Ich will aber. (9. Dezember)


Ich vermisse den echten, klirrend kalten Winter. Die billige, abgewetzte, lauwarme Kopie, die man uns gerade vorsetzt, ist nicht, was ich von dieser Jahreszeit erwarte.

Ich will an Eiszapfen lecken.

Ich will dicke Halstücher und Mützen tragen.

Ich will, dass der Schnee alle Geräusche schluckt.

Ich will dem Schnee beim Verwehtwerden zusehen.

Ich will Eisblöcke über gefrorene Flussarme schicken.

Ich will Reflexionen in Schnee und Eiszapfen betrachten.

Ich will Schicht um Schicht um Schicht tragen, ohne zu schwitzen.

Ich will auf Eisflächenränder treten und mich an den entstehenden Geräuschen laben.

Ich will nachts bei geöffnetem Fenster schlafen, meine Bettdecke aussen eiskalt werden lassen und sie dann umdrehen.

Ich will aus der Hauswärme in die kalte, klare Winterluft treten, und dabei das Gefühl haben endlich wirklich zu atmen.

Ich will meine Hände in den Schnee stecken, bis ich sie nicht mehr fühle, sie am heissen Ofen aufwärmen und warten bis sie schmerzhaft kribbeln.

Ich will den echten, klirrend kalten Winter zurück. Jetzt.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Neulich

Eine Antwort zu “Ich will aber. (9. Dezember)

  1. Wir waren heute Skis für die Winterferien mieten. Vielleicht nutzt es was?

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