Sätze, die seit den Kindern irgendwie anders klingen

„Ich freue mich auf dein Heimkommen.“ – Von ausformulierter Sehnsucht zu getarntem Hilfeschrei nach Kinderbespassungsunterstützung.

„Ich mache den Haushalt.“ – Von selbstlosem Liebesdienst zu erschummelten Minuten Kopf- und verantwortungslosen Tuns, im Wissen, dass der jeweils andere fürs Kindswohl sorgt.

„Ich habe eine Woche Ferien.“ –  Von freiwillig halbdurchwachten Nächten, morgentlichem Exzessivgammeln, unverschämt teuren Ferien und degutant häufigen Kulturgenuss zu Freudensprüngen ob der Gelegenheit zum täglichen Mittagsschlaf.

„Ich habe schlecht geschlafen.“ – Von selig unbewusstem Nichtwissen um die Qualität echter Schlaflosigkeit („Ich bin erst eine Stunde nach Hinlegen eingeschlafen.“ oder „Ich bin diese Nacht etwa 5x erwachte.“ Buhu, du armes Ding.) zu Schlafentzugsfoltererfahrungen.

„Es stinkt.“ – Von einer harmlosen, meist konsequenzlosen Feststellung zum Versuch Gerochenes zu ignorieren, ja, verleugnen, wohlwissend, dass eine diesbezügliche Bemerkung unweigerlich zu den Pflichten führt, die spätestens nach Beikosteinführung mit Vorliebe delegiert würden.

„Ich bin Frau Gminggmangg.“ – Von diversen gleichwertig identitätsbildenden Faktoren wie Beruf, Hobby und Freundeskreis, zu dem einen, alles in Schatten stellenden Faktor des Mutterseins und der Tatsache, dass dies nicht mal als störend empfunden, ja, gerne auch mit Stolz und ungefragt verkündet wird.

„Wir haben keine Milch mehr.“ – Von belangloser Feststellung zu einem Zustand höchster Alarmbeitschaft, gefolgt von Spurt und der Hechtrolle durch die sich schliessende Supermarkttür.

„Wir laden euch zum Essen ein.“ – Klingt unproblematisch, wenn er von anderen Eltern geäussert wird. Kinderlosen allerdings sei gesagt: Benutzen Sie genaue Zeitangaben, denn euer Morgenessen ist unser Mittagessen, euer Mittagessen unser Abendessen und euer Abendessen unser Morgenessen.

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Gefährt(e) im Wandel

Nach dem sich nun einige Leser nach dem Verbleib unserer Reisepläne erkundigt haben, werde ich, vorerst nur den Wandel des Gefährts/en, später wohl auch andere Reisebezüglichkeiten, auf der Seite Gefährt(e) im Wandel dokumentieren. Ich darf verkünden, dass bis anhin ohne grössere Unfälle gewerkelt wurde. Nun, bis auf das Loch in Autos Decke vielleicht, aber diese Geschichte verdient zu einem anderen Zeitpunkt mehr Aufmerksamkeit.

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Veränderungsverlangen

Rüstige Rentner im Bus und ganz offensichtlich auf dem Heimweg vom Grosseinkauf:
Sie: „Ich bin gespannt wie die kleinen Öpfeli sind.“
Er: „Hmm, die sind doch gleich wie die Grossen.“
Sie: „Aber es gibt Verschiedene, also von der Konsistentz her.“
Er: „Das gibt es auch von den Grossen.“
Sie: „Aber gleich wie Grosse können die nicht sein, sonst wären sie gross.“
Er: „Sie sind eben wie die grossen Gleichen, einfach in klein.“
Sie: „Wieso willst du nicht, dass sie anders sind?“
Er: „Das ist mir doch gleich. Wenn die anders wären, wären die anders. Sind sie aber nicht.“
Sie: „Wieso hast du die denn gekauft?“
Er: „Weil ich mal was anderes wollte.“

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Buttermlog

„Ach, du schreibst?“

„Ja, und die geistigen Ergüsse pappe ich dann auf ein Blog.“

„Worüber schreibst du denn?“

„Hm, so über Alltagsbanalitäten.“

„Also mit den Kindern und so, ein Mütterblog?“

„Neinein, nicht nur, ich schreibe über Verschiedenstes.“

„Worüber denn genauer?“

„Ach, in letzter Zeit beispielsweise darüber, wie Äm sich im Backofen betrachtet, oder davon, als ich einen Stirnpopel der Äm mit einem Mal verwechselte, oder vom Weihnachtsgeschenk, dass ich für Y bastelte… …. … Ok, es ist ein Mütterblog.“

Dies ist ein Mutterblog.

Als ich mit der Bloggerei begann, hatte ich allerdings andere Pläne, denn, so gern ich die ganzen Mütterblogs auch las und lese, konnte ich mir nicht vorstellen, mich mit diesem Etikett zu schmücken. Aber blicken wir den Tatsachen ins Auge:

Dies ist ein Mutterblog.

Kein Teil meiner Identität ist und war je derart omnipräsent wie das Muttersein, ein Umstand, der unweigerlich auch in dieses Blog einfliesst, ohne Rücksicht auf meine ursprünglichen Ambitionen. Ich sehe es ein und erleide nur eine mittelschwere Identitätskrise:

Dies ist ein Mutterblog.

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Bachofenbaby reloaded

Lesen Sie Untenstehendes und ersetzen Sie „Y“ mit „Äm“:

Der gminggmanggsche Backofen verfügt über eine spiegelnde Tür und befindet sich nur schubladenbreit und einige Zentimeter über dem Boden. Der gminggmanggsche Backofen ist Ypsilönchens bester Freund, denn im gminggmanggschen Backofen haust ein Baby. Wir nehmen es heute genau und informieren Sie darüber, dass das Backofenbaby dem unseren auf eine seitenverkehrte Art sehr ähnlich sieht und dem Ypsilönchen stets die selben mimischen Freundlichkeiten zukommen lässt wie Ypsilönchen ihm (was Backofenbabys Lautierungen anbelangt mussten wir leider eine Retardierung feststellen). Ypsilönchen ist zu nicht unerheblichen Anstrengungen breit um das Backofenbaby zu sehen, nimmt gar Beulen in Kauf (die beim Hochziehen  und vor allem Fallenlassen an der Schublade nebst Quetschfingern unweigerlich entstehen) und zeigt sich empört wenn der Sichtkontakt an mangelnder Körpergrösse und oder Kraft scheitert. Backofenbaby stellt sich gnädigerweise rund um die Uhr zu Ypsilönchenunterhaltungsdiensten. Backofenbaby ist anspruchslos. Dafür mögen wir es sehr. Backofenbaby ist Ypsilönchens Nasskussempfagstelle, Patschprügelknabe, Quietschempfänger, Brabbelkasten und Klagemauer. Ich wünsche Ihnen allen ein ebenso verlässliches Backofenbaby.

(Spannenderweise zeigt sich Ypsilönchen ob keinen Spiegelungen so erfreut und interessiert wie ob denen der Backofentür.)

Beachten Sie bitte auch das Datum der Veröffentlichung des Originalartikels, Y und Äm scheinen es mit dem Zweijahresabstand sehr genau zu nehmen.

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