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Bemerknisse zweieinhalb Reisender III


  • Auch die Rückreise verlief wunderbar ruhig (bis auf die ersten paar Flugstartminuten) und Ypsilönchen zeigte sich vorzüglich vorzeiglich.
  • Yspilönchen wurde nach Ankunft in heimischen Gefilden einer gründlichen Grundreinigung unterzogen, ohne dass jedoch sämtliche duftenden Nachwirkungen parfümgeschwängerter, körpergeruchsintensiver Kuntschknuffknuddelanfälle hätten beseitigt werden können. Noch immer lässt sich ein zart penetranter Hauch türkischer Kinderliebe erahnen.
  • ... die Adresse hätte ich Ihnen.

    Sollten Sie mal Gewichte benötigen... die Adresse hätte ich Ihnen.

  • ... die Gewichte.

    Da, im dritten Haus von überrechts hinten... die Gewichte.

    wäre da nicht erwähnte olfaktorische Belastung.

    Und im heimischen Garten könnte die Sicherheit vor Kusstiraden genossen werden, wäre da nicht erwähnte olfaktorische Belastung.

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Küssen bis zum Abwinken


Es wäre, und derartiges bleibe diesem Blog hier auch künftig fern, all zu fantastisch zu behaupten, dass ich die gängigen Begrüssungsrituale mit Inbrunst oder gar Begeisterung ausführe, gegenteilig, ich vermag der ganzen Händeschüttel- und Küsserei wenig abzugewinnen. Ich habe schlicht kein Bedürfnis meine Mitmenschen bei jeder Begegnung mit sechs Küssen (3x Hallo, 3x Adieu) zu versehen. Gerade bei der Dreiküsserei und dem damit verbundenen zweimaligen Kreuzungsmanöver mit fragwürdiger Gesichtsnähe, besteht doch die nicht unerhebliche Gefahr von Nasenkollisionen, zu genauen Hautunreinheitskontrollen und grenzüberschreitenden Mundgeruchserfahrungen, die nur mit entsprechend ausholenden Kopf-Hals-vor-zurückbewegungen verhindert werden könne, die diesem Tun wiederum ein hühnerhaft anmutendes, leicht aggressives Totpickantlitz verleihen. Mit dieser Erklärung, in sozialverträglich abgeschwächter Form wiedergegeben, gelingt es mir meist die Küsserei auf ein Minimum (1x Hallo, 1x Adieu) zu beschränken oder gar gänzlich zu vermeiden. Das gestaltet sich als gar nicht so schwierig, küssen doch meist nur Personen, die ich schon mehrere Male gesehen und mir unter Umständen klitzekleine Seltsamkeiten verzeihen. Auf grundsätzlichen Händeschüttelverzicht lässt sich hingegen nur schwer plädieren, genaue Handschüttelanleitungen eher nicht erläutern, wenn den Gegenübern nicht gleich bei Erstbegegnung das Bild eines leicht exzentrischen Menschenexemplars vermittelt werden soll. Es gilt den personenbezogen ersten Händedruck zu absolvieren um, nach Auswertung von Körpertemperatur, Hautbeschaffenheit und Druckintensität, hernach zu entscheiden, ob weiteres Händeschütteln zugelassen oder doch eher vermieden werden soll. Nicht überall empfiehlt es sich hiernach einen Händedruck per Ehrlichkeit und Schilderung der Anforderungen für gelungenes Händeschütteln angenehmer zu gestalten*,  manchmal ist es einfacher eine ansteckende Krankheit vorzutäuschen, was langsam etwas abgedroschen, doch nur scheinbar  meine bevorzugte Strategie, oder die Hände rasch durch Befüllung unschüttelbar zu machen, hierfür nehme man einfach was greifbar zur Hand, vorteilsweise quengelnde Kinder.

Irritierenderweise führen meine Aversionen bestimmten Begrüssungsformen gegenüber dazu, dass die Begrüssung mir nahen oder besonders sensibeln Personen entschieden distanzierter anmutet, als die flüchtiger Bekannter. Bis Begrüssungsmethoden wie Verbeugungen oder Zungerausstrecken hier nicht gängiger geworden sind, ist mir päpstlich erhabenes Winken ganz lieb.

*Wenn doch, wäre hie wohl die Produktion einer weiteren Visitenkarte von Nöten: Bitte schütteln Sie meine Hand mit grenzwertig festem Druck, vergewissern Sie sich, dass Ihre Hand nicht zu kalt ist, wärmen Sie sie wenn nötig auf, ohne sie zum Schwitzen zu bringen, vermeiden Sie hypoton lasche Übergeben der Hand, ohne weitere Unternehmung, verzichten sie darauf mir die Raucher-, Handcrem- oder Parfümhand zureichen, weichen Sie wenn nötig auf die Linke aus.

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