Tag 1 und 2 Bern – Jura – irgendwo zwischen Schweizer Grenze und Besançon – Lapalisse


In der letzten Woche vor meinem Urlaub, Brut und Mann hatten schon eine Woche früher Schuljahresende, habe ich erledigt, was mit zu erledigen möglich war, damit wir noch am Freitag, meinem letzten Arbeitstag, losfahren können. Ich wollte mir damit auch ein wenig die Chance nehmen, bei erstmöglicher Durchatemgelegenheit mit Erschöpfungskränkeln zu beginnen und war damit erfolgreich, wie es scheint. (Jedenfalls bin ich jetzt, am zweiten Urlaubstag, ziemlich gesund.) Ich habe es schon andernorts lobpriesen, aber ich liebe unsere Reiseauszeiten als Familie. Nach insgesamt ungefähr 40 Unterwegswochen, gibt es kaum eine Zeit, oder und erst recht nicht in unserem Alltag, in der unsere Tage routinevoller und störungsfreier verlaufen. Unsere Rollenverteilungen sind klarer, unsere Tagesstrukturen sind regelmässiger und externe Sozialkontakte durch echte oder erfundene Sprachbarrieren seltener. Unsere Tage verlaufen, jedenfalls so lange ich das Zepter in der Hand halte, und Zepter liegen gerne in meiner Hand, nach immergleichem Raster: Aufstehen – Hunderunde – Frühstücken – Sachen zusammenpacken – zwischen 10 und 11 Uhr losfahren – Fahren mit attraktiven Zwischenhalten – zwischen 15 und 16 Uhr einen Schlafplatz suchen – Hängematte aufhängen – Baden, Aufstellen, Spielen – Abendessen – die Fahrtrichtung des nächsten Tages planen – Schlafen. Wenn mein dreiköpfiger Anhang sich mal wieder zu sehr nach einem „Ausruhtag“ sehnt, und damit meinen sie, mehr als einen Tag am selben Ort bleiben, Kontakte knüpfen, untätig Rumliegen uns sowas, willige ich hie und da im Dienste des Weltfriedens ein und versuche dadurch entstehende Unruhe und Stress durch Intensivschreiben und Reiseplanen zu kompensieren.

Jedenfalls sind wir jetzt unterwegs und der erste Tag entsprach auch ganz meinen Reisevorstellungen. Nach dem wir gestern zwar noch kurz den Jura angefahren haben, weil wir gedachten die Nacht da zu verbringen, entschlossen wir uns, nach dem wir am ersten Platz, nach Rückkehr von einem Abendspaziergang zum Moorsee, von einer Herde grimmiger Kühe umzingelt wurden, doch noch einige Kilometer, schon über die französische Grenze zu fahren. Sie guckten WIRKLICH grimmig, eine scharrte schon mit dem Fuss, ich habe es genau gesehen! Schlussendlich landeten wir auf einem Parkplatz, wo wir die Nacht, anstatt mit grimmigen Kühen, am Waldrand mit Mäusen und weniger identifiziebarem Vieh, irgendwo zwischen der Schweizer Grenze und Besançon verbrachten.
Am nächsten Tag brachen wir zeitig auf, wir hatten ja auch nichts einzuräumen, und tuckerten durchs attraktive Frankreich, Meereslust im Rücken. Gegen 15 Uhr landeten wir in Lapalisse, einem schmucken Dorf in der Nähe von Vichy. Lapalisse hat ein gut erhaltenes, renoviertes Schloss und darumherum einen hübschen Dorfkern. Im Schlosspark stiessen wir auf eine Hochzeit und eine Hundeshow und, nun, die Parallelen waren nicht von der Hand zu weisen. Auf dem weitläufigen Dorfplatz vor der Kirche darf man mit Campern und ähnlichen Gefährten stehen, wovon wir angesichts des Trubels allerdings absahen. Stattdessen fanden wir am Dorfrand einen, in Anbetracht der Saison, erstaunlich leeren Campingplatz, auf dem wir uns preiswert für eine Nacht einmieteten und sogar einen Platz mit perfekt distanzierten Bäumen für die Hängematte fanden.

Bemerknisse:

Grimmige Kühe schauen grimmig.

Hundeshowhunde und Bräute werden angestarrt.

Zwischen Jura nach Frankreich liegt nur eine Doubsbreite, aber Feldergrössenverhältniswelten.

Home is where the Hängematte is.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Bemerknisse, Neulich, Reise 2016

2 Antworten zu “Tag 1 und 2 Bern – Jura – irgendwo zwischen Schweizer Grenze und Besançon – Lapalisse

  1. Frau G., Sie haben mir gefehlt! Und Ihre Reiseberichte erst!

  2. ja, endlich gibts wieder was zu lesen! gute reise ;-)

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