Köygeniz (Türkei) – Bodrum (Türkei) – Kos (Griechenland) – Paralion Astro (Griechenland) (Tage 50 – 53)


Nachdem der letzte Bericht gemeinsam mit dem iPad vorerst das Zeitliche gesegnet hat, ignoriere ich die berichterstatterische Lücke vorerst und widme diesen Artikel dem, was nach dem unerwarteten Ableben meines Schreibassistenten geschah. (Vielleicht gelingt es mir ja daheim, mit Hilfe meines Heimlaptops das Pädchen iederzubeleben.) Diesen Artikel schreibe ich mit einer totgeglaubten externen Tastatur auf meinem iPhone, die ich in einer Verzweiflungstat aus der Spielkist

 

Aber dazu folgt hoffentlich später mehr.Am Morgen machen wir uns, von frühen Hähnen mit offensichtlichem psychischem Störungen geweckt, ungewohnt zeitig auf, Ziel ist das 60 Kilometer entfernte Marmaris. Marmaris ist eine kleinere Stadt mit einem Fährhafen, der, soviel wir wissen, unter and

 

rem Rhodos bedient. Von Rhodos möchten wir weiter nach Piräus. wir wissen, dass es nicht einfach ist, so spontan Tickets für die Überfahrt zu buchen, denn besonders in der Hochsaison, sind die Fähren gut besetzt und im Vergleich zu einem normalen Personenwagen braucht der Gefährte doch ganz schön viel Platz. Die Option einer vorgebuchten Fähre haben wir allerdings bewusst weggelassen, weil wir weder wussten wann, von wo und ob wir überhaupt nach Griechenland übersetzen wollen. Jedenfalls fahren wir die Strecke nach Marmaris zwischenfallsfrei und staunen über das schön gelegene Städtchen, umgeben von tiefblauem Meer. Bei der Einfahrt in den Hafen sind wir guter Dinge, er sieht gross und frequentiert aus und der Torwärter agiert, nach dem er unser Ansinnen angehört hat, motiviert und prompt, informiert einen Kollegen, der uns Sekunden später abholt und zum richtigen Schalter bringt, und scheint es zu einem persönlichen Anliegen zu machen, dass wir heute noch einen Platz auf dem Schiff erhalten.  Aber der Gefährte ist 20 cm zu hoch, jedenfalls seit 2014, davor war er auch nicht tiefer, die Schiffe waren auch dieselben, nur die Regeln wurden anders. Man rät uns nach Bodrum zu fahren, wo die Schiffe zwar nicht anders aussehen, aber die Richtlinien gnädiger sind. 2,5 Stunden Fahrt, nachdem wir schon eine Stunde Fahrt hinter uns haben, sind uns nicht so recht willkommen, aber die Tatsache, dass die Chancen am gleichen´ Tag eine Fähre zu bekommen, wie wir ein Ticket erstehen, nicht all zu gross sind, lässt uns trotzdem fahren. Die Kinder geben sich gnaden- und geduldvoll und machen gut gelaunt mit. In Bodrum erhalten wir schliesslich tatsächlich ein Ticket für 200 Euro (…) und suchen uns einen Schlafplatz. Leider scheint Bodrum mit Marmaris´ Gemütlichkeit nicht viel gemein zu haben und wir stellen uns für diese eine Nacht auf den einzigen Platz, direkt neben Hotels und lauten Strandbars. Nur für eine Nacht, denken wir und staunen über die vielen fix stehenden Wohnwagen, unfähig zu begreifen, wie man sich den Ort hier für mehrfaches Urlauben aussuchen kann. Unsere Nachbaren sind allerdings allesamt sehr freundlich und sympathisch, wieder werden wir in kürzester Zeit wärmstens empfangen und mit dem Nötigsten versorgt. Im Gespräch merken wir schliesslich beschämt, wie wenig die Menschen hier, mit den lauten, platzeinnehmenden Touristen in den Strandbars zu tun haben: Sie sind die, die den konsumwütigen Urlaubern gegenüber stehen, Einheimische, die hier zentrumsnah billige Wohngelegenheiten fanden, um im Dienste des Tourismus für wenig Lohn zu arbeiten. Sie leben hier nicht vorübergehend, wie ich von Mehmet, der hier mit zwei halbwüchsigen Söhnen lebt, beiläufig erfahre, als er mir von der Katze erzählt, die vor drei Jahren vor seinem Wohnwagen auftauchte und nie wieder ging. Die Nacht wir kurz und laut, um 8 Uhr müssen wir am Hafen sein, die Kinder erwachen aufgekratzt und voller Vorfreude. Problemlos bringen wir den Gefährten zum Hafen und aufs Boot. Dabei erkennen wir, wieso uns die 45 minütige Fahrt so teuer kommt: Neben dem Gefährten hat kein Auto mehr Platz, obwohl hier sonst vier  Autos transportiert werden. Nach einer wunderbaren Überfahrt empfängt uns Kos eher unfreundlich, ich und die Kinder werden rasch eingeschleust und quasi unkontrolliert  und so über die Grenze gewunken, dass uns nicht Zeit bleibt, Geld uns wichtige Gerätschaften sinnvoll zu verteilen. Herr G. mit Hund und Gefährt wird zurückbehalten. Auf Anfrage wird uns mitgeteilt, dass dies für weitere 2-3 Stunden so bleibe, weil nur eine, für Gepäckkontrolle verantwortliche Person zur Verfügung stehe. Ich stehe also da. Mit zwei kleinen Kindern, ohne Geld, das ist nämlich im Gefährten, in brütender Hitze, an praller Sonne und koche vor mich hin. Bereits nach 5 Minuten habe ich eindeutig meinen Siedepunkt erreicht. Allerdings nicht aufgrund der Hitze, sondern weil ich die Gepäckkontrolle unterbeschäftigt rumstehen sehe. mit beiden Kindern an der Hand marschiere ich kurzentschlossen in Gegenrichtung durch die Grenzkontrolle und bekunde meinen Unmut. Vorerst werden mir allerseits gebundene Hände demonstriert, worauf ich endgültig explodiere und einen Aufstand mache, der die Beteiligten derart zu erschrecken scheint, dass wir plötzlich innerhalb von fünf Minuten vollständig versammelt auf offiziell griechischem Boden stehen. Nächster Programmpunkt ist die Ticketbeschaffung für die Fähre nach Piräus. Für fast 400 Euro (gemessen an den Fährfahrtminten für 200 ein Schnäppchen) finden wir was wir suchen, inklusive eigene Kabine mit Dusche und Klo. Nur der Hund soll auf Hundedeck, im Käfig bleiben. Den Rest des Tages verbringen wir auf Inselerkundung und damit einen Schlafplatz zu finden. Letzteres finden wir vor einer kleinen Taverne, direkt am Meer, samt Internetquelle (zwar schwach, aber da).Am nächsten Morgen erkunden wir Kos Stadt. Wir haben Zeit, denn unser Schiff fährt erst am Abend um 19:30 Uhr. Kos ist eine sehr kleine, von Touristen überlaufene Insel, Rhodos hätte uns wohl als Zwischenstation besser gefallen, aber Kos Stadt ist ganz nett, klein, verwinkelt, gepflegt und hat sogar ein Minarett, wie die Kinder begeistert feststellen. Den Nachmittag verbringen wir am Strand und damit, Herrn G. zu erden, der sich vor Angst, den Gefährten wieder rückwärts ins Schiff einparken zu müssen, etwas einpinkelt. Aber es gelingt uns alles völlig entspannt und sogar der Hund findet, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase und mit einem benutzten Badetuch von mir in der Hundebox zur Ruhe. Am nächsten Morgen zeigt sich das Tier dafür eher nervös. Charlotte kann nämlich auf Deck nicht pinkeln. Das brave Tier tut sowas nur auf Gras, Sand und ähnlich fassvermögenden Böden. Nicht schwer zu erahnen, dass sie sich doch noch erleichterte. Beim Aussteigen. Auf dem Teppichboden. Vor den entsetzten Augen einer Schifffahrtbegleiterin, die kurz schnappatmete und uns dann derart ausgiebig beschimpfte, dass ich von Entschuldigungen nahtlos in weitere Aufstände überging. Ich denke, die Angestellten der griechischen Häfen und Schifffahrtsgesellschaften werden mir demnächst den Transport verweigern. An Land fuhren wir den peleponesischen Finger an, den wir zu befahren beabsichtigen und fanden ziemlich schnell einen Platz und die erfreuliche Erkenntnis, dass nun die Nachsaison beginnt.

Bemerknisse aus Antalya:

Die Bunkerresorts, die hier Schulter an Schulter an der Strasse, die sie vom Meer trennt stehen, tragen ironisch anmutende Namen wie „lonley island“, „silent beach“ und „blue ocean“.

Falls ich mal nach Namen für ein Hotel in diesen Gefielden gefragt werden sollte, habe ich schon einige auf Lager: „catastropical island“, „stranger sweaty smell“ und „sea O two“.

Erste Bemerknisse aus Griechenland:

Ein publikumswirksame Sitzstreich, mit Papa-heulenden Kindern im frequentierten Ausgangsbereich des Grenzübergangsgebäudes, macht müde Wächter munter und hurtig.

Nach fast einem Monat in einem Land, dass zwar sehr modern ist und einen oft relativ moderat anmutenden Islam zu leben scheint, aber viele Frauen sich doch eher zurueckhaltend und scheu zeigen, tut es gut, in Griechenland von lauten, platzeinnehmenden Frauen begruesst zu werden.

Sie merken, dass sie soeben die Grenze von der Türkei nach Griechenland überschritten haben, wenn alles plötzlich länger dauert.

Dass mir gestern zum dritten mal in meinem Leben mitten auf den Kopf geschissen wurde, spricht irgendwie nicht fuer mein Karma.

Man kann viele nett gemeine Speisen dezent zum Verschwinden bringen, wenn man einen Hund hat. bei einem Hund mit sensiblem Mlichproduktmagen ist der durchfallkotaufsammelungewillte Besitzer aber ehger vorsichtig, was Feta in rohen Mengen anbelangt. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hatte Feta im Portemonnaie. (Und Sie ahnen ja nicht, was man sich nach einem Tag mit minimalistischer Ernaehrung und einigen Schlucken Bier hernach so ueberlegen kann. „Entschuldigung, kann ich hier mit Feta bezahlen?“, „Entschuldigung, nehmen Sie hier auch Feta?“) 

 

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Eingeordnet unter Bemerknisse, Reise 2014, Reisen mit Kindern

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