Code Sonnenbrand (Reizwortgeschichte I)


Gestern hat Frau @Akkordeonistin hat ihre Follower auf Twitter dazu eingeladen, sich selber eine Reizwortgutenachtgeschichte zu basteln. Ein Aufruf, dem ich spontan gefolgt bin und in Folge dessen, ich wiederentdeckt habe, was mir so fehlt, wenn ich nicht schreibe.

Aufruf

Reizwortgeschichte

Dieses, ja, nennen wir es schnödes Basteln, dieses Basteln mit Worten, ihren Bedeutungen und Klängen, es fehlt mir. In einem semiseriösen Anfall habe ich meine werten Follower auf Twitter darum gebeten, mir fortan alle paar Tage Reizworte zu liefern, damit ich dieses Blog wieder mit irgendwas befüllen kann. Der geschätzte @hb_dragons erbarmte sich meiner und lieferte mir folgende Worte:

Staumauer

Aareschlaufe

Schmetterling

Es

Ein

Hoch

Vielleicht

Aufregung

 

Es folgt nun also die Reizwortgeschichte I:

 

Aareschlaufen ziehen, das weiss nun wirklich jede Bernerin und sogar der hinterletzte Berner, sie ziehen lose Schuhe von den Füssen und im Hochsommer Tagestouristen in Massen an. Aareuferbewohner können davon Liedchen, ach was sage ich, Lieder, ja, Opern singen! Direkt vor ihrer Haustür, wo in den kühleren drei Jahreszeiten und bei Regen pure Beschaulichkeit und füglich Platz für Schnapp- und Beckenbodenatmung ist, besammeln sich, sobald das Thermometer über 22°C anzeigt, Heerscharen von Tagestouristen mit Gummibooten und unerklärlicher Aufregung. Sie finden alles schön, alles toll, sind fürchterlich gut gelaunt oder sonst irgendwie angetrunken und kreischen wenn sie ihre Zehen ins Wasser halten. Man versteht es ja: Kühles Grün und Natur, inklusive niedlichen Eichhörnchen, Schmetterlingen und hie und da gar ein Fuchs- oder Dachskothaufen, in Stadtnähe, eine unwiderstehliche Kombination. Aber Himmelherrgottstuusig, hier leben auch Menschen! Echte! Ehrlich, wir leben hier nicht nur zur Deko rum! Wir möchten im Bus nicht von Paddeln erschlagen werden, unsere verdammte Morgenrunde ohne Trancebeschallung schwimmen, möchten weder ihren Essens- noch Postverdauungsessensresten, noch entblössten Hintern begegnen und das Gartentor öffnen wir auch ganz gerne, ohne Rücksicht auf ihr parkiertes Vehikel nehmen zu wollen, äh, müssen. Ja, in diesen Zeiten wünsche ich mir, dass die Aare direkt einem Stausee entspränge und ein kleiner Anruf, oder besser noch eine SMS genügte, mit dem Inhalt: „Code Sonnenbrand, Code Sonnenbrand, es ist wieder soweit, öffne Schleusen und Staumauern, es ist Zeit für die grosse Schwemme!“ Oder ich warte einfach auf den Regen.

Geht auch. Vielleicht.


 

 

Sollten Sie also einige Wörter übrig haben: Ich kann die eventuell noch zum Basteln brauchen.

5 Kommentare

Eingeordnet unter Neulich

5 Antworten zu “Code Sonnenbrand (Reizwortgeschichte I)

  1. Liebste Frau Gminggmangg, Sie haben gefehlt!

  2. Irmi

    Ach Frau Gminggmang, hab‘ mir etwas Sorgen gemacht, da Sie nie daheim waren, wenn ich bei Ihnen vorbeischaute. Natürlich, Sie kennen mich nicht, aber mich haben Sie schon so manches Mal mit Ihrer (manchmal spitzen) Feder erfreut, überrascht oder stirnrunzlich gemacht. Darf ich Ihnen als kleine Gegenleistung für Ihre schriftstelllerische Spendenarbeit an mich,stille Leserin, einige Wörter anbieten? Alles Gute für Sie und Ihre Mädchen und … hören Sie nicht auf zu schreiben!
    Diese Wörter hätte ich übrig:
    Blätter, der, unerwartet, nie, Geschrei, Vorfreude, mein, alle

  3. Pingback: Mütter gegeneinander aufhetzen bringt Klicks und zufriedene Werbekunden | Mama hat jetzt keine Zeit…

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