bulgarien doch noch nicht am nächsten Tag zu verlassen, sondern noch etwas Richtung Norden zu fahren.

Nach einer ruhigen Nacht brechen wir auf und fahren das wunderbare Teilstück der Bulgarischen Küste, vorbei an kleinen Buchten, in denen sich Zerzauste Störche sonnen, durch grüne Wälder, an kleinen Verkaufsständen, die frischen Fisch aus den Flüssen des Waldes versprechen, zurück nach Burgas. Bereits kurz nach Burgas sind wir schon wieder fahrmüde und als wir nach einer fischzucht- und sumpfdurchzogenen Gegend einen kleinen, privaten Stellplatz, auf dem Gelände eines ehemalig grösseren Platzes sehen, halten wir an. Ich mag Gebäude und Plätze, die von erfolgreicheren Zeiten erzählen, während die Natur sie langsam zurückerobert. Ich mag, wie sie sich aus jeder Fuge hervorkämpft, Türen zuwächst und Wände spaltet. Und die Kinder nutzten den Platz zum gefahrlosen Fahrradfahren.

Bemerknisse
Das Kinderzubettbringsytsem auf bulgarischen Campingplätzen funktioniert nach dem Prinzip „10 kleine Bulgaren“: Nach und nach fallen die Kleinen irgendwo um und schlafen ein, die wachgebliebene Restmeute erzählt den betroffenen Eltern, wo das gefallene Kind zu finden ist, es wird aufgepflückt und ins Bett verfrachtet. Pech haben nur, die Eltern der Durchhaltewilligsten, die müssen ihr Kind mangels Ortungsboten suchen.

Auf engen Strassen gilt: Augen zu und durch, wer nachgibt verliert, die andern werden ihr Auto bestimmt unsanft von der Strasse, in den Schotter lenken, um Platz zu machen. (Wir sind die andern. Immer.)

Früchte sind hier überall zu bekommen, alle paar Meter steht ein Lastwagen voller Melonen am Strassenrand und man zahlt sehr wenig für gutes Obst. Man kann sich aber auch einfach auf einem besonders gut gelegenen Stellplatz einrichten und die Früchte einfach von den bäumen pflücken, unter denen man gerade hängt.

Es haben sehr viele Tschechen in sehr kleinen Zelten Platz.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Bemerknisse, Reise 2014, Reisen mit Kindern

2 Antworten zu “Sozopol (Bulgarien) – Ahtopol (Bulgarien) – Aheloi (Bulgarien) (Tage 16-17)

  1. Ich werde hier immer von Neid zerfressener…

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