Alexandropuli GR – Marmaraereglisi (Nähe Tekirdag) TR – Istanbul TR (Tage 22,23 und 24)


Y fiel der Abschied diesmal sehr schwer, ich fürchte, dass sie etwas reisemüde ist, lässt sie doch auch immer mal wieder verlauten, dass sie bald wieder nach Hause wolle. Noch lässt sie sich immer wieder von unserer Neugierde und Meist vorhandener Reisefreude anstecken und in Aussicht auf einen Besuch beim Gefährten-Arzt, liess sie sich auch heute Morgen schlussendlich doch zur Weiterfahrt überzeugen. Für Äm scheint die Reiserei überhaupt keine Herausforderung zu sein, sie ist ausgeglichen, meist gut gelaunt und bewegungsdringlich wie eh und je, Letzteres wiederum ist ein Umstand, der uns schon zu Zweifel bezüglich der Wahl des Zeitpunktes hinreissen liess. Tatsächlich ist Äm mittlerweile fast so schnell und mobil wie Y, aber noch meilenweit entfernt von Selbsteinschätzung und Vernunft einer Dreijährigen, was dazu führt, dass wir ihr andauernd hinterher rennen. Sie is(s)t schlicht ohne Furcht und Ekel.
Am Morgen liessen wir also den Gefährten wieder in Schuss bringen, glücklicherweise waren es wieder „nur“ die Reifen und nichts Aufwändigeres. Wir fahren also mittlerweile mit drei neuen Reifen. Leider wurde uns mit dem Bekanntwerden Preisen auch klar, dass wir in Albanien wohl einiges zu viel bezahlt hatten. Relativ zeitig brachen wir also auf, um Istanbul so nah als möglich zu kommen, ohne es schon zu erreichen, damit Herr G. am Dienstag frisch in die Stadt einfahren kann und sich nicht nach einem langen Fahrtag noch auf den mörderischen Verkehr konzentrieren muss.
Das Passieren der griechisch-türkischen verlief problemlos und bald hielten wir nach möglichen Campingplätzen Ausschau. Mit spontaner Hilfe eines Taxifahrers fanden wir schliesslich auf einem, als Campingplatz gekennzeichneten, Gelände einen Platz zum Übernachten. Zusammen mit 15 weissen Kaninchen, 7 Hühnern, drei Enten, drei angriffslustigen Truthähnen, einem zahmen und einigen wilden Hunden und einer liebesbedürftigen Kleinkatze. Die Kinder waren be-, wir eher entgeistert, aber die Nacht verlief, bis auf den bis am Morgen unbemerkten Katzenbesuch, störungsfrei.
Wir hatten noch um die hundert Kilometer bis Istanbul zurückzulegen, aber schon um die 70 Kilometer vor der Stadt, nahm das Häusermeer kein Ende mehr und wir näherten uns unweigerlich dem Verkehrschaos Istanbuls. Ausgerechnet in der Phase grösster Orientierungslosigkeit beschloss Frau Fankhauser, uns ein wenig zappeln zu lassen und so fuhren wir den fünf Meter langen Gefährten mehr oder weniger blind in Istanbul ein. Glückliche Fügung, das schlussendliche Erbarmen der Fankhauser und Intention liessen uns unser Ziel, einfaches Hotel im Stadtteil Beyoglu, das wir schon aus einem unserer früheren Istanbulbesuchen kannten, trotzdem finden. Es war ein Ankommen, ein kleinwenig Heimkommen, wir luden unser Hab und Gut aus, gaben den Gefährten in fähige Hände und spazierten gen Bosporus zum Çaytrinken.
Nun sind wir den dritten Tag in Istanbul und es ist angenehm entspannend, wir verbringen viel Zeit im Park und auf dem Bosporus, Genaueres bzw. Stimmungsvolleres wird nach weiterem oder weiteren Tag(en) hier berichtet.

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  • Türken lieben das Betätigen ihrer Hupen, ja, ich glaube insgeheim fahren sie nur Auto, um bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu hupen. Ampeln sind hierfür besonders beliebt, denn wer sich nicht an vorderster Stelle befindet, hupt mit Inbrunst, sobald die Ampel auf grün stellt, relativ unabhängig von der Schnelligkeit des Vordersten, ist doch der zwingend langsamer damit das Auto in Bewegung zu setzen, als die Hintermänner mit der Hupenbetätigung.
  • Wenn ich wichtige Dinge, wie Portemonnaie, Pässe, Geld, an strategisch günstigen und logischen Orten deponiere, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass ich Minuten später vergessen habe, wo diese strategisch besonders günstigen Orte sind.
  • Campingplätze in der Türkei, soweit wie wir das bisher feststellen konnten, sind Campingplätze, weil sie so heissen, nicht weil sie über entsprechende Anlagen verfügen. Um ein Campingplatz zu sein, reicht ein entsprechendes Schild.
  • Es ist UNGLAUBLICH wie kindervernarrt die Türken sind, eine Begeisterung die wohl bei Kleinkindern in Äms Alter ihren Höhepunkt findet und in Kombination mit blonden Haaren, unübertrieben, halbe Hyperventilationsattacken, spontanes Taschenfallenlassen, um Oktaven nach oben verschobene Stimmlagen in bemerkenswerter Lautstärke und Bitten um ein gemeinsames Foto auslöst.
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    Und weil zuvor Zweifel aufkamen: Nein, ich bin keine der abgebildeten Damen.

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    Ein Kommentar

    Eingeordnet unter Bemerknisse, Neulich, Reise 2012, Reisen mit Kindern

    Eine Antwort zu “Alexandropuli GR – Marmaraereglisi (Nähe Tekirdag) TR – Istanbul TR (Tage 22,23 und 24)

    1. Bitte mehr, bitte-bitte mehr schöne Reisegeschichten, mir wird schon ganz schummrig vor Neid. Wir arbeiten hier bei mittlerweile wieder 30°, aber Schweizer Arbeietstempo. Sommertechnisch ist das, was hier abläuft, einfach unmöglich! Ach wie beneide ich die Griechen….

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