Tage 9 und 10: Mougàs – Sátão – Nähe Manteigas, Parque Natural da Serra da Estrela


Am Morgen beschliessen wir, nach der Grenzüberquerung zu Portugal, zügig ins Landesinnere, Richtung eines Parkes zu fahren, der mich alleine aufgrund eines Bildes, das ich einst irgendwo gesehen habe, äusserst fasziniert. Auf dem Bild sind zwei, aus dem spiegelglatten Wasser ragende, erstaunlich runde Steine zu sehen, vor attraktiver Bergkulisse. Schon nach eingien Kilometern merken wir, dass sich die Strecke strecken und nicht in einem Tag zu bewältigen sein wird, denn wir fahren über Kleinststrassen in semiformitabelm Zustand und oft mit gerade mal 30/40km/h. So durchqueren wir das als romantisch lobpriesene Valle Duoro, ein Weinanbaugebiet entlang eines breiten Flusses, der uns allerdings trotz Hitze in seiner Kloakigkeit nicht richtig zum Baden einzuladen vermochte. Am anderen Ufer des Flusses führt uns unsere Route plötzlich steil bergauf und wir finden uns irgendwann in Passhöhe wieder. Der Ausblick ist wundervoll: Obwohl noch kilometerweit vom angestrebten Nationalpark entfernt, sind die abwechselnd strohiggelb und farngrünen Wiesen übersäht mit riesigen, abgerundeten Steinen die nicht selten auf verwunderlich kleiner Liegefläche stehen und den Anschein erwecken, es brauche nur einen Kleinfingerstoss, um sie ins Rollen zu bringen. Wir halten an, um einen der trockenflechtig überwucherten Riesen zu besteigen. Talwärts durchqueren wir einige kleine Dörfer, allesamt mit eigener Kapelle, auch wenn das Dorf kaum fünf Häuser gross ist. Irgendwann folgen wir einem Campingschild und landen auf einem Platz, wo man uns als erste Interaktion bei Bier und Limonade zu Preisverhandlungen einlädt. Zu vernünftigem Preis erhalten wir massig Platz, einen Pool für uns alleine und penibel gereinigte Toiletten und schlafen äusserst zufrieden ein.

Am nächsten Tag wollen wir auch die restlichen Kilometer zum Park bewältigen und starten, nach dem uns der Hund per Wildtieranbellen geweckt hat, zeitig. Die Landschaft wird etwas weniger spektakulär, auch wenn immer noch hie und da riesige, runde Felsbrocken auszumachen sind, dafür sind die Kleinstrassen spektakulärer, einzige Flickenteppiche und die Dörfer unregelmässigst bepflastersteint. Als wir schliesslich in den Park einfahren, bin ich etwas enttäuscht. Landschaftlich nett, vermisse ich die Felsbrocken und bergdörfernen Weiler, wie sie mir im Führer angekündigt wurden. Dafür finden wir an einem kleinen, von portugiesischen Familien mit Badewillen frequentierten Fluss einen Schlafplatz. Das Wasser des Flüsschens ist kalt, aber so erfrischend und nachhaltig prickelnd, dass wir uns vor dem Schlafengehen gleich mehrfach ein Stücklein treiben lassen. Morgen wollen wir wieder Meer sehen.

Bemerknisse

Dafür dass, wie in den letzten Bemerknissen erwähnt, quasi jeder Spanier einen verzogenen Kleinsthund hat, sind Hunde erstaunlich oft allenthalben durch Verbote ausgeschlossen. Vielleicht auch deswegen.

Sonntägliche Badeausflüge der Portugiesen scheinen sich nach folgenden Mustern abzuspielen: Mann fährt an Badeort, Frau schleppt Tische und Stühle von Auto zum Platz, Mann setzt sich, Frau schleppt kleinwagengrosse Kühltruhe neben den Tisch, Mann und man isst und trinkt reichlich.

In der momentanen Region gehört Herr G. plötzlich zu den Grossgewachsenen.

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Eingeordnet unter Neulich, Reise 2016

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