Tage 13 bis 16: Setùbal – Carrapateira – Zambujera – Armação de Pêra – Tarifa


Ich werde die Tage 14 bis 16 in Einem zusammenfassen, weil wir zwei Tage am selben Ort blieben und weil ich damit Spanien vorerst abschliessen und mich hernach Marokko widmen kann.

Nach einem üppigen Frühstück und herzlicher Verabschiedung, samt multipler Beteuuerung, dass wir jederzeit wieder mit offenen Armen empfangen würden, machten wir uns auf den Weg, Richtung Carrapateira zu fahren. Dieser Ort, oder viel mehr seine Strände, wurden uns von mehreren vertrauenswürdigen Quellen empfohlen. Wir schaffen die Strecke nicht, zu früh bekunden die Kinder Weiterfahrunwille und so steuern wir einen kleinen Platz, in einem netten, etwas zu touristischen Küstendorf an. Aber die Kinder geniessen das ausgiebige Spiel und ein Poolbad so sehr, dass sich der Zwischenstopp durchaus lohnte. Wir verbringen eine angenehm kühle Nacht.

Am nächsten Tag starten wir erneut mit Carrapateira als Ziel und tatsächlich erreichen wir den Ort, und einer der Strände, der uns als Übernachtungsplatz empfohlen wurde, kurz vor Mittag. Der erste Eindruck ist ernüchternd, der Strand zwar nett, aber total überfüllt, ebenso der schattenlose Kiesplatz, wo wir stehen sollten. Kurz erwägen wir einfach weiter zu fahren, aber nach einer kurzen Konsultation „unserer Deutschen“ werden wir auf den rechten Weg gelotst und befahren auf gut Glück eine der unzähligen Sandschotterstrassen, die zwischen Carrapateira und dem westlichen Nachbardorf gen Meer führen. Als wir mit unserem Gefährt nicht mehr weiterkommen, laufen wir den Rest zu Fuss und finden einen der schönsten Strände, an denen ich je war, eine kleine Bucht, ganz für uns allein. Der Atlantik tut wild und wellig und wunderschön und wir verbringen einen wahnsinnig wunderbaren Nachmittag. Gegen Abend wird es kühler, die Kinder sind sandbefüllt und müdegetobt. Wir denken kurz darüber nach, zurück zum Gefährten zu laufen und gleich da zu übernachten, entschliessen uns aber aus Wassermangelgründen dagegen. Ein Entscheid, den wir sehr bald bereuen, denn voller Energie entscheiden wir uns dafür, noch etwas weiter zu fahren und landen küstabwärts mitten im Algavretourismus, wo wir notgedrungen übernachten.

Am nächsten Morgen beschliessen wir einhellig: Wir haben genug. Den Algavretourismus wollen wir uns nicht antun. Wir legen einen unschönen Fahrtag ein und erreichen am Abend Tarifa, eine Hafenstadt, von der aus wir nach Marokko überzusetzen gedenken. Der Strand ist zwar gut besucht, aber so weitläufig, das kein Platzmangel herrscht. Die Kinder spielen sich im seichten Wasser der aufkommenden Flut in Erschöpfung und fallen nach dem Abendessen bald ins Bett. Die Nacht wird, trotz gut besuchtem Camping platz, ruhig und schlafvoll.

Am nächsten Morgen stehen wir sehr früh auf, ja, die Kinder sind kaum wach zu kriegen. Wir wollen Wale und Delphine beobachten gehen und haben dafür eine Stiftung gewählt, die uns von Bekannten empfohlen wurde. Die Firmm-Fondation, eine nonprofit Organisation, die mit „respectfull Whalewaching“ werben, bei Ausfahrten bewusst auf zu viel Tempo, zu aggressivs Annähern und Radar und andere Ortungsgeräte verzichtet, um die Tiere nicht zu stören. Ausserdem setzen sie sich für eine Verkehrsregulierung auf der Strasse von Gibraltar ein, kümmern sich um den Tierbestand, forschen, klären auf (Nach den Touren per Vorträge) und setzen sich nachdrücklich für die Meeressäuger und den Umweltschutz der Region ein. Eine durchaus unterstützenswerte Stiftung, die auch Patnschaften für ihre beobachteten Tiere anbieten, um den Erlös weiter für ihre Arbeit einzusetzen. Als wir das Schiff besteigen, ist das Meer relativ ruhig, aber im kleinen Boot ist der Wellengang doch deutlich spürbar, einigen der Mitgereisten schlägt das offensichtlich auf den Magen. Mir kommt der Gedanke an Gummiboote und Flüchtlingsrouten… Gut in der Mitte der Gibraltarstrasse treffen wir auf einen Schwarm grosser Tümmler, die furchtlos neben dem Boot vorbeispringen. „Wie wunderschön!“ ruft Kind2 aus, „Nie soll man Delphine haben!“ (Meint Delphine halten, wie in manchen Zoos. „Frei müssen sie sein!“ Tatsächlich, wenn man sieht, mit welchem Tempo und Ausdauer sich diese Tiere fortbewegen, bis zu 120 Kilometer weit am Tag, wird ziemlich eindeutig, wo diese Tiere hingehören. Zurück an Land hören wir den informativen Vortrag über Organisation, Region und Tiere, buchen unsere Überfahrt nach Marokko und begeben uns zur Mittagszeit zurück zum Gefährten, wo wir den Rest des Tages lesend, spielend und plantschend verbringen.
Bemerknisse:

Ein wirklich toller Nebeneffekt des Unterwegsseins: Man verreist, verwundert und verschläft das Weltgeschehen.

Partygiesen sind laut.

Nach zwei Wochen Reise, kommt es mitr so vor, als wären wir schon wieder Monate unterwegs. Alles ist eingespielt und fühlt sich richtig an.

 

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Neulich, Reise 2016

Eine Antwort zu “Tage 13 bis 16: Setùbal – Carrapateira – Zambujera – Armação de Pêra – Tarifa

  1. Hach, habe ich schon den Neid erwähnt, dem ich hier fröhne? (auch wenn ich mich selber nicht im Hochsommer gen Afrika trauen würden täte)

Kommentariat:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s