8 Anzeichen im Zug, dass bald Weihnachten ist.


(Der folgende Artikel erschien als Blogpost im Blog der Schweizerischen Bundesbahnen.)

Wenn Ostern vorbei ist und die Einkaufsläden langsam auf weihnachtlich umsatteln, allenthalben von Eiern auf Sterne umdekoriert wird, Schokoladenhasen eingeschmolzen und als Samichläuse reanimiert, Ostergräser vergoldet und als Lametta verkauft werden, bleibt ein minimales Zeitfenster, in dem man sich dem Ganzen noch entziehen kann. Zum Beispiel, in dem man nur online Einkäufe tätigt, grundsätzlich andere Umgebungen als tiefste Natur meidet und allerhöchstens mal zur Arbeit fährt. Irgendwann schalten allerdings auch Webseiten auf weihnachtliches Design um, es schneit verdächtig und sogar in öffentlichen Verkehrsmitteln deutet alles auf Weihnachten hin.

Damit Sie als Pendlerin oder Pendler die Zeichen nahender Festlichkeiten auch ja nicht übersehen, habe ich sie für Sie hier aufgelistet:

 

 1. Erlauschtes.

Untrügliche Bald-Weihnachten-Hinweise sind leicht panisch anmutende Telefongespräche von Mitreisenden im Zug. Wie zum Beispiel dieses:

«Hallo, hier ist Urs, ich rufe an wegen dem Weihnachts… Hörst du mich noch?»

«OK. Ich rufe an, wegen dem Weihnachtsgeschenk für Chayenne… »

«WEIHNACHTSGESCHENK! »

«Ja… Was wünscht sie sich denn? Hallo? Hörst du mich? »

«Was sie sich wünscht!? »

«Wie, sie hat keine Wünsche? Das kann doch nicht sein! »

«Ein Buch, vielleicht, oder eine CD? »

«Wie ‘Tablett’? Spielt die immer noch Kochen und sowas? »

«Ich verstehe dich schlecht, aber Medikamente wird sie von mir auch keine kriegen, nein. »

«Hallo? Hallo! Gopf.»

 

2. Kindliche Loblieder auf den «Zimetstärn».

Kinderstimmen, die überall und zu jedem Zeitpunkt (so auch im Zug) dieses vermaledeite Zimtsternlied singen, dass sich hartnäckig in den Gehirnwindungen festkrallt.

 

 3. Glühweinende.

Sentimentale, distanzgefühlverlustige Alkoholuntote mit Zimtnote, die am bahnhöflichen Weihnachtsmarkt einen über den Durst getrunken haben und zum Glück nicht mit dem Auto nach Hause fahren.

 

 4. Tannentransport.

Harz- und Kratzspuren nach verlorenem Kampf gegen Türdrängler mit neu erstandenen Gigantotannen, hernach dezentes Tannnadelrieseln von oben aufgrund der auf Hutablagen deponierten Immergrüngewächsen.

 

 5. Lektürenwandel.

Tief in Spiezeuglkataloge vertiefte Erwachsene.

 

6. Last Christmas, Jingle Bells und Co.

Weihnachtliche Klingeltonbelästigung, die nach zwei gehörten Takten zu ganztägiger Verohrwurmung führen.

 

 7. Weihnachtslittering.

Knisternde Erdnussschalen am Boden, Glitzerpapier zwischen den Sitzen und schokoladene Kinderhandabdrücke an den Fensterscheiben.

 

 8. Weihnachtliche Motive auf Strickbekleidungsstücken.

Ein augenschockierender Rentierpulli hier, dezent beweihnachtssternte Socken unter Faltenhosen da und allenthalben Schals mit lustigen Schneemannmotiven. So sehen Pendler im Weihnachts-Outfitaus.

3 Kommentare

Eingeordnet unter SBB Blog, Zügiges

3 Antworten zu “8 Anzeichen im Zug, dass bald Weihnachten ist.

  1. Sehr schön beschrieben. Wenn ich bisher mit dem Kauf einer Monatskarte geliebäugelt habe, so rein aus Umweltschutzgründen und weil ich ja nicht immer mit dem Auto… Also dann nienienie in der Weihnachtszeit. Die Hoheit über mein Autoradio habe schließlich ich alleine – und das hat einen Knopf zum Abstellen :-)
    viele Grüße
    Sylvia

  2. mammasusanna

    Jaja, solang die Kinder noch nicht dieses saudoofe migroslied singen, gehts noch, obwohl, Zimetstärn…

    Wir haben heute einen superweihnächtlichen Ausflug in den FranzCarlWeber gemacht, noch mit einem Mädchen, haben uns eine Stunde lang das Zeugs angeschaut (z.B. ein Bäbi-WC oder ein Barbie mit Leuchtbauch)… Nun müssen wir doch noch die Kataloge nach dem perfekten Wunsch durchgucken. Der Kleine hätte gern ein „Planes“-Bobbycar, mit vielen Knöpfen dran, die Kollegin vom M wünschte sich so einen rosa Lerncomputer und M möchte einfach das grösste Paket das Lego im Sortiment hat…. So einfach wärs.

    Falls Du auch dieses Jahr noch Bücherschenkideen brauchst:

    Für solche, die gern aus dem 19Jh lesen: Emily Bronte, Sturmhöhen

    Für solche, die lieber von Heute lesen: Eleonore Frey, Unterwegs nach Ochotsk

    Für Interessierte an Dingen des 20Jh: Herta Müller, Die Atemschaukel (das könnt ich wohl als bestes Buch, welches ich dieses Jahr gelesen habe, titulieren

    Auch wohl noch gäbig zum verschenken (ich fand es zwar nicht „ganz rund“): Florian Illies, 1914

    ich wünsche Euch jedenfalls eine schöne Zeit –

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