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Röklamenblock – Die Kochpost


Als Blogger/in kommt man unweigerlich in Kontakt mit Menschen, die auf mehr oder weniger angebrachte Weise ihre mehr oder weniger passende Produkte auf dem Blog plazieren möchten. Keines der Angebote hat mich bisher auch nur im entferntesten angesprochen, ja, oft fühlte ich mich durch die dreisten Forderungen eher beleidigt. Als dann vor zwei Wochen die Kochpost schrieb, wollte ich die Mail zwar nach dem ersten Blick auch gleich löschen, denn ich wurde gleich in der ersten Zeile ungefragt geduzt und mit Vornamen angesprochen, trotzdem klickte ich vorher noch kurz auf den angefügten Link und ward positiv überrascht, denn ich mag Essen, Pakete und nicht einkaufen und all dies bietet die Kochpost an und genau so kam es zu diesem Artikel heute

Das Angebot laut Webseite:

3-4 ausgewogene und gesunde Rezepte und die dazugehörigen Lebensmittel werden wöchentlich nach Hause geliefert. Die Nahrungsmittel sind überwiegend aus biologischem Anbau, Fleisch stammt zu 100% aus der Schweiz. Drei Rezepte mit Fleisch, für 3-4 Personen kosten 144.90 CHF, die vegetarische Variante 129.90 CHF.

Der Test (Vegetarische Box für 3-4 Personen)

Lieferung: Pünktlich, freundlich, der Lieferant hat sogar unseren Eingang gefunden und mit kinderschlaffreundlich dosiertem Krafteinsatz an die Tür geklopft.

Inhalt: Äpfel, Basilikum, Birnen, Blätterteig, Crème fraîche, Eier, Endiviensalat, Frischkäse, Granatapfel, Kaki, Kiwi, Knoblauch, Lauch, Lorbeerblatt, Mandelstifte, Mango, Parmesan, Pecorino, Pflaumen, Randen, Risottoreis, Thymian, Tomaten, Tomaten getrocknet, Ziegenfrischkäse, Zucchetti, Zwiebeln (rote, gelbe), besonders gefreut habe ich mich die Früchte, die als kleine Überraschung dazugelegt wurden.

kochpost-logo

Auslegeordnung

Zustand der Lebensmittel: Bis auf zwei rote Zwiebeln alles sehr frisch

Herkunft der Lebensmittel: Obwohl die meisten Lebensmittel aus der Schweiz stammen und die meisten auch biologisch sind, würde ich beim Einkauf in jedem Falle ein Schweizer Produkt einem ausländischen Vorziehen und beispielsweise keine Tomaten aus Spanien oder Ziegenfrischkäse aus Deutschland kaufen.

Rezepte: Die Rezepte, Zucchettiauflauf, Lauchtartes und Randenrisotto, waren relativ einfach und nachvollziehbar gestaltet und nachzukochen, obwohl wir unter der Woche in der Regel unsere Nahrungsmittel mit weniger Arbeitsschritten zubereiten. Aufgefallen ist mir insbesondere der hohe Eiergehalt. Acht Eier entsprechen ansonsten höchstens unserem Konsum in zwei Wochen („versteckte“ Eier nicht einberechnet), niemals in drei Rezepten. Die Portionen sind sehr grosszügig bemessen, was ein wirklicher Vorteil ist, wenn Reste am nächsten tag zum Mittagessen aufgewärmt werden können.

Lauchtarte    Randenrisotto    Zucchetiauflauf

Fazit: Als berufstätige Eltern und gerade in den Zeiten in denen jeder Abend mindestens ein Elternteil Sitzungstermine oder andere Verpflichtungen hat und das Einkaufen unter der Woche nur unter Zeitdruck oder mit den Kindern im Schlepptau möglich ist, kann ein Angebot wie die Kochpost wertvoll sein. Drei Rezepte entsprechen genau unserem Bedürfnis für unter der Woche (zweimal gibt es Brotzeit). Das schnöde Planen immergleicher Menues und der Grosseinkauf nach Zettel (der dann doch zuhause liegen bleibt) fallen deutlich aufwandsminimiert aus. In Anbetracht unserer Abende mit allseitiger Übermüdung würde ich mir vielleicht noch einfachere Rezepte (nach Arbeit und KiTa hat niemand Lust ein Stunde auf den Risotto zu warten),  gerne auch mehr Rohkost wünschen.

Wer jetzt gerne auch möchte, der melde sich und erhalte einen Gutscheincode von 20CHF.

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Haushalten mit Frau Gminggmangg


„Wenn es einen Hausfraueneignungstest geben würde, würdest du ihn wahrscheinlich nicht bestehen.“ sprach Herr Gminggmangg. Ich war erst geneigt stumm und zustimmend zu nicken, denn derartige Dreistigkeiten bringen aus jeglichem Schlagfertigkeitskonzept, entschloss mich dann aber mit einer Beweisführung aufzuwarten, die ihn zu ewiglichem diesbezüglichen Schweigen verdammen würde. Wer Haushaltstipps herausgibt, ist bekanntermassen ein Haushalts-Ass und ich versorge die werte Leserschaft hiermit mit Haushaltstipps und bin somit, Sie werden es erraten haben, ein Haushaltsgenie. (Und kommen Sie mir nicht mit Ursache-Wirkungs- oder Hühner-Eier-Fragen!)

Also: Haushalten mit Frau Gminggmangg:

  • Suchen Sie sich eine(n) fleissige(n) Partner(in), heiraten Sie ihn/sie wenn möglich sobald Sie sicher sind, dass er/sie putzen, waschen und kochen kann und es auch tut. (So eine Heirat schmälert die Gefahr all zu raschen Absprungs.)
  • Fenster müssen erst geputzt werden, wenn die Stromrechnung mangels Tageslichteinfall zu hoch wird.
  • Bügelwäsche gibt es nicht. Schaffen Sie sich erst gar nie ein Bügeleisen an. Das lohnt sich ohnehin nicht, denn spätestens nach Dreissig oder mit der Elternschaft sind Sie dauerknittirg und Glattes unzulässiger Stilbruch.
  • Nacktheit ist gut: Weniger Wäsche, weniger Flecken, weniger Schwitzen, weniger Duschen, weniger Duscheputzen.
  • Abtrocknen gibt es nicht. Überhaupt lautet die allergoldenste Regel: Machen Sie nichts was von selber geschieht.
  • Mindestens eine Person kann direkt aus der Pfanne, mit dem Schöpflöffel essen und vom Wasserkrug trinken.
  • Kleinkinder können ihr Essen gerade so gut direkt von der Tischplatte zu sich nehmen und Besteck wird ohnehin verschmäht.
  • Stillen Sie ihre Kinder.
  • Stapeln hilft immer. Wenn Stapeln nicht mehr hilft, helfen Kramschubladen. Wenn Kramschubladen nicht mehr helfen, helfen Papiersäcke und ein Kramschrank. Wenn ein Kramschrank nicht mehr hilft, hilft ein Kramzimmer. Danach hilft die Müllabfuhr.
  • Wäsche wird grundsätzlich 60° gewaschen, das spart die Sortiererei. Tragen sie konsequent Batik oder nennen Sie Farbunregelmässigkeiten einfach Stil.
  • Staub den man nicht sieht, gibt es nicht.
  • Binden Sie ihre Kinder in die Hausarbeit ein. Optimalerweise gehen Sie dabei nach der Proper-Methode vor. Literaturhinweis: „Jedes Kind kann putzen lernen“
  • Essen sie möglichst oft draussen, damit sparen sie massenhaft anfallende Putzarbeiten, und denken Sie daran: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.
  • Gestehen Sie der Wäsche ihre eigene Umlaufbahn zu, sie will das so, denn, was keiner weiss, sie neigt zu Klaustrophobie und Schränke beängstigen sie: Getragen werden – Wäschekorb – Waschmaschine – Wäschekorb (langer Aufenthalt) – getragen werden – Wäschekorb – Waschmaschine – Wäschekorb (langer Aufenthalt)… ich glaube, Sie haben verstanden.
  • Befreien Sie sich vom Anspruch zwei gleiche Socken anziehen zu wollen.

Dass Sie diese Tipps befolgt haben, merken Sie, wenn Ihr Kind Sie regelmässig beim Aufräumen und Putzen fragt, wer denn heute zu Besuch komme.

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Vom (H)aushalten Teil I


Seit ich fünf Jahre alt bin habe ich nie mehr so viel Zeit in Heim und unmittelbarer Umgebung verbracht wie im letzten Jahr. Ich musste seither nie mehr so wenige Termine einhalten, hatte nie mehr so wenig Arbeit nach Hause zu tragen und zu erledigen, hatte schlicht nie mehr so wenige schul-,studiums- oder arbeitsbedingte Verpflichtungen wie im letzten Jahr. Seit ich fünf Jahre alt bin habe ich nie mehr so wenig gelesen, hatte ich nie mehr so viel Babyspeck (in Doppeldeutung) und war meinen Emotionen nie mehr so schutz- und wehrlos ausgeliefert. Ich hatte also genügend Zeit mich mit hausfraulichen Pflichten vertraut zu machen. Doch der lieber Herr Gmimnggmangg behauptet stets der bessere Hausmann zu sein, Gegenteiliges zu beweisen ist nun meine Aufgabe. Nach langer und intensiver Recherche werde ich der Beweisführung nun die aktuellste, repräsentativste und seriöseste Version eines hausfraulichen Pflichtenhefts beiziehen.

Punkt 1: „Halten Sie das Abendessen bereit. Planen Sie vorausschauend, evtl. schon am Vorabend, damit die köstliche Mahlzeit rechtzeitig fertig ist, wenn er nach Hause kommt. So zeigen Sie ihm, dass Sie an ihn gedacht haben und dass Ihnen seine Bedürfnisse am Herzen liegen. Die meisten Männer sind hungrig, wenn sie heimkommen und die Aussicht auf eine warme Mahlzeit (besonders auf seine Leibspeise) gehört zu einem herzlichen Empfang, so wie man ihn braucht.“ Quelle: http://www.frauen.spoe.at/bilder/d28/wichtig.pdf – © Housekeeping Monthly, 1955

Der grosse Koch in unserem Haushalt bin ich zugegebenermassen nicht ich. Das liegt weniger in keinster Weise daran, dass was ich koche nicht schmeckt als daran, dass ich für andere Gerichte als Brot mit Käse Spaghetti mit Sauce unsinnig lange brauche. Auch bin ich zugegebenermassen ebensowenig die grosse Multitaskerin (es singe wer mein Lied kennt) was beim Kochen dazu führt, dass ich die einzelnen Menukomponenten auch einzeln und vor allem nacheinander zubereite. Selbstredend, dass deswegen alles andere als Eintöpfe, die brauchen unsinnig viel Zeit weil ich gerne symmetrische und grössenidentische Stücke schneide, damit in seiner Entstehungsgeschichte eben unsinnig viel Zeit bedarf. So kam es, dass auch in der Zeit die ich mutterschaftsurlaubend Zuhause verbrachte oftmals der Herr Gminggmangg kochte, da ich neben Babykennenlernen, -stillen und Schlafen nicht auch noch um fünf Uhr morgens aufstehen mochte, um bis sechs Uhr abends mit dem Abendmahl fertig zu sein. Wird der erste Satz des Zitates gestrichen und der zweite Satz ab dem zweiten Komma gekürzt, kann durchaus festgestellt werden, dass ich eigentlich was diesen ersten Punkt anbelangt eine hervorragende Haus- und Ehefrau bin. Was mir nämlich zu Gute zu halten ist, ist die Tatsche, dass ich tatsächlich sehr vorausschauend plane, da ich nämlich weiss, dass ich bestimmt später mit der Essenszubereitung fertig bin wenn ich morgens beginne als Herr Gminggmanggs wenn er abends nach der Arbeit zu kochen beginnt, plane ich weise vorausschauend erst gar nicht zu kochen und das SchlachtFeld dem Herrn zu überlassen. Dabei bin ich auch noch so beflissen manchmal die Einkäufe zu erledigen und noch manchmaler kaufe ich gar für seine Leibspeise ein. Sie sehen, Herr Gminggmangg wird stets mit dedr Aussicht auf eine warme Mahlzeit UND deren Entstehung empfangen. Geplant, getan, gute Hausfrau, ich.

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