Archiv der Kategorie: Gmanggfakt

Unpässlich (16. Dezember)


Als ich gestern in die Twitterrunde fragte, was ich denn heute (also gestern) so für eine Liste bloggen soll, antwortete @cloudette folgendermassen:

Das klingt eigentlich einigermassen simpel, allerdings sah ich mich schon beim ersten Andenken der Thematik mit dem Problem konfrontiert, dass mir zwar zig Entschuldigungen, um nicht an gesellschaftlichen Anlässen teilnehmen zu müssen, einfielen, ich aber nicht einschätzen konnte, welche davon „akzeptabel“ sind. Von „Ich habe eine Erkältungsgrippe“, über „Keine Lust.“, über „Mein Kind ist krank.“, über „Mein Hund hat Durchfall.“, über „Ich habe einen Sozialphobieschub.“, über „Ich ertrage euch alle heute einfach nicht.“, über „Da ist mein Umzugstag.“, bis hin zu “Meine Tante ist gestorben.“, finde ich eigentlich jede einzelne Entschuldigung akzeptabel, aber dass ich nicht zwingend von mir auf andere schliessen kann, hat das Leben mich mit Nachdruck gelehrt. Eine weitere Frage ist auch, ob akzeptable Entschuldigungen wahrheitsbasierend sind, oder erfunden werden dürfen. Die Tatsache, dass @cloudette danach fragt, lässt auf Letzteres schliessen, denn hätte sie eine passende Entschuldigung, müsste sie ja nicht danach fragen. Spontanschwindeln ist allerdings eine Fähigkeit, die ich nur bedingt besitze, denn die Option geflunkerter Ausreden fällt mir oft erst ein, wenn die Situation, in der ich mich damit vor Ungemach hätte bewahren können, längst schon vorbei ist. Hinzu kommt, dass ich wirklichwirklich ungerne lüge und mir lieber eine neue Wohnung suchen und tatsächlich umziehen würde, als die Entschuldigung leer und gelogen stehen zu lassen. Es ist es also wirklich vorteilig, wenn ich nie entschuldigungsflunkere meine Tante sei gestorben. Selbstredend weiss ich aber auch, dass „Ich ertrage euch heute einfach nicht.“ oder „Keine Lust.“ in den wenigsten Fällen so unpersönlich und unbeleidigend aufgefasst wird, wie es gemeint ist, womit der wohl häufigste (Oder denke ich da zu misanthropisch?) eigentliche Absagegrund, trotz seines Wahrheitsgehalts als Option wegfällt. Bisher war ich noch nicht wirklich hilfreich, hm, werte @cloudette?
Es gälte irgendeine Entschuldigungsgrund zu finden, der sich 1. bei Bedarf herbeiführen lässt, 2. für niemanden der Beteiligten wahnsinnig unangenehm ist und der 3. unverzüglichen Handelns bedarf. Die meisten der durchgedachten Optionen (Krankheiten, Wasserschäden, Todesfälle und Konsorten.) scheiden aufgrund der Unannehmlichkeiten für die/den Ausredende/n oder andere aus, lange dachte ich über Mäusebefall und Scherben nach, aber ersteres ist doch relativ aufwändig, auch wenn ich Mäuse mag, und Zweiteres wir unter Umständen nicht als dringlich genug betrachtet. Wirklich einleuchtend wären Geburtstage nahestehender Personen, dafür,müsste man nur für jeden Tag im Jahr jemanden finden, an dessen Party man dann ausredehalber eingeladen werden könnte. Allerdings bräuchte man ja dann auch wieder eine Entschuldigung um dann dort nicht hingehen zu müssen. Es ist kompliziert und, werte @cloudette, ich bin bei nicht genauer definierter Unpässlichkeit verlieben. Wer keine Lust hat ist unpässlich, wer keine Nervenreserven hat ist unpässlich, das ist weder gelogen, noch beleidigend, noch eine schlechte Entschuldigung, wie ich finde. Und wenn unangenehme Nachfragen kommen, kann man ja immer noch eine eklige Geschlechtskrankheit erfinden, die das Gegenüber per Peinlichkeit jeder Erwiderung beraubt.

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Fahrplanwechselwirkungsimmunität (14. Dezember) 


Es ist der 14. Dezember, der erste Arbeitstag nach Fahrplanwechsel, ein kleiner Vorgeschmack auf die Apokalypse, quasi. Aber ich beliebe zu scherzen, denn ich nehme sowas natürlich mit stoischer Gelassenheit.Im Vorfeld habe ich irgendwo gelesen, dass Frau als Pendlerin auf der Strecke Bern-Zürich zeitlich mit keinen grossen Veränderungen zu rechnen hat, was mir als Information eigentlich schon reichte, so musste ich nicht noch jede Verbindung einzeln durchsehen, erst recht nicht die Verbindungen, die ich ohnehin nie benutze. Es kümmerte mich auch nicht im voraus, ob es in Bezug auf die Ankunftsperrons Veränderungen gab, sowas kann Frau ja gut vor Ort dann spontan feststellen. Deswegen betrachtete ich die Verbindungsliste auch nicht noch extra mit Fokus auf Perronnummern und lief die potentiell neuen Wege auch nicht einzeln, zeitstoppend ab, um nebenbei festzustellen, dass die Bodenplattengrössen dort einiges schrittmassfreundlicher sind. Selbstredend nicht. Notizen und Pläne machte ich dabei auch keine und in der Nacht vor dem ersten Arbeitstag nach dem Wechsel schlief ich grandios und verschwendete nicht den Hauch eines Gedanken an die Idee, ich könnte am nächsten Tag in all dem Unbekannten verschellen und meine Familie nie mehr wieder sehen. Deswegen war ich heute Morgen dann auch ganz ausgeruht und gelassen, wie immer, eigentlich, und ging auch nicht eine Stunde früher los, als erforderlich, wie das vielleicht irgendwelche HysterikerInnen tun würden. So ein Fahrplanwechsel kann mir eben nichts. Gar nichts. 

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Kochen mit Frau G. (13. Dezember)


„Sollten Sie je einmal Kartoffelsuppe kochen (oder etwas mit aehnlichem Reichtum an Zutaten): ich saehe gern Ihr Mis-en-place.“ schrub der geschätzte Herr jpr und ich dachte mir, dass ich der Thematik doch einen Arikel widmen könnte. Nun gut, es wird keine Kartoffelsuppeund auch kein richtiges Mis-en-place, aber es hat was mit Kochen zu tun und zumindest Resultieren eventuell frische Nudeln mit Artischokenpesto aus dem ganzen Getue. 

Dafür suche ich als erstes nach Rezepten und entnehme die Nudeln dem Cucchiaio d’Argento und den Pesto bastle ich mir aus diversen italienischen Seiten zusammen.

Dann schreibe ich eine Einkaufsliste:

  • 1 Eigelb
  • 4 ganze Eier
  • 1 Prise Pfeffer
  • 1 Teelöffel Salz
  • 6 Knoblauchzehen
  • 3 Deziliter Olivenöl
  • 100 Gramm Pinienkerne
  • 500 Gramm Chnöpflimehl
  • 200 Gramm Grana Padano
  • 15 gekochte Artischockenherzen
  • ¼ des Safts einer ausgepressten Zitrone
  • 22 insgesamt durchschnittlich grosse Basilikumblätter (Länge +/- 3,5 Zentimeter, Breite +/- 2 Zentimeter)

Dann schicke ich Herrn G. in den Sonntagsverkauf, die Dinge zu erstehen.

Dann plane ich den Ablauf der Kocherei.

Dann erruiere ich den ungefähren Zeitrahmen: So 1 ½ Stunden.

Dann koche ich, verliere mich in irgendwelche semiwichtigen Nebenschauplätzen und mache ab und zu ein Bild.
   
    
    
 

 Dann habe ich fertig gekocht und schaue, wie viel Zeit ich so gebraucht habe: So 4 Stunden.

Dann esse ich.

Dann sitze ich in einem gigantischen Chaos, das ich irgendwie zu beseitigen versuche.

Dann bin ich erschöpft.

Fertig.

Ich sollte Foodbloggerin werden.

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Autobiografietitel – Ein Verlegenheitsartikel (11. Dezember)


Zeit für einen weiteren Verlegenheitsartikel! Heute erweitere ich die Liste möglicher Titel, die meine Autobiografie tragen könnten. Kursiv stehen die schon bestehenden (Titel, nicht Autobiografien), bolzengerade die neueren Titel die Frau Gminggmanggs Autobiografie möglicherweise tragen könnte:

  • Onomatopoetische Essgeräuschwörter – Wo staatlich initiierte Zensur wirklich nötig wäre
  • Der Foulardklumpen – mit Wortklang zum Glück
  • Gut sortiert im Chaos versunken
  • „Wer war das, sie kam mir bekannt vor?“ „Deine Mutter.“ – Leben mit Gesichtsblindheit
  • Spontaneität kann trainiert werden – Jeden Dienstag von 17:05 – 17:25, das minutengenaue Programm finden Sie auf der Rückseite
  • Sigi, ich und Es – Eine Zugbeziehungsgeschichte
  • Die Todsünden meiner Autokratie – Von Aufläufen, Steeldrums und Parfüm
  • Chronisches Fernweh – Ein Selbsthilfebuch
  • Kaffee für alle – Weltfrieden ist keine Utopie
  • Die Zwiebel –Eine Kleidungsschicht ist keine Kleidungsschicht
  • Unter Umständen vielleicht eventuell schon… Oder auch nicht – Gelebte Wankelmut
  • Massnahmen zur Früherkennung potentieller Pen(n)delstörungen für mehr Sicherheit im Berufsverkehr – Ein Buch zur Gewaltprävention
  • Ein Leben auf Achselhöhe
  • Prokrastination – Eine Betroffene bricht ihr Schweigen – Bald
  • Lucky Glucke
  • Dings und mein anders Kind – ein Leben mit SmdSd
  • Bekenntnisse der Schokoladenstaplerin Frau Gminggmangg
  • Also sprach Frau Gminggmangg
  • Vom Streben nach Ordnung – die Geschichte des Scheiterns
  • „Er macht nichts!“, „Jeder wie er mag!“ und andere Beleidigungen – Mein Weg von der Heilpädagogin zur Gewaltverbrecherin
  • Eine Freundschaft – Frau G. und die Wassermelone
  • G-Fakten
  • Geständnisse – Ich schrieb nicht immer die Wahrheit

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Geschenkter Nachtrag zu Überraschungsgeschenken (4. Dezember)


Nach meinem Blogpost über Überraschungsgeschenke, ward mir von verschiedenen Seiten zugetragen, dass der Artikel doch sehr den Eindruck erwecke, dass ich Geschenke insgesamt gar nicht schätzen würde. 19 Tage vor Weihnachten ist ein sehr ungünstiger Zeitpunkt, derartige Eindrücke zu erwecken, weswegen ich den kleinen, aufgeweckten Eindruck hiermit gerne wieder einschlafbegleite. Vorweg: Ich mag Geschenke! 

Es ist geht mir dabei nur, wie schon im Eindruckweckerpost erwähnt, wie mit Komplimentierungen: Den konkreten Akt finde ich tatsächlich eher unangenehm und Sie wollen mir doch jetzt nicht weis machen, dass es einfach sein soll, unter dem Zeitdruck, den Direktschenkungen und Direktkomplimentierungen nun mal inne haben, irgendwo im Heuhaufen aus tatsächlich Empfundenem, den Erwartungen des Gegenübers, sozialen Normen und Authentizität, die Stecknadel „Angemessene Reaktion“ zu finden?! Ich bevorzugte sowohl fürs Schenken, als auch für Komplimentierungen eigentlich die Nikolausvariante (vorangekündigt, aber durchaus auch überraschend): Geschenk oder Kompliment morgens im Schuh finden, sich vorbehaltslos und innhaltsunabhängig über die Geste freuen, sich ohne direkten Reaktionserwartungsdruck vielleicht auch über den Inhalt freuen, vorbereiteten aber authentischen Dank per Brief oder späterer Direktbegegnung an die richtige Adresse liefern, die vorteilig dem Geschenk beigelegt ward. Natürlich könnte man auch anonym schenken, aber es ist doch nett, Dank und Freude adressieren zu können. An dieser Stelle möchte ich der wunderbaren Person danken, die mich vor vier Wochen, ohne Hinweis auf ihre Idendität, mit einem Okapi-T-Shirt und einer Okapitasche beglückte: Ich habe mich unheimlich darüber gefreut! 

 
Selber schenke ich übrigens auch sehr gerne, kann mich allerdings, wenn ich genau weiss, dass ich ein richtig gutes Geschenk habe (Hier hilft mir manchmal das Aussagen-Nicht-Vergessen-Talent vom vorangehenden Artikel.), vor Schenkvorfreude kaum zügeln, verrate den Inhalt auch Überraschungsliebhabern, und schenke manchmal Wochen vor dem eigentlichen Feierzeitpunkt. 

So, ich habe fertig auf- und nachgetragen.

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