Klumpen (1.Dezember)


Wer gerade nichts Besseres zu tun hat, tut gut daran, sich gut zu tun. Das dürfte soweit unbestritten sein. Was gut tut wird allerdings relativ individuell empfunden. Ich sage Ihnen das nur als Warnung, nicht dass Sie hingehen, ausprobieren, was ich hier gleich als meinen einen Quell von Guttätlichkeit anpreise und dann enttäuscht sind, wenn das bei Ihnen so gar nicht funktioniert. Meine Stimmung hebt sich erheblich, wenn ich schöne Wörter höre, lese oder sage. (Wahrscheinlich würde ich sie auch gemorst oder gebärdet schön finden, das kann ich allerdings nicht mit Sicherheit beurteilen, weil ich weder flüssig morse, noch gebärde.) Mit schönen Wörtern meine ich nicht nette Sätze, gilt es zu präzisieren. Natürlich höre ich gerne Komplimente (Hm, das stimmt nicht. Ich habe gerne Komplimente gehört, denn den Moment der Komplimentierung selber, empfinde ich eher als überfordernd, aber das ist ein anderes Thema. Nehmen wir aber der einfachheithalber einfach an, ich hätte gerne Komplimente im Präsens.) und andere nette Worte, aber es geht schlicht nichts über ein schön prononciertes „Foulard“. Tatsächlich, und das mag wenig nachvollziehbar sein, hellt sich meine Laune alleine beim Schreiben des Wortes auf. Foulard. Foulard habe ich HIER schon mal lobpriesen und es gibt durchaus noch weitere wörtliche Stimmungsaufheller. Klumpen! Los, sagen Sie es! Klumpen! Was für eine grandiose orale Reizproduktion, was für ein Klang! Klumpen! Wie schon im Text zu Foulard (Foulard! Foulardklumpen!) geschrieben, versuche ich, zu meiner und damit der allgemeinen Hebung der Stimmung, dieses Wort so oft als möglich im Alltag einzusetzen. Das ist mit Klumpen ungleich einfacher als mit Foulard. Es klumpt ziemlich viel im Alltag: Augensekretklumpen, Zahnpastaklumpen, hart getrockneter Waschlappenklumpen (zu Berndeutsch: Wöschlumpechlumpe), Kleiderklumpen, Kaffeepulverklumpen, Zuckerklumpen, Menschenklumpen am Bahnhof, Essen klumpt sowieso ständig, manchmal klumpt die Zeit, Gedanken klumpen quasi chronisch und Müdigkeit, Gefühle und andere Ausscheidungen kommen auch stets in Klumpen. Und abends kommt Heidi Klumpen. Haha. Sie sehen, es gibt massig Gelegenheiten, um nicht zu sagen Gelegenheitsklumpen, von Klumpen zu sprechen, sie müssen nur genutzt werden. Auf dass die gute Laune eindickt und klumpt!

Klumpen.

10 Kommentare

Eingeordnet unter Neulich

10 Antworten zu “Klumpen (1.Dezember)

  1. Wöschlumpechlumpe – das ist grosse Poesie!

  2. @endELich

    „Broccoli“ – Weniger alltagstauglich (es broccolit selten was) aber auch schön zum aussprechen.

  3. jpr

    Ein wunderbares erstes Worttuerchen tun Sie uns da auf. Wöschelumpechlumpe. Hach.
    Und überhaupt, mit

    Wer gerade nichts Besseres zu tun hat, tut gut daran, sich gut zu tun

    hält man es ja auch viel zu selten. Ich werde versuchen das zu rahmen und dann haeufiger zu tun.

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