Archiv der Kategorie: Hundende

Per Ploppen zur Entspannung (19. Dezember)


Nachdem die letzten Artikel sich arg oft um Dinge wie Sortieren und Fugenvermeiden drehten, nahm ich mir für heute vor, einen Text zu schreiben, der zumindest halbwegs den Eindruck macht, als hätte ich genügen Tässchen in meinem Schränklein. Was, dachte ich mir so, eignet sich da besser als ein Artikel über eine meiner wohl entspannendsten, regelmässigen Tätigkeiten: Dem Spaziergang mit dem Hund, entlang der Aare.

Zugegeben, es gibt eigentlich nicht all zu viel darüber zu schreiben, man tut auf so Spaziergängen, was man eben so tut.

  1. Die allerbequemsten Schuhe, die Ästhetiker leise weinen lassen, anziehen, ähnlich geartete Jacke überwerfen. (Ich.)
  2. Zu Leine und Spielball greifen. (Ich.)
  3. Vor Freude über das verheissungsvolle Leinenklackern in die geschlossene Glastür rennen. (Der Hund.)
  4. Flotten Schrittes losmarschieren. (Beide.)
  5. Die kinderlose Schnelligkeit geniessen. (Mutmasslich beide.)
  6. Ball werfen. (Ich.)
  7. Ball holen. (Der Hund.)
  8. Spaziergangbegegnungen nicht beachten, allerhöchstens anknurren. (Ich.)
  9. Auf Befehl dekorativ posieren. (Der Hund.)
  10. Möglichst runde Steine mit 3-4cm Durchmesser, in werfenden Richtung rotierend, in möglichst hohem Bogen in die mutmasslich tiefste, sichtbare Aarestelle werfen. (Ich.)
  11. Dem bei dieser Wurfart entstehenden, verschluckend anmutenden „Plopp!“ lauschen. (Ich.)
  12. Die dabei entstehenden, perfekt kreisförmigen Minimalwellen beobachten, hoffen, dass keine dieser blöden Spielverderberenten reinschwimmen. (Ich.)
  13. Schritte 4 bis 9 wiederholen, dabei den Rückweg antreten. (Beide)
  14. Zuhause zuerst nasse Hunde trocknen, dann Spaziergangskleider loswerden. (Ich)
  15. Angeberische Bilder mit (meist) Morgengrüssen ins Internet laden. (Ich.)

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Wir haben fertig.


Und es bleibt eigentlich nichts zu sagen, bis auf all die Dinge, die ich schon vor zwei Jahren sagte. Fügen Sie hie und da noch etwas Junghundtrubel ein und fertig ist mein heutiger Blogeintrag.

Es ist geplant, gepackt und geputzt. Tatsächlich habe ich es schlussendlich doch noch geschafft, mich für, oder, was noch einiges diffiziler, gegen Garderobenbestandteile zu entscheiden und nein, lieber Herr G., weder habe ich Kleider von mir in die Kisten der Kinder geschmuggelt, noch werde ich mir morgen noch x weitere Stücke per Zwiebelprinzip erschummeln. Trotz Unmengen von Material, sieht der Gefährte wider Erwarten nicht all zu vollgestopft aus, ja, bleibt Platz für Chaos, massig Andenken, mehr Kleider und Luft zum Atmen (je nach Hundes Flatulenzfrequenz.)

Morgen gegen Mittag früh werden wir starten. Für die erste Etappe haben wir uns wenig vorgenommen, werden die Grenze noch nicht überfahren, sondern bei Ypsilönchens Patentante, die momentan im Engadin weilt, eine erste Übernachtung einlegen. Routenmässig ist geplant auf dem Hinweg, der leider ziemlich in die Touristenhauptsaison fällt, Italien, Slowenien und Kroatien relativ schnell (kinderabhänigig) zu bewältigen (Letzterem wollen wir auf dem Rückweg gerechter werden) und es dann ab Albanien gemächlicher zu halten.

Ich habe vor regelmässig (1-2 x wöchentlich) zu bloggen, aber das wird wohl sehr von, Land, Internetempfang und Zeit abhängig sein. Fotos werden wohl einfachheitshalber, so lange unterwegs, nur iPhone-Qualität haben. Wie schon vor gut zwei vier Jahren, auf unserer Kurzreise nach Istanbul unter dem Titel „Bemerknisse zweineinhalb Reisender“, möchte ich Erkenntnisse und Bemerktes jeweils, nach einem eher Ortsbezogenen Kurzbericht, stichwortartig festhalten (Kategorie Bermerknisse, rechte Spalte). Selbstredend, dass wir bereits vor Abfahrt, rund um den Akt des Planens und Packes zu gewissen Einsichten gelangt sind, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Bemerknisse Kleinstrudelreisender I (als Kleinst-Rudel-Reisende, nicht Kleinstrudel-Reisende zu lesen)

  1. Beim Putzen beachten Sie die Regeln unter „Haushalten mit Frau Gminggmangg“ und oder angeln Sie eine ebenso fähige wie willige Mutter wie Frau Gminggmangg sie hat.

  2. Vermieten Sie ihre Wohnung NICHT zwischen und erben, erbeuten, erschummelngewinnen Sie stattdessen vorgängig eine grössere Summe Geld, die eine Zwischenvermietung erst gar nicht nötig macht.

  3. Wer asketisch packt gewinnt… Platz, also Leere, also Nichts und heult nachher rum, weil er nichts anzuziehen hat. Jawoll.

  4. Wer mit Kleinkindern verreist, lernt möglichst schnell und gut koordiniert zu packen.

  5. Erdenken Sie sich erst detailgenau den potentiellen Inhalt einer Kiste (Nicht laut aussprechen, Sie wollen die Brut ja nicht auf Spielideen mit genau diesen Gegenständen bringen.)

  6. Planen Sie den genauen Weg der Einsammlung der diversen für die Kiste geplanten Gegenstände (leise),

  7. rufen Sie wahlweise „Oh, da, Pferdekot!“ (für Y), „Oh, da, eine schmackhaft aussehende Schnecke!“ (für Äm) oder ähnlich Frappantes und zweigen sie aufgeregt in eine Richtung

  8. rennen Sie in die andere Richtung los,

  9. sammeln Sie alle benötigten Utensilien ein,

  10. werfen Sie sie in eine Kiste und

  11. VERSCHLIESSEN SIE DIE KISTE! Fest! Mit Kindersicherung!

  12. Oder Sie benützen die erstbeste Kiste als Kinderbehältnis und befreien die Kinder erst wieder, wenn sämtliche anderen Kisten gepackt und verschlossen sind.

  13. Oder Sie ignorieren obigen Ratschlag und packen dafür mehrmals.

 

Besonderen Dank gilt Familie Q., die unsere Gemächer hegt, pflegt und belebt!

Bis zur nächsten WLAN-Quelle…

 

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Pro Fundbüro


(Der folgende Artikel erschien als Blogpost im Blog der Schweizerischen Bundesbahnen.)

Menschen wie ich, ich spreche von Menschen, die ihre Brille im Kühlschrank wieder finden oder beim Spielen dem Hund irrtümlich das Mobiltelefon, anstatt den Tennisball zuwerfen, ich spreche von Menschen, die von Zeit zu Zeit etwas zerstreut durch den Alltag irren, diese Menschen mögen Fundbüros.

Es begab sich also, dass ich morgenroutiniert auf dem Pendlerweg eine Station vor Ankunft am Arbeitsort damit begann, mich so einzurichten, dass ich sämtliche Utensilien für einen sofortigen Arbeitsstart in Griffnähe habe. Wichtigstes Objekt hierfür ist mein Schlüsselbund, den ich jeweils an meiner Hose befestige. Ohne den Schlüssel komme ich weder irgendwo rein, noch irgendwo wieder raus. Nachdem ich die Hälfte des Tascheninhalts über die beiden Sitze vor mir verteilt hatte, fand ich endlich den Schlüssel und legte ihn aufs Zugtischchen, überlegte, ob ich ihn nicht lieber gleich befestigen sollte, entschied mich dagegen, verstaute Aufgeräumtes entweder zurück in meine Tasche, oder direkt in den Müll, als mein Telefon klingelte*. Ein Notfallanruf** von einer wichtigen Person***, wegen irgendwas Lebenswichtigen****. Gerät und Inhalt absorbierten mich für einige Sekunden. Der Zug fuhr ein, ich stieg aus und marschierte strammen Schrittes Richtung Arbeitsort.

Der Schock.
Vor verschlossener Tür tastete ich mit geübtem Handgriff nach Einlasshilfe in Schlüsselform und griff ins Leere. Es war einer dieser Momente, in denen das Herz mir direkt durch den Beckenboden gen Untiefen rutschte und ich das zugeführte Koffein in Spritzfontänen wieder ausschwitzte. Der Schlüssel war weg! In derselben Sekunde wurde mir auch klar, dass das Unglück ganz typischerweise in dem Moment geschah, als ich mich kurz der Gedanke streifte, den Schlüssel nicht nur abzulegen, sondern zu befestigen, und ich mich dagegen entschied. Nach einigen Versuchen, unter Fluchen in der Zeit einige Minuten zurück zu reisen, blieb mir nur noch die stille Resignation und das Betätigen der Hausklingel. Man gewährte mir gnädigerweise Einlass, ohne mich all zu sehr zu belächeln, ich begab mich auf direktem Weg an den Computer und formulierte auf sbb.ch eine Verlustmeldung.

Der Jöö-Effekt.
Meine Verzweiflung war gross, meine Motivation durch detailgetreue Beschreibung des Schlüsselbunds den Sucherfolg zu erhöhen ebenso. Ich bemühte mich also sehr und formulierte einen zweiseitigen Suchbeschrieb samt Fotozugabe. (Nicht vom Schlüsselbund, aber von Charlotte (meinem Hund) in Welpentagen, Welpenbilder kommen immer gut an und mit einigen zusätzlichen Glückshormonen intus würde der Suchzuständige sicherlich noch erfolgreicher sein.) Den Rest des Tages verbrachte ich beim Unterrichten, zwischenzeitlich unterbrochen von diesen Herz-Beckenboden-Koffeinfontäne-Momenten, wenn mir wieder einfiel, dass mein Schlüssel irgendwo da draussen war, allein, schutzlos, die Wegbeschreibung, Adresse und Art seines Einsatzortes schön auf laminiertem Kärtchen mitgeliefert, sehr praktisch für den Finder mit kriminellen Tendenzen.

Verlustmeldung

Der Deo-Dieb.
Nachts alpträumte ich Episches von ausgeräumten Schulräumen und davon, dass ich bei meiner Ankunft bemerke, dass die bösen Diebe, denen ich so unterstützend in die Hand vorgearbeitet hatte, sogar meinen Deodorantroller mitgenommen haben. Ausgerechnet! Denn was ist in dieser Situation wichtiger als Deodorant!? Jedenfalls war die Nacht nicht sehr erholsam und ich fand das Weckerklingel am Morgen ausnahmsweise ziemlich lieblich. Ich startete in den Tag, versuchte meine Morgenroutinen trotz den Herz-Beckenboden-Sie-wissen-schon-Momenten beizubehalten und war, am Arbeitsort angekommen, sehr erleichtert meinen Deodorantroller und den Rest noch vorzufinden. Als ich schliesslich um 9 Uhr noch eine Mail mit dem Bescheid erhielt, dass meine Schlüssel wieder gefunden wurden und ich ihn am Zürcher Hauptbahnhof abholen könne, war mir nach Intonierung einer Lobeshymne ans Fundbüro der SBB.

Das Wiedersehen.
Aufgrund der Tatsache, dass ich aber gerade in einer Sitzung war, verzichtete ich zum Wohle aller auf eine Gesangseinlage und freute mich kopfintern. Im Anschluss an den Arbeitsschluss eilte ich direkt zum Fundbüro, schloss die Schlüssel in meine Arme, beschloss, fortan sei Schluss mit der Schusselei und übte die nötigen Handgriffe zur Verhinderung ähnlicher Unglücke mehrfach im Trockenen: Schlüssel raus, befestigen, aussteigen. Schlüssel raus, befestigen, aussteigen. Schlüssel raus, befestigen, aussteigen. Ich bin gefeit. Die Tasche hat mir bisher auch immer irgendwer hinterher getragen. Schlüssel raus, befestigen, Tasche umhängen, aussteigen. Danke.

 

 

* vibriert
** Twitter eine Pushmitteilung sendet
*** von irgend so einem-r Twitterer-in
**** aus Gründen

 

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im ÖV mit dem Welpen


(Der folgende Artikel erschien als Blogpost im Blog der Schweizerischen Bundesbahnen.)

Welpe goes Zug

Die Anschaffung eines Welpen bringt einige Veränderungen mit sich: Dass man sein Heim plötzlich mit Laufgittern schmückt, wo man trotz Kindern bisher ohne ausgekommen ist, beispielsweise, oder dass man sich dabei ertappt, die vorbeilaufenden Vierbeiner als potentiell liebenswert einzuschätzen, beispielsweise, oder dass man Robidog-Seckli und «Gudeli» findet, wo man bis vor kurzem nur angekaute Dinkelkekse und Schnuller fand, beispielsweise, oder dass man erstmals einen Erziehungsratgeber liest und Dinge daraus tatsächlich wörtlich beherzigt, beispielsweise, oder aber, dass die eigene Wahrnehmung beim Betreten eines öffentlichen Verkehrsmittel urplötzlich um einen Meter, direkt auf Welpenhöhe, sinkt. Da bleibt sie auch einstweilen, die Wahrnehmung, denn aus einem Welpen einen angenehmen Mitreisenden zu machen, ist ein nicht zu unterschätzendes Stück Trainingsarbeit.

Die 9 wichtigsten Punkte, deren Sie sich beim ÖV-Fahren mit Welpe bewusst sein sollten:

1. Zeitpunkt und Regelmässigkeit
Je früher ein Welpe an Lärmpegel, Geräusche, Frequentierung und Gerüche öffentlicher Verkehrsmittel gewöhnt wird, desto nachhaltiger ist die Gewöhnung. Das heisst selbstredend nicht, dass Welpen vom Uterus direkt in den nächsten Linienbus getragen werden sollen, aber sobald sie weg vom Muttertier, bei ihren neuen Besitzern sind, kann langsam mit dem Training begonnen werden.

2. Taschenwahl
Besonders sehr junge Welpen werden mit Vorteil in einer Tasche transportiert. So reist der Hund (bis 30 cm Risthöhe) nicht nur gratis, sondern auch in vertrauter Umhüllung, jedenfalls wenn dem Vierbeiner daheim schon eine Taschenannäherungsphase gewährt wurde. Personen mit übersteigertem Stilbewusstsein können das Taschensortiment so erweitern, dass zu jedem Outfit ein passendes Exemplar bereit steht, dabei ist allerdings das schwindelerregende Wachstumstempo von Welpen einzuberechnen.

Taschenwelpen

Taschenwelpe II

3. Angst nicht verstärken
Die meisten Welpen werden in einer derart neuen, aufregenden Situation anfänglich zittern, winseln, herzerreissend ängstlich hundeblicken und jedes Individuum mit Herz möchte das verängstigte Kleinwesen hingebungsvoll an die Brust drücken und ihm zuflüstern, dass alles wieder gut wird. ABER jede positive Zuwendung als Reaktion auf Angstverhalten wird der Welpe als Bestätigung sehen, dass sein Verhalten angemessen ist. Deshalb gilt es, Streicheleinheiten und andere Belohnungen auf die eine Millisekunde aufzusparen, in der der Welpe das Zittern und Winseln vergisst und ruhig an seinem Plätzchen sitzt, dafür darf dann aber all das Aufgesparte mit Inbrunst und Theatralik zelebriert werden.

Brav Welpe

4. Pipipfützenputzpapier
Welpen pinkeln. Meistens weil sie müssen, weil sie können, aus Angst, aber auch aus Freude. Mit Angstpinkeln rechnet man, denn, siehe oben, Erstfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitten können den Welpen durchaus verängstigen. Womit man vielleicht nicht rechnet, ich persönlich aber häufiger erlebt habe als alle anderen Pinkeleien, ist das Urinieren aus Freude. (Wieso Freudepinkeln? Siehe Punkt Begegnungen) In allen Fällen hilft aber saugstarkes Papier und eines der ominösen blauen Säcklein.

5. Begegnungen
«Ja, Hallooo, wer bist denn du? Guziguzi!»
«Ja, bist du ein Süsser! Es ist doch ein er? Du bist bestimmt ein ER! Guziguzi!»
«Ja, was wirdst DUUU denn wenn du gross bist, hm? Guziguzi!»
Als Eltern kennt man den weit verbreiteten Willen, alles was nach Baby oder Kleinkind aussieht zu kommentieren und wahlweise gleich noch praktische Erziehungstipps mitzuliefern.  Spätestens nach der ersten ÖV-Fahrt weiss auch der Welpenbesitzer um das gesteigerte Mitteilungsbedürfnis. Es ist toll, wenn man derart viel Offenheit begegnet, aber gerade Welpen, die sich im Lernprozess befinden, werden durch Tröstversuche und ausufernde Begeisterungsbekundungen von Fremden entweder zusätzlich verängstigt, oder hochgeputscht bis zum Freudenpinkeln. (Siehe oben.)

6. Billett lösen
Sobald der Welpe sämtlichen Taschen entwachsen ist oder eine grössere Widerristhöhe als 30cm aufweist, muss für den Hund ein 1/2 Billet, eine Hunde-Tageskarte oder ein Hunde GA gelöst werden.

7. Ein- und Aussteigen
Wenn der Welpe keinen Platz mehr in verfügbaren Taschen hat, ist es Zeit, dass er Busse und Züge zu Pfoten betritt. Anfangs muss beim Ein- und Aussteigen noch geholfen werden, später geschieht das selbständig. Wichtig ist, dass der Hund lernt, Aussteigenden vor dem Eintritt den Vortritt zu lassen und nicht auf Einlass zu drängeln und an der Leine zu zerren, aber in der Regel können die Vierbeiner das besser als die erfahrensten Zweibeiner unter uns.

8. Platzwahl
Mit der Wahl des richtigen Platzes kann als Welpenbesitzer schon Vieles positiv beeinflusst werden. Die wichtigsten Kriterien sind: Rückzugsmöglichkeit (unter den Sitz), keine Hundephobiker auf dem Nebensitz, keine Hundeeuphoriker auf dem Nebensitz, nichts Essbares in unmittelbarer Nähe und keine anderen Hunde in unmittelbarer Nähe.

9. Leinenwirren
Es ist unbedingt zu beachten, dass beim Aussteigen korrekt ausgefädelt wurde, denn der Umstand, dass die Leine sich noch um eine Haltestange im Verkehrsmittelinnern befindet, während Hund und Herrchen oder Herrin schon draussen stehen, könnte relativ unschöne Folgen haben.

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Darf ich vorstellen? oder Bünzlis Vollkommenheit oder Hundeerkenntnisse


Eigentlich war klar, wie es enden würde, wenn wir auf dem Weg zu unseren Deutschen einen Abstecher zur Welpenbetrachtung auf einem Bauernhof machen. Nicht nur war es absehbar, dass der Welpe insbesondere Herr G. nachhaltig beeindrucken wird, sondern es war auch klar, dass uns unsere Deutschen, selber Hundehalter, sich wenig dafür eignen, uns vom Überwiegen potentieller Nachteile zu überzeugen. Statt uns den Hirnriss auszureden, rüsteten sie uns mit Gütern eigener, vergangener Welpentage aus, so dass uns schlussendlich nur noch der Hund fehlte. Wir haben uns also entschlossen, dass jetzt, zum ersehnten Zeitpunkt allseitigen Durchschlafens, zwischenzeitlicher Überwindung der schlimmsten Trotzphasen und an dem Punkt, an dem Gammeltage auch wirklich erholsam sind, weil die Brut sich selber bespasst, dass jetzt der Zeitpunkt richtig wäre, uns einen Welpen anzuschaffen.

Seit zehn Tagen haben wir also unser Spiessbürgertum endgültig zementiert: Haus, Garten, zwei Kinder und Hund.

Ich möchte Ihnen also vorstellen: Das ist Charlotte, 9 Wochen alt, irgendwas mit Bernersennen, Labrador und Sonstigem und neue Mitbewohnerin im Hause Gminggmangg:

Sie müssen keine Angst haben, dieses Blog hier wird nicht zum Hundeblog verkommen, trotzdem wir Charlotte dann und wann wohl in Anekdoten vorkommen, schliesslich wird sie uns von nun an durch unseren Alltag begleiten und auch die Reise2014 mit uns bewältigen.

 Nach zehn Tagen als Hundehalterin, lassen sich  bereits einige Erkenntnisse festhalten:

Ich habe es schon im Jahresrückblick erwähnt: Es ist unfassbar, was an Kaufbarem für Hunde, Hündinnen, weibliche Welpen, weibliche Labradorwelpen, weibliche Labradormischlinsgwelpen existiert. Der Besuch eines Hundefachgeschäfts unterscheidet sich kaum vom dem im Babyfachgeschäft, fleissige Verkäuferinnen preisen Unnötiges an und jeder Nichtkauf bedeutet nichts anderes, als dass du ein böser Tierquäler bist.

Ähnliche Parallelen lassen sich bezüglich ungefragter Ratschläge Bekannter und Fremder beobachten und genau wie bei kinderbezogenen Ratschlägen, hilft nur eines: Nicken und lächeln. Das Kinder-„Du musst das Kind auch mal schreien lassen!“ ist das Hunde-„Du musst den Welpenkopf in seine Urinpfütze tunken, wenn er in die Wohnung pinkelt.“ und ich würde mich nicht wundern, wenn mir demnächst das Buch „Jeder Welpe kann schlafen lernen“ geschenkt wird. (Danke Ch. M. aus B.)

 Wenn der Welpe Urinierbedürfnis anzeigt, reicht es nicht, wenn man Schuhe anzieht, die Jacke überwirft, zur Leine greift und in den Garten rennt, nein, zur Pipipfützenvermeidung drinnen empfiehlt es sich, auch den Hund in den Garten mit zu nehmen. (Für Sie getestet.)

Es ist schwieriger einen Hunde- als einen Kindernamen zu finden, denn anders als beim Kind, dürfen durchaus auch Namen in Betracht gezogen werden, die aufs Kind bezogen als Misshandlung gegolten hätten. Es wurde Charlotte. (Verworfen wurden unter anderem: Gertrud, Therese, Frau Kunz, Kunigunde, Annerös und Judith.)

Seit sich der Pfiff als derart wirkungsvoll herausgestellt hat, bin ich in Versuchung auch Kinder, Mann und Schüler heran zu pfeifen. Ich kann mich aber meist gerade noch so beherrschen, oder pfeife einfach noch etwas weiter und tarne den Versuch als gepfiffenes Liedgut. (Wann immer mir allerdings doch mal ein Pfiff entfleucht ist, hat er seine Wirkung nicht verfehlt. Sowohl bei Schülern, Kindern als auch bei Herrn G.)

Kennen Sie diese Ohrenwürmer in Wort- Satz oder Spruchform? Diese eine Situation, der eine Umstand, der bei Ihnen den immerselben, meist sinnentleerten, Gedanken, oder eben Wortlaut auslöst, ohne dass sie sich seiner erwehren könnten? Ich habe sowas jeden schnöden Morgen, an dem ich Charlotte zur Erleichterung begleiten muss. „Die Kacke ist am dampfen.“ Unschön, sage ich Ihnen, unschön!

Ich wusste ja immer, dass das Konditionieren keine unwirksame Methode ist, aber die Tatsache, dass der Welpe nach drei Tagen arbeit schon Kommandos wie „Sitz“, „Wart“, „Stopp“, „Aus“ und den Kommpfiff ausführen konnte, ja gar das Pfote geben lernte und fortan bei jedem „Sitz“ profilaktisch die Pfote hob, liess für einen Moment den Wunsch aufkommen, ich hätte meine Kinder auch konditioniert.

Eh ja, irgendwas ist ja bekanntlich immer und falls ich dereinst mehr erkenne, werde ich diese Liste ergänzen.

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