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10 Punkte, die Sie bei der Durchführung von Kindergeburtstagen beachten sollten


Es war grad erst Mai. Der Monat, in dem all meine Kinder geboren wurden, der Monat in dem ich mir über Geschenke Gedanken muss, die einerseits meinem pädagogischen Anspruch genügen und anderseits dem Kind auch entfernt attraktiv erscheinen, und der Monat, in dem ich mich damit auseinandersetzen musste, dass das grosse Kind sich einen Kindergeburtstag mit KollegInnen aus Kindergarten und Quartier wünscht. Meine inneren Sinne fantasierte panisch von kreischenden Kinderhaufen, Trotzenden und Verletzten und ich hatte Angst. Ich hatte sowas noch nie gemacht. Trotzdem kam ich nach eingehendem Studium der Geburtstagsfeste, die Kind1 nun besucht hat, und entsprechenden Recherchen im Internet, auf einige Anhaltspunkte an die ich mich klammern konnte und möchte meine Erkenntnisse mit Ihnen teilen.

Was man für die Durchführung eines Kindergeburtstags beachten muss:

1.) Kinderschar

Laden Sie alle Kinder ein, die Ihr Kind kennt, dazu zählen alle Kinder, deren Namen Sie oder Ihr Kind kennen. Ein, zwei Kinder machen noch keine Party, richtig lustig wird es erst, wenn Sie zur Festdurchführung noch mindestens fünf Helfer anwerben müssen.

2.) Thema

Überlegen Sie sich ein passendes, möglichst episches Thema, zum Beispiel Herr der Ringe, dem Sie danach alles, anpassen, von den Einladungen über die Dekoration bis hin zu Kuchen und Mitgebseln. Wenn sich gar noch passende Gäste finden, wie im themenfalle Herr der Ringe, ein gandalfiger Greis oder ein golumähnliches Kind, um so besser.

3.) Einladung

Gute Pädagogen wissen: Kinder verstehen am besten, was ihnen ganzheitlich gelehrt wird. Gestalten sie deshalb eine themenbezogene Geburtstagseinladung, die alle Sinne anspricht. Es ist also angebracht, irgendwas Tast-, Fühl-, Seh-, Riech- und Hörbares zu gestalten und es kann wirklich nicht schaden, wenn die Einladung auch bedenkenlos abgeleckt und angekaut werden könnte.

4.) Dekoration

Beginnen Sie einige Woche nach der vorangegangenen Geburtstagsparty mit der Planung des nächsten Kinderfestes, denn es ist wichtig, dass sie die Dekoration, dazu zähle ich nun einfachheitshalber auch passende Kostüme, selber anfertigen. Scheren Sie Ihre Schafe! Fällen Sie Ihre Bäume! Spinnen, weben, steinmetzen und drechseln Sie was das Zeug hält! Und keine Angst vor kleinen bis mittleren themenbedingten Hausumbauprojekten, es lohnt sich!

5.) Torte

Auch die mehrschichtige Torte sollte selbstredend dem Partythema entsprechend gestaltet sein. Das ist kein Hexenwerk, mit etwas Übungsvorlauf und einigen Wochen tatsächlicher Produktionszeit sind die paar Olifanten, Orks und Hobbits aus Marzipan im Handumdrehen geknetet, und auch das Versehen der Tortenrestflächen mit filigranen, beispielsweise den Yakbutterornamenten tibetanischer Klöster nachempfundenen Verzierungen, sollte Sie nicht unverhältnismässig viel Zeit kosten. Ihr Kind wird die selbstgegossenen Kerzen mit um so mehr Vergnüngen ausspucken!

6.) Basteln

Es ist von evidenter Wichtigkeit, dass Sie während des Fests mit den Kindern irgendeine Bastel- oder Werkwerk anfertigen. Geeignet hierfür sind Action-Paintingsequenzen, das Schnitzen überlebensgrosser Selbstbildnisskulpturen, Glasbläsereien oder Schweiss-, Giess- und Lötarbeiten, selbstredend alles themenbezogen und ganzheitlich.

7.) Animation

Sorgen Sie für angemessene Animation, beschränken Sie sich bei den Selbstinszenierungen, so sehr Sie diese auch nachvollziehbarerweise mögen würden, auf ein kleines Intro, eine Gesangs-, Steeldrum- oder Ausdruckstanzeinlage oder Ähnliches, überlassen Sie das Finale aber dem Animations- und/oder Stargast, ihr Kind wird das, je älter je mehr, zu schätzen wissen.

8.) Schatzsuche

Dass Schatzsuchen zwingend zu jedem Kindergeburtstag dazugehören, hat mich nicht das Internet, sondern das wahre (Quartier)Leben gelehrt. Hier bei müssen Sie nur beachten, dass eine Schatzsuche überhaupt stattfindet, es spielt keine Rolle, ob die Suche sich über 10 Meter oder 10 Kilometer erstreckt, allerdings müssten sie für letztere Variante, zumindest bis zum Kindesalter von 6 Jahren, für ein, zwei Übernachtungsmöglichkeiten unterwegs sorgen. Was sich in der Schatztruhe befindet, ist ebenfalls zweitrangig, gewitzt ist es aber, die obligaten Mitgebsel gleich da zu verstauen.

9.) Mitgebsel

Ein allzeit guter Grundsatz, wenn es um die Frage von Schwere und Umfang des Mitgebsels geht, ist die Verinnerlichung des Verhältnisses 1:2. Pro Kilogramm Kind ergibt das ungefähr genau zwei Kilogramm Mitgebsel. Wo Ihnen ansonsten gesunde Ernährung und Bioprodukte wichtig sind, dürfen, ja müssen Sie sich hier zurückhalten. Achten Sie auf möglichst hohen, konzentrierten Zuckergehalt, legen Sie Tattookleber bei und vergessen Sie nicht: Mädchen wollen unbedingt alles rosa und glitzern mit Einhörnern und niedlichen Kätzchen und Jungen wollen gerne Blau, Grau, Superhelden und Fahrzeuge.

10.) Erinnerungsfoto

Zum Schluss ist es wichtig, jede Sequenz auf Erinnerungsfotos festzuhalten. Hier dürfen Sie ruhig einen etwas strengeren Ton anschlagen und Szenenwiederholungen verlangen, immerhin soll das Foto danach sowohl im eigenen Fotoalbum Platz finden, als auch an die Eltern der teilnehmenden Kindern versandt werden.

 

Für Sie zusammengestellt von Frau G. aus B.

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3 Jahre Äm oder das Geburtstagsinterview I.


Was zu einem gelungenen Äm-Dreijahresgeburtstag gehört:

  • Aufstehen, Enten sehen, quietschen.
  • Zwei der verteilten Smarties essen, den Rest in der Mutterente sammeln, verkünden, dass diese Smarties ihr alleiniger und unteilbarer Besitz seien.
  • Einige Versuche unternehmen, die Enten zu zählen, scheitern.
  • Die grosse Schwester zum Smartiesmitessen auffordern.
  • Croissants mit dicker Schicht Ovomaltinenaufstrich essen, dabei aber nicht horizontal, sondern von oben nach unten vorgehen, entsprechend aussehen.
  • Die 20 Gummienten, sich selber, die grosse Schwester und einen Grossteil des Badezimmers wässern. Lange. Sehr lange.
  • Mit Mama einkaufen gehen, entschlossen bei der Auswahl helfen. Völlig unbeeindruckt sein, wenn Muttern an der Kasse leicht hektisch wird, weil sie bemerkt, dass sie keine Karte, kein Schweizerbargeld und auch kein Mobitelefon dabei hat und die Einkäufe stehen lassen muss, um Geld zu besorgen.
  • Begeistert erstmalig in ihrem Leben ein Münztelefon betreten und benutzen.
  • Sich weiterhin gelassen und unbeeindruckt zeigen, wenn Muttern einfällt, dass sie zwar keine Schweizer Franken, aber genügend Euros dabei hat. Beim Einkaufen und Heimtragen mit Klugscheissereien und Verbaldrilling Rat und Tat und anspornenden Worten dienen.
  • Zuhause nach dem Geburtstagsmittagessen (Couscous mit Rahmspinat) verlangen, im Garten essen.
  • Sämtliche Schüsseln der abgeschlossenen Kuchenproduktion leerlecken. Lange. Sehr lange.
  • Den ersten Geburtstagsgast, Grossvater, begrüssen, eine Playmobiltierarztpraxis in Empfang nehmen, bespielen und hauptsächlich Hundekastrationen durchführen.
  • Nach und nach die Geburtstagsgäste empfangen und im Verlaufe des Tages viele tolle Geschenke, unter anderem ein Schifffahrtsgutschein, eine Spiel-Post, Kleider, eine selbstgemachte Puppe von der Patentante Blomma, einen Rucksack und einen Pinguin, dargereicht in einer blau ausgekleideten Gigantokartonschachtel, inklusive Eisscholle, erhalten.
  • Eine Pfannkuchentorte wie Findus (aus Peterson und Findus) präsentiert bekommen, die Kerzen ausspucken. Ja, ausspucken. Danke an all die unkomplizierten Gäste!
  • Kuchen essen. Sehr viel Kuchen essen.
  • Den kleinen Cousin mit Brei füttern.
  • Die Geschenke bespielen, im Garten herumtollen, Feuer machen, Dunkelheit verlangen.
  • Ausgiebiges Bräteln (Grillen) mit (fast) allen Lieben, eine Extrarunde VORNE in der Tragehilfe erbitten, von Schoss zu Schoss zu Schoss in den Schlaf hüpfen und die Erwachsenengespräche am Feuer bis Mitternacht mit leisem Schnarchen begleiten.
Zum Vergleich:
Der Zweijahresgeburtstag
Jahresduseln
Äm-Geburt, die Kurzversion für Gestresste und Emotionsphobiker
Äm-Geburt, die lange Version
 
***
 
Dies ist das erste Geburtstagsinterview, das ich mit Äm geführt habe, die Fragen stellte ich ihr über mehrere Tage verteilt, ansonsten hätte die Konzentration wohl nicht ausgereicht.

Frag die Äm am 3. Geburtstag

Wer ist dein bester Freund, deine beste Freundin?
Y.! 
 
An welchen Traum erinnerst du dich?
Von einem Wolf, der wollte meine Erdbeeren essen.
 
Woran schnupperst du gerne?
Ich finde unser Zirkuswagen riecht gut.
 
Was machst du wenn du Langeweile hast?
Einfach schlafen gehen.
 
Wo möchtest du einmal wohnen?
In deiner Schublade.
 
Welches Haustier wünschst du dir?
Eine Charlotte.
 
Wem hast du einmal eine Botschaft geschickt?
Niemandem
 
Welches Essen hast du schon mal gekocht?
Ja, Omeletten.
 
Gibt es etwas, was du nicht gerne isst?
Scharfe Sachen.
 
Welche Musik magst du?
Solche: (Singt „Rüüüückwääärts“  und lässt sich rückwärts fallen.)
 
Welches Wort magst du besonders gern?
Nüggele. (Schnullern)
 
Welches Wort magst du gar nicht?
FuFu.
 
Was kann dein Papa ganz besonders gut?
Lieder singen.
 
Was kann Mama besonders gut?
Pfeifen.
 
Welches Buch magst du ganz besonders?
Zeralda. 
 
Was würdest du verändern, wenn du Königin wärst?
Alle sollen „Gagi “ sagen.
 
Was sammelst du?
Füchse und Eichhörnchen.
 
Was kannst du besser als Mama und Papa?
Staubsaugen und laute Musik machen.
 
Wie bringst du andere zum lachen?
Selber lachen, zum Beispiel wenn wir von Gagi singen.
 
Dein Lieblingswitz?
Einmal habe ich ein Gagi gefunden, dann ist das in ein Loch pinkeln gegangen und hat ein seltsames Tier gefunden, dann war ich schon fertig. Ich bin feeeertig!
 
Welchen Wunsch hast du?
Ein Pinguinkleid für Fasnacht.
 
Wo warst du schon mal ganz allein?
Nirgends.
 
In wen/was möchtest du dich einen Tag lang verwandeln?
In einen Pinguin. Aber der kann fliegen.
 
Was macht dich wütend?
Wenn Mama mir die Sachen weg nimmt. Wenn Papa Täfeli weg nimmt.
 
Was findest du lustig?
Wenn Papa laut singt.
 
Möchtest du einmal Kinder haben?
Eine einzige Y.
 
Was möchtest du gut können?
Selber ganz hoch Rittiplampen! (Schaukeln)
 
Wovor fürchtest du dich?
Vor Wölfen, wenn es dunkel ist.
 
Wohin möchtest du reisen?
Auf Tierparken.
 
Was spielst du am liebsten alleine?
Mit dem Gagi. Neeeeein, mit dem Auto.
 
Was spielst du am liebsten mit anderen?
Einkaufen und so Sachen.
 
Was macht dich traurig?
Wenn Y nicht mit in die KiTa kommt.
 
Warum heisst du, wie du heisst?
Weil ich… Lalalalalaaa!
 
Mit wem kannst du über alles reden?
Mit allen.
 
Was arbeitest du, wenn du gross bist?
Schulleiterin und ich heisse Susanne.
 
Wen oder was findest du niedlich?
Dass F. noch gaaaanz klein ist. Das ist mein Cousin.
 
Worüber hast du zuletzt mit jemandem gestritten?
Ja, mit Y, wegen Charlotte, wer neben Charlotte sitzen darf.
 
Worüber möchtest du gerne mehr wissen?
Ich habe dich jetzt grad alles schon gefragt.
 
Was machst du, obwohl du es nicht tun solltest?
Manchmal beisse ich Y.
 
Wenn du ein Tier wärst, welches Tier wärst du? Und Mama? Und Papa? Und Äm?
Ich, Hund. Mama, Elefant. Papa, Elefant. Y., Elefant. Also eigentlich wäre ich auch ein Elefant. Und Charlotte auch. Dabei ist sie schon ein Tier.
 
Wo auf der Welt lebst du?
Hier!
 
Was hast du Neues gelernt?
Laufrad fahren. Aber das kann ich schon lange.
 
Was brauchst du, damit du gut schläfst?
Meine „Chnättidechi“ (Knetdecke, Äms Eigenkreation, weil sie die Decke beim Einschlafen knetet.)
 
Wies siehst du aus?
Müde.
 
Welches ist dein schönstes Erlebnis im letzten Jahr?
Mein Geburtstag.

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